Service Garten - ein Wintergarten kann sehr bunt und attraktiv sein

Peter Janke

Service Garten - ein Wintergarten kann sehr bunt und attraktiv sein

Von Gräsern, Karden, Schlangenbart – Winterpflanzen.
Über 4.500 Pflanzen wachsen im Garten von Peter Janke. Rund um Haus und Gärtnerei des Gartengestalters gibt es das ganze Jahr eine Menge zu entdecken.

"Der Winter ist farbiger als man denkt. Nicht so blütenreich farbig, also kein Monet-Bild mehr, aber genauso kunstvoll - vielleicht ein Georges Braque." (Peter Janke)

Strukturen
Wichtig sei, dass man bereits bei der Bepflanzung der Beete an alle Jahreszeiten denkt, erklärt Peter Janke. Zurzeit zeigen sich bei ihm die Gräser in voller Schönheit. Sie bleiben bis zum Frühjahr stehen. Auch Stauden wie Duftnesseln (Agastache) sind attraktiv. Die 2 Meter hohen Pflanzen sind jetzt schokoladenbraun gefärbt und bringen Struktur ins Beet. Gerade in der kälteren Jahreszeit spielen Strukturen eine große Rolle, erklärt der 47jährige. Mal werden blattlose, bizarre Baumkronen zum Hingucker, mal locken verwelkte Blüten die Blicke auf sich. Früher hat man alles, was kein Holz gebildet hatte, im Herbst abgeschnitten. Dann gab es nichts mehr, wo mal der Raureif drin spielen konnte.

Borken
Dekorativ sind zurzeit die laubfreien, feurig roten Triebe des Hartriegel (Cornus sanguinea), die wie Mikado-Stangen aus dem Boden sprießen. Die Sorte ‚Midwinter Fire‘ ist besonders schön. Ihre Äste verfärben sich von orange über gelb bis zu knalligem Rot. Ein faszinierendes Farbenspiel, schwärmt der Gartengestalter. Ein paar Meter weiter hat er eine Brombeere ins Staudenbeet gepflanzt. Sie zeigt zurzeit mahagoniefarbene Stiele, die glänzen, als ob man Öl darüber gegossen hätte.

Blätter
Auch immergrüne Pflanzen fallen jetzt auf. Wenn die Zeit der Sommerblüten vorbei ist, wird das Laub interessant. Die Blätter der bodendeckenden Elfenblume (Epimedium) sind im Herbst noch grün, werden aber im Laufe der Wintermonate immer roter. Die Pflanze fällt im Sommer kaum auf. Im Herbst, wenn andere ihre Blätter verlieren, wird sie zum Blickpunkt. Zwischen grünen Farnbüscheln ist der ‚Schwarze Schlangenbart‘ (Ophiopogon) nicht zu übersehen - ein grasartiges Liliengewächs mit Blättern rund ums Jahr und blauschwarzen Beeren im Herbst. Die sind aber ungenießbar. Daneben machen sich Herbstalpenveilchen (Cyclamen hederifolium) breit. Sie blühen ab Oktober und bilden später Laub mit unglaublicher Maserung. Manchmal sieht es aus, als ob Eiskristalle auf den Blättern liegen.

Blickpunkte
Schon von weitem sieht man im mediterranen Gartenteil eine ausladende Yucca (Yucca rostrata), die halbkugelig mit langen, spitzen Blättern wie ein Igel im Beet thront. Gerade jetzt besticht sie durch ihre auffallende Form und ihr blaugrünes Laub. Im Wind entsteht ein ständiges Flirren. Temperaturen bis minus 20 Grad hält sie aus. Zum Hingucker wird im Winter auch die Wetter- oder Golddistel mit ihrem goldig glänzenden Blütenstand - aber auch die Kardendistel (Dipsacus sylvestris), die mit ihren stacheligen, bronzefarbenen Blütenköpfen nicht nur Menschen anlockt. Sie ist auch ökologisch wertvoll. Distelfinken sitzen den ganzen Winter über dran und sie bietet Insekten ein gutes Winterquartier.

Buchtipps
Peter Janke / Meine Vision wird Garten - Ganzjährig attraktiv - mit nachhaltigen Pflanzkonzepten für jeden / Becker-Joest-Volk, 2012 / 39,90 € Peter Janke / Design mit Pflanzen - Moderne Architektur im Garten / Becker-Joest-Volk, 2013 / 49,90 €

Autor: Gereon Reymann
Redaktion: Detlef Reepen

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 10.05 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.