Daten und Fakten: Wissenswertes zu Weihnachtsbäumen

Daten und Fakten: Wissenswertes zu Weihnachtsbäumen

  • Etwa 25 Millionen Weihnachstbäume werden pro Jahr verkauft
  • Nachfrage nach kleinen Bäumen nimmt zu
  • Trend zum Plastik-Weihnachtsbaum steigt

Der Absatz von Weihnachtsbäumen ist seit Jahren stabil. Wie die Schutzgemeinschaft Wald mitteilt, stehen in gut der Hälfte aller Haushalte in Deutschland zur Weihnachtszeit geschmückte Tannen oder Fichten. In Haushalten mit mehr als drei Personen sind es sogar 80 Prozent. Dabei nehme die Nachfrage nach kleineren Bäumen von 1,50 bis 1,75 Meter zu.

Die Preise steigen 2019 nicht: Für die besten Qualitäten der beliebten Nordmanntanne werden nach Angaben des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger zwischen 18 und 23 Euro pro Meter verlangt. Der Anteil der Nordmanntanne liege aktuell bei etwa 75 bis 80 Prozent.

Woher stammen unsere Weihnachtsbäume?

Die meisten kommen aus Deutschland - insgesamt 90 Prozent. Davon wurden fünf Prozent direkt aus dem Wald geschlagen, der überwiegende Teil stammt jedoch von Plantagen.

Woher stammt das Saatgut für die Weihnachtsbäume?

Für die Nordmanntannen wird das Saatgut nach Angaben der Schutzgemeinschaft Wald vor allem aus Georgien importiert. Dafür werden die Zapfen der Bäume in einer Höhe von 60 Metern per Hand gepflückt. Gezogen werden die Samen dann in einem Saatbeet, ehe sie nach vier Jahren auf der eigentlichen Plantage gepflanzt werden. Geerntet werden die Bäume im Alter von acht bis zwölf Jahren.

Hinterlassen abgeholzte Weihnachtsbäume eine Lücke im Wald?

Deutschlandweit gibt es laut Schutzgemeinschaft Wald rund 30.000 bis 50.000 Hektar Anbaufläche nur für Weihnachtsbaum-Plantagen. NRW hat mit 18.000 Hektar bundesweit die größte Anbaufläche von Weihnachtsbäumen. Die Hochburg des deutschen Weihnachtsbaumanbaus ist das Sauerland mit 12.500 Hektar. NRW hat die ungeregelte Ausbreitung von Weihnachtsbaum-Plantagen in Wäldern gestoppt. Künftig sind neue Kulturen mit mehr als zwei Hektar Fläche genehmigungspflichtig.

Für die Forstwirtschaft sind die Bäume eher ein Nebenprodukt. "Bäumefällen gehört für Forstbetriebe zum Alltagsgeschäft", so Sven Wagner, Professor für Waldbau von der TU Dresden. "Genauso wie Bäume säen, pflanzen und verjüngen." Die Baumreihen müssen immer wieder ausgedünnt werden, um Platz zum Wachsen zu schaffen. Weihnachtsbäume entstehen dabei quasi als Abfallprodukt.

Wie funktionieren Weihnachtsbaumplantagen?

"Weihnachtsbaumplantagen gehören nicht zum Wald", so Sven Wagner, Professor für Waldbau von der TU Dresden. "Die Bäume stehen dort zehn Jahre, das ist Landwirtschaft." Und wie in der Landwirtschaft werden Herbizide, Insektizide oder Dünger eingesetzt, damit die Bäume gut wachsen und vor allem gut aussehen.

Etwa 2.000 - 4.000 Produzenten sind laut Schutzgemeinschaft Wald haupt- oder nebenerwerbsmäßig mit dem Anbau und der Kulturpflege von Weihnachtsbäumen beschäftigt. Die Weihnachtsbaumproduktion sichert rund 8.200 Dauer- und 7.500 Saisonarbeitsplätze. Rechnet man mit einem Durchschnittspreis von 20 Euro pro Baum, beträgt der jährliche Umsatz der Branche fast 700 Millionen Euro.

Was passiert mit dem Boden nach dem Baumfällen?

Zehn bis zwölf Jahre "Tanne" verändert das Bodenmilieu, das verlangt nach Maßnahmen: "Wie bei jeder Dauerkultur braucht der Boden nach dieser Zeit eine Zwischenkultur", erklärt Doktor Martin Rometsch, Geschäftsführer des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger in Deutschland. "Es eignen sich zum Beispiel Ölrettich oder Senf."

Wenn der Weihnachtsbaum schließlich gefällt wird, bleiben die Wurzelballen zurück und verrotten. Nach und nach kommen Würmer und Pilze und zersetzen den Stumpf. So wird der Rest des Tannenbaums zu Dünger und irgendwann wird an dieser Stelle ein neuer Christbaum wachsen.

Warum ist die Nordmanntanne die "Königin" unter den Weihnachtsbäumen

Die Nordmanntanne ist die Blaupause eines Weihnachtsbaumes: gleichmäßig im Wuchs - weiche Nadeln, die lange am Baum bleiben - und farblich satt grün. Ökologisch betrachtet liegt "Abies nordmanniana" allerdings eher auf den hinteren Rängen, zumal wenn sie importiert ist und mit viel Düngemitteln und Herbiziden versorgt wurde. Denn ursprünglich kommt die Nordmanntanne aus dem Kaukasus. Auch ihre Kollegin, die Nobilistanne, ist bei uns nicht heimisch, sondern stammt eigentlich aus Nordamerika.  

Unproblematischer sind Sorten aus dem heimischen Wald, das sind je nach Region Fichte, Kiefer oder Weißtanne - mit allen Nebenwirkungen wie herabfallenden Fichtennadeln.

Gibt es neue Züchtungen für Weihnachtsbäume?

"Es gibt neue Zuchtformen von Bäumen, die erblich bedingt ohne viel Dünger auskommen und besonders intensive blaue oder grüne Nadeln tragen", so Waldbauexperte Professor Sven Wagner. "Das ist keine genetische Manipulation, sondern Selektion der richtigen Samen und Zapfen." So werden gezielt Bäume produziert, die gute Weihnachtsbaumeigenschaften haben und gleichzeitig wenig anfällig sind.

Sind Plastik- oder Mietbäume eine Alternative?

In Deutschland verliert der Natur-Weihnachtsbaum laut Schutzgemeinschaft Wald an Bedeutung. Der Trend zum Plastikbaum steige. Bisher sei die Plastiktanne vor allem in Geschäften und Restaurants aufgestellt worden, da sie im Schnitt mindestens sechs Wochen durchhalten müssten. Inzwischen seien im privaten Bereich die Weihnachtsbäume zu etwa zwölf Prozent künstlich. Eine amerikanische und eine australische Studie kommen zu dem Schluss, dass Plastikbäume nicht unbedingt eine ökologische Alternative sind. Es sei denn, man behält seinen Plastikbaum für eine sehr lange Zeit - im Idealfall mindestens sieben bis neun Jahre.

Auch Miettannenbäume mit Wurzelballen sind umstritten. Waldbauexperte Professor Sven Wagner: "Weihnachtsbäume mit Ballen zu mieten, hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun. Die Rechnung Ausgraben, Transport, Abholung sichert eher Arbeitsplätze als die Umwelt zu schonen."

Über Tannen

WDR 5 Leonardo - 3 Dinge zum Weitersagen 21.11.2017 03:12 Min. Verfügbar bis 20.11.2022 WDR 5

Download

mit Material von Anke Riedel | Stand: 02.12.2019, 11:57