Wie sicher sind billige Smarthome-Geräte?

Zwei Hände halten ein Tablet vor der Kulisse eines Wohnzimmerst

Wie sicher sind billige Smarthome-Geräte?

Von Ulf Kneiding

  • Immer mehr billigere Smarthome-Produkte werden angeboten
  • Stichprobe zeigt: bei Billigprodukten wird teilweise an Sicherheit gespart
  • Daten werden teilweise auf chinesischen Servern gespeichert

Smarte Leuchten, WLAN-Kameras und netzwerkfähige - also smarte Saugroboter - gehören zu den zehn beliebtesten Smart-Produkten. Die WDR Sendung Markt hat online jeweils ein beliebtes und gut bewertetes Produkt aus jeder Kategorie gekauft. Eine smarte Leuchte für 14,99 Euro, eine WLAN-Kamera für 29,89 Euro und ein vernetzter Saugroboter für 259,00 Euro.

Alle drei Produkte geben wir zwei Studenten, die sie eine Woche lang für uns testen. Gleichzeitig untersuchen IT-Experten die Produkte für uns auf Sicherheitslücken. Unsere Frage ist: Können die Experten die Geräte bei den Studenten hacken?

Viele persönliche Daten werden gesammelt

Die Studenten müssen bei der Installation der Geräte immer eine App laden, einen Account anlegen und dazu Namen und ihre Email-Adresse angeben. Was sie nicht wissen: Die Geräte speichern auch Ortsangaben - also GPS-Daten -, und beim Betrieb der Geräte werden Betriebszeiten und -dauer gespeichert. Auf Servern in China, datenschutzrechtlich sehr bedenklich.

Die Experten haben den Weg zu den Servern, der so genannten Cloud, untersucht. Das Ergebnis: Sie könnten die Clouds und darüber auch die getesteten Geräte mit großen Erfolgschancen angreifen. Im schlimmsten Fall könnte ein krimineller Hacker das heimische Netzwerk übernehmen, Daten klauen und Passwörter mitlesen.

Wie kann man sich schützen?

Die Experten von der IT-Sicherheitsfirma "@-yet" haben kürzlich vergleichbare Smarthome-Geräte europäischer Hersteller untersucht. Sie haben herausgefunden, dass die Geräte meist sicherer waren, aber auch teurer. Wer die schöne, neue smarte Welt will, sollte berücksichtigen, dass IT-Sicherheit Geld kostet.

Wer sich nicht gut auskennt, sollte sich beraten lassen und fragen: Wo gehen die Daten hin? Wird die Software durch Sicherheits-Updates aktuell gehalten? Funktioniert das Gerät auch ohne Internet über das heimische WLAN? Europäische Hersteller sind meist sicherer und die Daten auf europäischen Servern sind besser geschützt. Grundsätzlich sollte das heimische Netz, in das die Geräte eingefügt werden, mit einem individuellen Passwort geschützt sein.

Stand: 07.11.2019, 11:10