Service Bildung - Studenten der ersten Generation

Studenten in einem Hörsaal einer Hochschule

Arbeiterkinder an der Hochschule

Service Bildung - Studenten der ersten Generation

Von Andrea Lueg

Wer als erster in seiner Familie studiert, kennt sich mit den Spielregeln an der Uni oft nicht aus. Netzwerke und Online-Angebote bieten Unterstützung – und helfen auch bei der Finanzierung des Studiums.

Aufstieg durch Bildung – das ist in Deutschland noch immer die Ausnahme. Während von 100 Akademikerkindern etwa 70 studieren, sind es bei den Nicht-Akademikern nur 24. Lediglich ein Drittel der Doktoranden in Deutschland kommt aus einer Nicht-Akademiker-Familie. Doch langsam wird das Potential dieser Gruppe von Hochschulen, Stiftungen und Politik entdeckt.

Unsicherheit und Informationsmangel

Für die meisten Kinder von Akademikern ist es selbstverständlich zu studieren, während Arbeiterkinder sich das oft nicht zutrauen – trotz guter Noten. Studenten der ersten Generation fehlt häufig ein Vorbild. Sie kennen die informellen Regeln im Uni-Betrieb nicht so gut und machen sich oft Sorgen um die Finanzierung des Studiums. Bei all diesen Hindernissen hilft eine gute Vernetzung.

Netzwerke informieren und beraten

Wer überlegt, zu studieren - oder schon dabei ist - für den bietet zum Beispiel die Plattform "Arbeiterkind.de" viele Infos und Stammtische in fast allen größeren Uni-Städten.

Für Doktoranden interessant: Erste Generation Promotion (EPG), gegründet von Akademikerinnen der ersten Generation. Die Doktorandinnen an der Universität zu Köln geben Tipps aus ihrer eigenen Erfahrung heraus und beantworten Fragen.

Finanzielle Unterstützung

 Geldscheine in der Summe von 80 Euro stecken in der Bibliothek der Universität Osnabrück zwischen Büchern in einem Regal

Studium durch staatliche Fördergelder unterstützen lassen

Auch bei Fragen der Finanzierung können die Netzwerke beraten. Es gibt eine Reihe von Stipendien, die ein spezielles Augenmerk auf Kinder aus Nicht-Akademiker-Familien richten, etwa von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Mentoren finden

Mentoren sind häufig Professorinnen oder Professoren, die bei Fragen rund um das akademische Leben weiterhelfen und von denen man im informellen Gespräch wertvolle Tipps für das wissenschaftliche Arbeiten erhält.

"TANDEM", ein Stipendienprogramm der deutschen Universitätsstiftung, setzt zum Beispiel auf Mentoring. Auch Arbeiterkind und EGP bieten Mentoring-Programme an.

Redaktion:
Maike Westphal

Stand: 01.10.2015, 16:05