Was man vom Boden noch essen kann

Ein Keks liegt auf dem Teppich, im Hintergrund zwei Füße.

Was man vom Boden noch essen kann

Von Anke Riedel

  • Die Fünf-Sekunden-Regel gilt nicht immer
  • Wichtig ist: Teppich oder Fliesen?
  • Trockene Lebensmittel sind weniger anfällig als feuchte

Sobald die Gurkenscheibe auf dem Boden landet, geht es los: Bakterien erobern die Gemüse-Oberfläche. Ob man das Gurkenstück jetzt noch essen sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Laut der Fünf-Sekunden-Regel ist Heruntergefallenes noch essbar – Hauptsache, es lag kurz genug auf dem Boden.

Doch so einfach ist die Sache nicht. Wichtiger als die Zeit sind die Beschaffenheit des Bodens und die Art des Lebensmittels. Denn bei einigen Produkten liegt die Übertragungszeit der Bakterien bei unter einer Sekunde. Kaum zu schaffen!

Teppich besser als Fliesen

Ist die Gurke auf eine glatte Bodenfläche gefallen – zum Beispiel auf Edelstahl oder Fliesen? Ganz schlecht. Denn auf diesen Oberflächen übertragen sich Bakterien besonders leicht. Landet das Essen dagegen auf dem Teppich, brauchen die Erreger länger für eine Übertragung.

Auch die Art des Nahrungsmittels ist entscheidend. Ist das Absturzopfer ein trockenes Stück Brot oder ein Gummibärchen? Nicht ganz so dramatisch. Die Bakterien beginnen zwar sofort mit der Übertragung, doch je schneller man das Gummibärchen aufhebt, desto weniger passiert. Feuchte Nahrungsmittel wie Wassermelonen oder Gurkenscheiben werden dagegen sofort von Bakterien belagert.

Heruntergefallenes Essen: Die Fünf-Sekunden-Regel ist ein Mythos

WDR 5 Leonardo Top Themen | 22.09.2016 | 05:28 Min.

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Ein bisschen Dreck schadet nicht

Essen oder wegschmeißen – die Entscheidung hängt letztendlich auch von der eigenen Toleranz gegenüber Schmutz ab. Ob das Lebensmittel vom Boden schädlich für die Gesundheit sein kann, ist dagegen abhängig von der Art und Anzahl der Bakterien auf dem Untergrund. Natürlich gibt es Keime, die schon in geringer Zahl krank machen können. Umgekehrt ist ein gewisses Maß an Dreck in unserem Leben aber auch hilfreich. Die Mikroorganismen um uns herum trainieren unser Immunsystem – von Kindesbeinen an.

Stand: 11.04.2018, 17:55