Wer piept denn da?

Wer piept denn da?

Wer piept denn da?

Von Sabine Krüger

Die besten Lieblingshits liefern unsere Singvögel! Falls Sie die Interpreten kennenlernen wollen, folgen Sie uns auf eine Vogelstimmen-Tour in den Schlosspark Mickeln!

Wer piept denn da?

WDR 4 Drinnen und Draußen | 05.05.2018 | 02:10 Min.

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Konzert mit Handy und Fernglas

Lieben Sie es, den Vögeln zu lauschen? Wissen aber nicht, wer da jeweils singt? Vogelstimmenführungen helfen bei der Zuordnung! Eine Exkursion in den Schlosspark Mickeln.

Wer piept denn da?

Für die Vogelstimmen im Schlosspark Mickeln in Düsseldorf-Himmelgeist hat Jörg Allenstein ein sehr gutes Ohr. So gut, dass er sogar den eher seltenen Grünling erkennt. Zwar sind die Bäume noch spärlich belaubt, sodass die Vögel noch vergleichsweise gut zu entdecken sind. Aber zur Sicherheit hat der Umweltpädagoge ein paar Fotos zur Vogelstimmenexkursion mitgebracht.

Für die Vogelstimmen im Schlosspark Mickeln in Düsseldorf-Himmelgeist hat Jörg Allenstein ein sehr gutes Ohr. So gut, dass er sogar den eher seltenen Grünling erkennt. Zwar sind die Bäume noch spärlich belaubt, sodass die Vögel noch vergleichsweise gut zu entdecken sind. Aber zur Sicherheit hat der Umweltpädagoge ein paar Fotos zur Vogelstimmenexkursion mitgebracht.

Wer selbst vom Blatt singen kann, hat kein Problem, sich den Vogelgesang vorzustellen, der in Musiknoten dargestellt wird. Die lautmalerische Verschriftlichung ist für Ausländer wahrscheinlich schwierig. Und die beiden unteren Schaubilder verstehen wohl nur Wissenschaftler. Also besser Hören mit dem Handy: "Ich hab mir eine CD runtergeladen. Es muss nicht immer eine App sein", schmunzelt Jörg Allenstein.

Ebenfalls hilfreich bei einer Vogelstimmenexkursion ist ein Fernglas. Denn wenn man die Sänger hört, möchte man sie ja auch sehen. Das ist zudem eine prima Lernkontrolle: War das wirklich der Buchfink, den ich da eben gehört habe? Die zehnköpfige Gruppe um Jörg Allenstein hört und sieht während zwei Stunden tatsächlich die gängigsten Sänger von Düsseldorf.

Wer beobachtet hier eigentlich wen? Ringeltaube und Buchfink zumindest lassen sich nicht nur hören, sondern auch sehen. Und sind wahrscheinlich manchmal auch etwas irritiert von den vermeintlichen Artgenossen, die aus dem Handy schallen. "Man sollte Vogelstimmen auch immer nur kurz anspielen. Im schlimmsten Fall suchen sich die Vögel ein anderes Revier, weil sie glauben, dass dieses schon besetzt sei", so der Biologe.

Ist das, was da auf der Wiese steht eine Krähe oder eine Dohle? Das Fernglas zeigt, dass es eine Krähe ist. "Rabenvögel sind übrigens auch Singvögel, auch wenn viele das nicht so empfinden mögen", klärt Jörg Allenstein auf. "Der größte Singvogel der Welt ist der Kolkrabe, der seit ein paar Jahren auch wieder in Düsseldorf vorkommt."

Und wer streckt der Gruppe hier so unhöflich den Allerwertesten entgegen? "Das ist einer der kleinsten Brutvögel hier: der Zaunkönig", erklärt der Umweltpädagoge. "Klein aber laut! Seine Nester baut er im Gebüsch. Und manchmal auch zwei, die er dann auch zwei Weibchen anbietet."

Weil er sich partout nicht umdrehen will, müssen wieder Jörg Allensteins Fotos herhalten. Das Charakteristische am Zaunkönig war aber auch in Natura zu erkennen: das hochgestellte Schwänzchen. Sein Gesang überschlägt sich und ist nicht zu überhören.

Ob diese Nisthilfe bewohnt ist und wenn ja, von wem, ließ sich während der Vogelstimmenführung leider nicht ermitteln. Auch wenn die Gruppe eine Weile in Blicknähe verharrte. Aber in den Hecken neben dem Baum war eine Heckenbraunelle zu hören. Sie hält sich, wie der Zaunkönig, gerne am Boden und im Gebüsch auf.

Bei der Vogelstimmen-Tour weist Jörg Allenstein auch auf diese Natur-Denkmäler hin. Die Libanonzedern stehen zwischen dem abgebrannten alten Schloss Mickeln (heute ist dort die Jagdschule Schlossmeierhof) und dem neu aufgebauten Schloss. Sie wurden um das Jahr 1740 gepflanzt. In ihrer Heimat werden Libanonzedern weit über 1.000 Jahre alt.

Laut und nachhaltig trällert es aus den umstehenden Bäumen. Jörg Allenstein erkennt die Melodie der Mönchsgrasmücke. Ihr perlender Gesang klingt besonders schön. Eigentlich sind sie Zugvögel, aber im Winter 2015/2016 hat Beobachtungen zufolge wohl ein Männchen in Düsseldorf-Wersten überwintert.

Dieses Männchen, erkennbar an der schwarzen Kappe, ist so sehr damit beschäftigt gesanglich sein Revier zu verteidigen oder um Weibchen zu werben, dass es sich bereitwillig fotografieren lässt. Mönchsgrasmücken-Weibchen und die Jungvögel haben eine braune Kopfplatte. Wer ihnen etwas Gutes tun möchte, pflanzt beerenreiche Gehölze und lässt Katzen in der Zeit der Jungenaufzucht nicht frei laufen.

Der Park um Schloss Mickeln erwies sich als sehr ergiebig für die Vogelstimmenexkursion. Gezählt hat die Gruppe die gehörten Vögel nicht, aber es waren alle gängigen Parkvögel dabei. Und mit dem Grünling sogar ein eher seltener. Jörg Allenstein bietet als freier Mitarbeiter des Gartenamts Düsseldorf noch mehrere Vogelstimmen-Touren an.

Lesetipps

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Stand: 04.05.2018, 13:18