"Zahl der Tornados nimmt nicht zu"

Archivbild 05.05.2015:  Windhose über einem Waldstück

"Zahl der Tornados nimmt nicht zu"

  • Meteorologe: Zahl der Tornados hat nicht zugenommen
  • "Tornados können überall auftreten"
  • Kein Zusammenhang mit Klimawandel erwiesen

Der Tornado am Mittwochabend (13.03.2019) in der Eifel-Gemeinde Roetgen wirft Fragen auf. Häufen sich extreme Wetterereignisse in NRW? Gibt es Gegenden, die besonders betroffen sind?

Gab es in Roetgen wirklich einen Tornado?

Viele Nachrichtenagenturen und Medien berichteten von einem "Tornado-artigem Starkwind" oder fügten die Einschränkung hinzu, es habe sich "womöglich" um einen Tornado gehandelt. Beim WDR-Wetterdienst ist man sich hingegen sicher: Es war ein Tornado. "Es gab einen Rüssel mit Bodenkontakt, es gab Scherwinde, die meteorologischen Bedingungen haben alle gepasst. Somit waren die Kriterien erfüllt", sagte Meteorologe Oliver Klein am Donnerstag (14.03.2019).

Nimmt die Anzahl der Tornados zu?

Nein, sagen die Meteorologen. Was jedoch zunehme, sei die Präsenz in den Medien. "Früher gab es meistens nur Augenzeugen, heute werden extreme Wetterereignisse viel besser dokumentiert durch private Handyaufnahmen", so Meteorologe Klein. Dadurch bekäme man den Eindruck eines Zuwachses. Die Anzahl der Tornados in Deutschland liege stabil bei "zwei bis drei Dutzend pro Jahr".

Gibt es in Europa - wie in den USA - Gebiete, in denen vermehrt solche Unwetter auftreten?

Die Tornados in Europa orientieren sich zwar an den Zugrichtungsbahnen der Tiefdruckgebiete, die in der Regel von Großbritannien über den Norden und die Mitte Deutschlands in Richtung Polen ziehen. Allerdings gebe es dabei immer noch erhebliche Abweichungen. Bei den entsprechenden Bedingungen könne ein Tornado überall in Deutschland auftreten, sagte Klein. Anhand der geringen Fallzahl lasse sich kein Muster ableiten für besonders gefährdete Gebiete.

Spielt der Klimawandel eine Rolle bei der Entstehung von Tornados?

Die steigenden Temperaturen auf der Erde hätten zwar Einfluss auf globale oder großflächige Klimaereignisse. "Lokal begrenzte Ereignisse wie Tornados oder Unwetter sind dagegen schwer mit der Erderwärmung in Zusammenhang zu bringen", so Klein. Dagegen sprächen auch die Daten, die keine signifikante Zunahme der Ereignisse zeigten.

Stand: 14.03.2019, 10:10

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