Daten und Fakten: Wissenswertes zu Weihnachtsbäumen

Daten und Fakten: Wissenswertes zu Weihnachtsbäumen

  • Knapp 25 Millionen Weihnachstbäume werden pro Jahr verkauft
  • Nachfrage nach kleinen Bäumen nimmt zu
  • Ein Drittel der Bäume wird direkt im landwirtschaftlichen Betrieb gekauft

Der Absatz von Weihnachtsbäumen ist seit Jahren stabil. Wie die Schutzgemeinschaft Wald mitteilt, stehen in gut der Hälfte aller Haushalte in Deutschland zur Weihnachtszeit geschmückte Tannen oder Fichten. In Haushalten mit mehr als drei Personen sind es sogar 80 Prozent

Woher stammen unsere Weihnachtsbäume?

Die meisten kommen aus Deutschland - insgesamt 90 Prozent. Davon wurden fünf Prozent direkt aus dem Wald geschlagen, der überwiegende Teil stammt jedoch von Plantagen.

Woher stammt das Saatgut für die Weihnachtsbäume?

Für die Nordmanntannen wird das Saatgut nach Angaben der Schutzgemeinschaft Wald vor allem aus Georgien importiert. Dafür werden die Zapfen der Bäume in einer Höhe von 60 Metern per Hand gepflückt. Gezogen werden die Samen dann in einem Saatbeet, ehe sie nach vier Jahren auf der eigentlichen Plantage gepflanzt werden. Geerntet werden die Bäume im Alter von acht bis zwölf Jahren.

Hinterlassen abgeholzte Weihnachtsbäume eine Lücke im Wald?

Deutschlandweit gibt es rund 35.000 bis 40.000 Hektar Anbaufläche nur für Weihnachtsbaum-Plantagen. Für die Forstwirtschaft sind die Bäume eher ein Nebenprodukt. "Bäumefällen gehört für Forstbetriebe zum Alltagsgeschäft", so Sven Wagner, Professor für Waldbau von der TU Dresden. "Genauso wie Bäume säen, pflanzen und verjüngen." Die Baumreihen müssen immer wieder ausgedünnt werden, um Platz zum Wachsen zu schaffen. Weihnachtsbäume entstehen dabei quasi als Abfallprodukt.

Wie funktionieren Weihnachtsbaumplantagen?

"Weihnachtsbaumplantagen gehören nicht zum Wald", so Sven Wagner, Professor für Waldbau von der TU Dresden. "Die Bäume stehen dort zehn Jahre, das ist Landwirtschaft." Und wie in der Landwirtschaft werden Herbizide, Insektizide oder Dünger eingesetzt, damit die Bäume gut wachsen und vor allem gut aussehen.

In Deutschland werden rund 6.600 Bäume pro Hektar Bodenfläche auf den Plantagen angepflanzt. Vor allem Nordrhein-Westfalen ist ein Weihnachtsbaum-Eldorado. Allein im Sauerland gibt es über 18.000 Hektar Anbaufläche. Trotzdem fristet das Weihnachtsbaumgeschäft in der Gesamtbetrachtung eher ein Nischendasein: Gerade einmal 3,9 Prozent der Baumschulflächen im Freiland waren 2017 für Weihnachtsnadelgehölze reserviert, so das Statistische Bundesamt.

Was passiert mit dem Boden nach dem Baumfällen?

Zehn bis zwölf Jahre "Tanne" verändert das Bodenmilieu, das verlangt nach Maßnahmen: "Wie bei jeder Dauerkultur braucht der Boden nach dieser Zeit eine Zwischenkultur", erklärt Doktor Martin Rometsch, Geschäftsführer des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger in Deutschland. "Es eignen sich zum Beispiel Ölrettich oder Senf."

Wenn der Weihnachtsbaum schließlich gefällt wird, bleiben die Wurzelballen zurück und verrotten. Nach und nach kommen Würmer und Pilze und zersetzen den Stumpf. So wird der Rest des Tannenbaums zu Dünger und irgendwann wird an dieser Stelle ein neuer Christbaum wachsen.

Warum ist die Nordmanntanne die "Königin" unter den Weihnachtsbäumen

Die Nordmanntanne ist die Blaupause eines Weihnachtsbaumes: gleichmäßig im Wuchs - weiche Nadeln, die lange am Baum bleiben - und farblich satt grün. Ökologisch betrachtet liegt "Abies nordmanniana" allerdings eher auf den hinteren Rängen, zumal wenn sie importiert ist und mit viel Düngemitteln und Herbiziden versorgt wurde. Denn ursprünglich kommt die Nordmanntanne aus dem Kaukasus. Auch ihre Kollegin, die Nobilistanne, ist bei uns nicht heimisch, sondern stammt eigentlich aus Nordamerika.  

Unproblematischer sind Sorten aus dem heimischen Wald, das sind je nach Region Fichte, Kiefer oder Weißtanne - mit allen Nebenwirkungen wie herabfallenden Fichtennadeln.

Gibt es neue Züchtungen für Weihnachtsbäume?

"Es gibt neue Zuchtformen von Bäumen, die erblich bedingt ohne viel Dünger auskommen und besonders intensive blaue oder grüne Nadeln tragen", so Waldbauexperte Professor Sven Wagner. "Das ist keine genetische Manipulation, sondern Selektion der richtigen Samen und Zapfen." So werden gezielt Bäume produziert, die gute Weihnachtsbaumeigenschaften haben und gleichzeitig wenig anfällig sind.

Sind Plastik- oder Mietbäume eine Alternative?

Eine amerikanische und eine australische Studie kommen zu dem Schluss: Nein, Plastikbäume sind nicht unbedingt eine Alternative. Es sei denn, man behält seinen Plastikbaum für eine sehr lange Zeit - im Idealfall mindestens sieben bis neun Jahre.

Auch Miettannenbäume mit Wurzelballen sind umstritten. Waldbauexperte Professor Sven Wagner: "Weihnachtsbäume mit Ballen zu mieten, hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun. Die Rechnung Ausgraben, Transport, Abholung sichert eher Arbeitsplätze als die Umwelt zu schonen."

Über Tannen

WDR 5 Leonardo - 3 Dinge zum Weitersagen | 21.11.2017 | 03:12 Min.

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mit Material von Anke Riedel | Stand: 05.12.2018, 14:24