Hustenstiller

Montage Hustensaft

Lexikon: Helfen Erkältungsmittel wirklich?

Hustenstiller

Codein

Gruppe:
Hustenstiller

Handelsnamen:
Bronchicum mono, Codipertussin, Paracodin Tropfen, Tyrasol

Was ist drin?
Codein

Wie wirkt es?
Codein ist ein natürlicher Bestandteil des Opiumsaftes und zählt daher zu den so genannten Opiaten. Wegen seiner schmerzstillenden Wirkung wird es oft in Kombination mit Paracetamol (z.B. in Gelonida oder Contraneural) eingesetzt. Als Einzelpräparat wird es als Hustenstiller eingesetzt, da es den Hustenreiz unterdrückt.

Codein ist verschreibungspflichtig. Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit und Übelkeit. Da Codein auch in die Muttermilch übergehen kann, sollten stillende Mütter, die Codein einnehmen, auf Trinkschwäche, Lethargie und Schläfrigkeit bei ihren Kindern achten.

Was sagt die Forschung dazu?
Die Cochrane Collaboration, ein internationales Expertengremium, das die Studienlage zu verschiedenen Medikamenten beurteilt, hat sich mit Hustenstillern beschäftigt. Insgesamt wurden 29 Studien zu den Codein- und Dextromethorphan-haltigen Präparaten beurteilt. Das Fazit: Die Studienlage ist insgesamt uneinheitlich: Oft zeigten unterschiedliche Studien widersprüchliche Ergebnisse. Daher kann das Expertengremium keine wirkliche Empfehlung für oder gegen Hustenstiller aussprechen.

Wann sollte man es nehmen?
Als Morphin-ähnlicher Wirkstoff sollte Codein nur zurückhaltend eingesetzt werden, da es abhängig machen kann. Viele Experten sind der Meinung, dass es sogar kontraproduktiv sein kann, Husten zu unterdrücken, da so der Schleim nicht abgehustet werden kann. Allenfalls zur Nacht sei eine Einnahme vertretbar, um eine ausreichende Nachtruhe zu gewährleisten. Auf keinen Fall sollte man Hustenstiller und Schleimlöser zeitgleich einnehmen.

Stand: 09.03.2017, 06:00