Wetterschaukel kommt zur Weihnachtszeit

Wetterschaukel kommt zur Weihnachtszeit

Von Andreas Sträter

El Niño – hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein Wetterphänomen, das in vielen Regionen dieser Welt gefürchtet wird. Denn er kann Monsunregen, Dürren, Überschwemmungen und Hitzewellen auslösen. In diesem Jahr soll El Niño besonders wild ausfallen.

Hurrikan

Das zyklisch auftretende Klimaphänomen El Niño könnte nach Einschätzung von US-Experten in diesem Jahr besonders intensiv ausfallen. Das Klimavorhersagezentrum der Nationalen Meeres- und Atmosphärenbehörde der Vereinigten Staaten in Washington, rechnet damit, "dass dieser El Niño zu den stärksten der bis 1950 zurück gehenden Aufzeichnungen zählen könnte". Auch Professor Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel geht angesichts der vorliegenden Daten davon aus, dass der aktuelle El Niño besonders stark wird. "Seinen Höhepunkt wird das Klimaphänomen vermutlich im Winter, so um die Weihnachtszeit, erreichen", sagte Latif dem WDR. "Das steckt schon im Namen, denn El Niño bedeutet auf Spanisch 'das Christkind'", ergänzt der Klima- und Ozeanforscher.

Das zyklisch auftretende Klimaphänomen El Niño könnte nach Einschätzung von US-Experten in diesem Jahr besonders intensiv ausfallen. Das Klimavorhersagezentrum der Nationalen Meeres- und Atmosphärenbehörde der Vereinigten Staaten in Washington, rechnet damit, "dass dieser El Niño zu den stärksten der bis 1950 zurück gehenden Aufzeichnungen zählen könnte". Auch Professor Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel geht angesichts der vorliegenden Daten davon aus, dass der aktuelle El Niño besonders stark wird. "Seinen Höhepunkt wird das Klimaphänomen vermutlich im Winter, so um die Weihnachtszeit, erreichen", sagte Latif dem WDR. "Das steckt schon im Namen, denn El Niño bedeutet auf Spanisch 'das Christkind'", ergänzt der Klima- und Ozeanforscher.

Bei einem El Niño handele es sich um eine deutliche Erwärmung der Meeresoberfläche am äquatorialen Pazifik, die je nach Region heftige Regenfälle oder Dürren auslösen könne, erklärt Latif. Etwa alle vier Jahre verändern sich die Luftströmungen im Pazifik entlang des Äquators. Dadurch wird das Wasser stärker als gewöhnlich erwärmt. Diese El Niño genannten Erscheinungen lösen weltweit Wetteränderungen aus und können die Chancen starker Regenfälle, sogar von Schneefall in den Bergen Kaliforniens steigen lassen und auch zu Nachtfrösten in Florida führen.

Wissenschaftler meinen, der diesjährige, im März registrierte und an Intensität zunehmende El Niño könnte für eine der stärksten Wetteränderungen der vergangenen 65 Jahre sorgen. Nach seinem Höhepunkt Ende des Jahres wird er sich im kommenden Frühjahr wahrscheinlich wieder abschwächen. Das umgekehrte Klimaphänomen heißt "La Niña". "Dann kühlt sich der Pazifik ab", erklärt der Kieler Klimaforscher Latif. Die beiden Phänomene wechselten sich zyklisch ab: "Man muss sich das wie bei einem Pendel vorstellen."

Dass El Niño dieses Mal besonders stark ausfallen könnten, leiten die US-amerikanischen Wissenschaftler unter anderem davon ab, dass die Meeresoberflächentemperaturen im östlichen äquatorialen Pazifik den meisten Prognosen zufolge mindestens zwei Grad höher als sonst sein werden. Auf dieser Grafik ist die Erwämung der Pazifikoberfläche rot eingefärbt. Eine solche Erwärmung sei seit Beginn des 20. Jahrhunderts erst drei Mal gemessen worden, und zwar 1972/73, 1982/83 sowie 1997/98. In den Jahren 1997/98 hatte das bislang stärkste El Niño-Ereignis sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen in Peru, Ecuador, Chile sowie in Kalifornien in den USA verursacht. Im Gegenzug dazu litten Indonesien und Papua-Neuguinea unter einer Rekorddürre und großflächigen Waldbränden.

Auch der Inselstaat Indonesien mit mehr als 5.000 Kilometer in Ostwestausdehnung entlang des Äquators rechnet mit dem Schlimmsten. "Die Regierung geht davon aus, dass 200.000 Hektar Felder ausdörren und ein bis zwei Millionen Tonnen weniger Reis geerntet werden", sagt Herry Purnomo vom Waldforschungszentrum Cifor im indonesischen Bogor. "Das ist optimistisch, wir rechnen mit doppelt so hohen Schäden." Durch den El Niño 1997/98 lag der Ernteausfall bei 3,5 Millionen Tonnen Getreide.

Stand: 21.08.2015, 06:00 Uhr