Pflanzliches /Naturheilkunde

Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea)

Lexikon: Helfen Erkältungsmittel wirklich?

Pflanzliches /Naturheilkunde

Echinacea

Gruppe:
Pflanzliches Erkältungsmittel

Handelsnamen:
Echinacea ratiopharm, Esberitox, Echinacea Stada, Echinacin Madaus

Was ist drin?
Echinacea ist der sogenannte „Sonnenhut“, eine Pflanze mit meist orange-rötlichen oder purpurfarbenen Blüten. Es gibt verschiedene Präparate in unterschiedlicher Dosierung, die unterschiedlichste Echinacea-Teile enthalten: Blüten, Blätter oder Wurzeln. Dadurch sind die Studien zur Wirksamkeit von Echinacea-Präparaten nur bedingt vergleichbar.

Wie wirkt es?
Echinacea wird nachgesagt, das Immunsystem und hier insbesondere die Fresszellen zu stimulieren. 

Was sagt die Forschung dazu?
Es gibt verschiedenste Studien zur Wirksamkeit von Echinacea-Präparaten. Unter anderem hat die Cochrane-Collaboration 24 Studien mit über 4.500 Probanden analysiert, in denen Echinacea gegen ein Scheinmedikament getestet wurde. Schwierig bei einer solchen Analyse ist, dass in verschiedenen Echinacea-Präparaten unterschiedliche Teile der Pflanzen in unterschiedlichsten Dosierungen stecken und so die Vergleichbarkeit nicht unbedingt gegeben ist.

Das Fazit: nur zwei von sechs Studien zeigten eine Verkürzung der Erkrankungsdauer. Hingegen hätten fast alle Studien zur Krankheitsvermeidung gezeigt, dass bei einer vorbeugenden Einnahme die Wahrscheinlichkeit für eine Erkältung leicht abnimmt. Dennoch reichen die Ergebnisse nach Ansicht der Experten nicht aus, Echinacea als Vorbeugung gegen Erkältungen zu empfehlen. Die Beweislage für ihre Wirksamkeit ist dürftig.

Letztlich ist der Placeboeffekt nicht zu unterschätzen: Wer das Mittel nimmt, fühlt sich wohler. Allerdings ist auch Echinacea nicht nebenwirkungsfrei: Neben allergischen Reaktionen können auch Autoimmunerkrankungen unter Echinacea stärker zu Tage treten.

Wann sollte man es nehmen?
Es gibt über 800 Produkte, die Echinacea enthalten: Tabletten, Extrakt, frischer Saft, Tinktur oder Tees aus Blüte, Stamm oder Wurzel. Zudem kann dieselbe Pflanze je nach Standort oder Jahreszeit unterschiedliche Konzentrationen der möglicherweise wirksamen Bestandteile enthalten.

Gerade bei Kindern traten in Studien vermehrt unerwünschte Wirkungen auf, etwa Hautausschläge und andere allergische Reaktionen. Eine generelle Einnahme kann also nicht empfohlen werden.

Stand: 09.03.2017, 06:00