Weihnachtsbäume: Kaufen, mieten, selber schlagen

Ein Kind schmückt einen Weihnachtsbaum.

Weihnachtsbäume: Kaufen, mieten, selber schlagen

  • Etwa 25 Millionen Weihnachstbäume werden pro Jahr verkauft
  • Experten rechnen mit leicht steigenden Preisen
  • Starke Nachfrage dank Corona

Der Absatz von Weihnachtsbäumen ist seit Jahren stabil. Wie die Schutzgemeinschaft Wald mitteilt, stehen in gut der Hälfte aller Haushalte in Deutschland zur Weihnachtszeit geschmückte Tannen oder Fichten. In Haushalten mit mehr als drei Personen sind es sogar 80 Prozent. Dabei nehme die Nachfrage nach kleineren Bäumen von 1,50 bis 1,75 Meter zu.

Starker Onlineverkauf erwartet

Wegen der Corona-Pandemie könnte auch der Onlinehandel mit den Bäumen zunehmen. Nach einer Umfrage des Digitalverbandes BITCOM gaben elf Prozent der Befragten an, ihren Baum im Internet  bestellen zu wollen.

Woher stammen unsere Weihnachtsbäume?

Die meisten kommen aus Deutschland - insgesamt 90 Prozent. Davon wurden fünf Prozent direkt aus dem Wald geschlagen, der überwiegende Teil stammt jedoch von Plantagen.

Nach Angaben der Schutzgemeinschaft Wald verstärkt sich der Trend nach Regionalität. Ein Drittel der Bäume werden den Angaben zufolge direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 30 Prozent im Straßenhandel und der Rest in Supermärkten, Garten- und Baumärkten sowie im Onlinehandel.

Was kosten Weihnachtsbäume?

Die Experten rechnen damit, dass die Preise in diesem Jahre steigen werden: Nordmanntannen kosten zwischen 20 und 25 Euro pro laufenden Meter - das wäre ein Anstieg um etwa zwei Euro im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Die Kosten für die Blaufichte liegen bei 10 bis 16 Euro und die klassische Fichte kostet 6 bis 10 Euro pro Meter.

Macht es Sinn, den Baum selber zu schlagen?

Die Bäume, die es bereits geschlagen zu kaufen gibt, werden teilweise schon Ende November gefällt. Der große Vorteil des Selberschlagens ist daher, dass der Baum frisch ist. Ein weiterer Vorteil: Die eigene Arbeit spart auch Geld, denn meist sind die Bäume zum Selberschlagen etwas günstiger.

Zudem kann das ein kleines Event mit der ganzen Familie sein, den Baum gemeinsam auszusuchen und dann nach Hause zu bringen. Das ist bei vielen Forstämtern und regionalen Anbietern möglich. Getrübt wird das Vergnügen in diesem Jahr von Corona - denn vor Ort gemütlich einen Glühwein trinken oder ausgiebig fachsimpeln fällt aus.

Wie lagere ich meinen Weihnachtsbaum?

Die meisten Menschen stellen ihren Baum in der Woche vor Heiligabend auf. Bis man den Baum in die warme Wohnung holt, sollte man ihn trocken, kühl und schattig lagern. Wichtig ist dabei, dass der Baum in einem Eimer mit Wasser steht und das Transportnetz abgezogen ist.

Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger rät dazu, den Baum bereits einen Tag vor dem Schmücken in der Wohnung aufzustellen. Er brauche diese Zeit, um die Äste wieder in die richtige Position zu bringen. Erst dann sollte man ihn schmücken.

Sind Plastik- oder Mietbäume eine ökologische Alternative?

In Deutschland verliert der Natur-Weihnachtsbaum laut Schutzgemeinschaft Wald an Bedeutung. Der Trend zum Plastikbaum steige. Bisher sei die Plastiktanne vor allem in Geschäften und Restaurants aufgestellt worden, da sie im Schnitt mindestens sechs Wochen durchhalten müssten. Inzwischen seien im privaten Bereich die Weihnachtsbäume zu etwa zwölf Prozent künstlich. Eine amerikanische und eine australische Studie kommen zu dem Schluss, dass Plastikbäume nicht unbedingt eine ökologische Alternative sind. Es sei denn, man behält seinen Plastikbaum für eine sehr lange Zeit - im Idealfall mindestens sieben bis neun Jahre.

Auch Miettannenbäume mit Wurzelballen sind umstritten. Waldbauexperte Professor Sven Wagner: "Weihnachtsbäume mit Ballen zu mieten, hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun. Die Rechnung Ausgraben, Transport, Abholung sichert eher Arbeitsplätze als die Umwelt zu schonen."

Warum ist die Nordmanntanne die "Königin" unter den Weihnachtsbäumen

Die Nordmanntanne ist die Blaupause eines Weihnachtsbaumes: gleichmäßig im Wuchs - weiche Nadeln, die lange am Baum bleiben - und farblich satt grün. Ökologisch betrachtet liegt "Abies nordmanniana" allerdings eher auf den hinteren Rängen, zumal wenn sie importiert ist und mit viel Düngemitteln und Herbiziden versorgt wurde. Denn ursprünglich kommt die Nordmanntanne aus dem Kaukasus. Auch ihre Kollegin, die Nobilistanne, ist bei uns nicht heimisch, sondern stammt eigentlich aus Nordamerika.  

Unproblematischer sind Sorten aus dem heimischen Wald, das sind je nach Region Fichte, Kiefer oder Weißtanne - mit allen Nebenwirkungen wie herabfallenden Fichtennadeln.

Weihnachtsbäume: Das Geschäft boomt

WDR 5 Profit - aktuell 16.11.2020 03:36 Min. Verfügbar bis 16.11.2021 WDR 5


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mit Material von Anke Riedel | Stand: 19.11.2020, 13:47