Pflanzliches /Naturheilkunde

Umckaloabo / (Pelargonium sidoides)

Lexikon: Helfen Erkältungsmittel wirklich?

Pflanzliches /Naturheilkunde

Umckaloabo

Gruppe:
Pflanzliches Hustenmittel

Handelsnamen:
Umckaloabo, Pelasya

Was ist drin?
Extrakte aus der so genannten Kap-Pelargonie, einem lilablühenden Strauch, der nur in begrenzten Gegenden in Südafrika wächst

Wie wirkt es?
Umckaloabo ist das Zulu-Wort für „schwerer Husten“. Angeblich bekämpft Pelargonium-Extrakt Bakterien und Viren gleichermaßen und löst zusätzlich noch den Schleim in den Atemwegen. Tatsächlich wirkt Pelargonium-Extrakt im Laborversuch schwach antibakteriell. Für diesen Effekt ist er aber in den handelsüblichen Umckaloabo-Zubereitungen mindestens 1000fach unterdosiert.

Was sagt die Forschung dazu?
Die Wirksamkeit von Umckaloabo gegen akute Atemwegsinfekte hat die Cochrane-Collaboration untersucht. Dazu wurden verschiedene Zubereitungen von Pelargonium im Vergleich zu einem Plazebo (Scheinmedikament) auf die Effektivität bei der Behandlung einer akuten Atemwegsinfektion von Kindern und Erwachsenen hin analysiert.

Fazit: Umckaloabo kann die Symptome einer akuten Nasenschleimhaut- und Nasennebenhöhlenentzündung und von Erkältungskrankheiten bei Erwachsenen wahrscheinlich lindern. Auch bei der Behandlung der akuten Bronchitis profitieren sowohl Kinder als auch Erwachsene von einer Symptomlinderung durch Umckaloabo.

Allerdings hat auch Umckaloabo seine Schattenseiten: Seit Juli 2014 müssen Hersteller von Pelargonium-Wurzel-Extrakten auf Anordnung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Warnhinweise im Beipackzettel einfügen. Es wurde von Fällen von Leberschäden und Leberentzündungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Pelargonium-haltigen Arzneimitteln berichtet. 

Wann sollte man es nehmen?
Die vorliegenden Daten lassen einen Behandlungsversuch mit Umckaloabo bei Atemwegsinfektionen für einige Patienten sinnvoll erscheinen. Es herrscht jedoch noch Unsicherheit, welche Relevanz die beobachteten Effekte im täglichen Leben haben, so die Experten.

Nicht eingenommen werden sollte es bei bereits vorliegenden Leberschädigungen. Zudem sollte man die Einnahme beenden und den Arzt aufsuchen, wenn Zeichen einer Leberschädigung auftreten (z.B. Gelbfärbung der Haut oder Augen, dunkler Urin, starke Schmerzen im Oberbauch oder Appetitverlust).

Stand: 09.03.2017, 06:00