Über den Zaun geschaut

Antikes Gartentor und Fenster im Naturgarten der Wopfners in Lindlar

Über den Zaun geschaut

Von Sabine Krüger

Landesweit geht die "Offene Gartenpforte" in ihre diesjährige letzte Runde. Holen Sie sich Inspiration! Zum Beispiel im Naturgarten von Katja und Klaus Wopfner in Lindlar.

Über den Zaun geschaut

WDR 4 Drinnen und Draußen 08.09.2018 02:24 Min. WDR 4

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Natur und Antiquitäten

Von Gartenlaien zu passionierten Naturgärtnern haben sich Katja und Klaus Wopfner in Lindlar entwickelt. Und jedes Gartentor, jedes Deko-Teil hat eine eigene Geschichte.

Klaus Wopfner und Katja Wopfner

Klaus Wopfner (63 Jahre) und seine Ehefrau Katja (51 Jahre) leben seit 1995 zusammen in Lindlar. Dass sie leidenschaftliche Gärtner werden würden, hätten sie damals nicht gedacht. Katja Wopfner hat viel in den Kursen des Freilichtmuseums Lindlar gelernt. Inzwischen ist aus den 2000 Quadratmetern im Hang ums Haus ein traumhafter Naturgarten geworden. Mit Gemüsegarten, Wildstauden, verschiedenen Biotopen und Sitzplätzen in Sonne und Schatten auf mehreren terrassierten Ebenen.

Klaus Wopfner (63 Jahre) und seine Ehefrau Katja (51 Jahre) leben seit 1995 zusammen in Lindlar. Dass sie leidenschaftliche Gärtner werden würden, hätten sie damals nicht gedacht. Katja Wopfner hat viel in den Kursen des Freilichtmuseums Lindlar gelernt. Inzwischen ist aus den 2000 Quadratmetern im Hang ums Haus ein traumhafter Naturgarten geworden. Mit Gemüsegarten, Wildstauden, verschiedenen Biotopen und Sitzplätzen in Sonne und Schatten auf mehreren terrassierten Ebenen.

Verblühte Karden umrahmen den Rosenbogen, an dem auf der einen Seite Hopfen und auf der anderen die Rambler-Rose der Sorte "Veilchenblau" wächst. Ihre Blüte ist nur leicht gefüllt und damit für Insekten interessant. "Solche natürlichen Rosen sind auch ein Hobby von uns", bekennt Klaus Wopfner. Zwischen den Steinfugen der Frühstücks-Terrasse dürfen auch Wildkräuter wachsen, wie beispielsweise das orangefarbene Habichtskraut.

Die Blüten von Wilden Karden blühen reihenweise auf. Aber auch verblüht machen die senkrecht hochwachsenden zweijährigen Pflanzen eine gute Figur. Im Winter sind sie wegen ihrer Samen sehr beliebt bei den buntgefiederten Stieglitzen, auch Distelfinken genannt. Da wo die gegenüberstehenden Blätter der Karde am Stängel angewachsen sind, formen sie kleine Zisternen, die Regenwasser auffangen.

Auch die Königskerzen setzen imposante vertikale Akzente im Garten der Wopfners. Gut zwei Meter hoch ist dieses Exemplar gewachsen. Umgeben von Karden und  – links unten – violett-blühenden Kugeldisteln.

Die Königskerze wächst aus einer Trockensteinmauer, in die die Wopfners eines ihrer Fundstücke eingearbeitet haben. "Diese alte Kaminplatte mit dem schön gemusterten Funkengitter haben wir auf dem Sperrmüll gefunden. Dahinter ist ein Hohlraum, in den wir Kerzen stellen. Das Schattenspiel der Funkengitter ist besonders schön", freut sich Katja Wopfner über den antiken Schatz.

Dieses geschmiedete Gartentor hat Klaus Wopfner in Shaftesbury aufgetan, der englischen Partnerstadt von Lindlar. "Als wir bei einer Bürgerreise abends in die Kneipe wollten, sind wir an einem Schrottcontainer vorbeigekommen, mit diesem Tor darauf. Der Blick meiner Frau, als sie mich dann nachts um zwölf am Bahnhof in Lindlar abgeholt hat, war unbeschreiblich", lacht er.

Die Wegwarte macht ihrem Namen alle Ehre. Sie wächst seitlich der Wege und reckt den Besuchern ihre wunderschönen blau-violetten Blüten entgegen. "Wenn die Pflanzen jung sind, sehen sie dem Löwenzahn sehr ähnlich, weshalb manche Besucher im Vorbeigehen missbilligend schauen. Befühlt man aber die Rückseite ihrer Blätter, spürt man einen Flaum, den der junge Löwenzahn nicht hat", erklärt die Hobbygärtnerin.

Dieser Mini-Teich ist ein Regenrückhaltebecken, für das das Ehepaar eine ausgediente Duschwanne vergraben hat. "Der rosablühende Blut-Weiderich hat sich selbst ausgesät", so Katja Wopfner. Dieses dynamische Pflanzenwachstum zuzulassen ist ein Prinzip des Naturgartenvereins, dem sie sich angeschlossen haben. Vor zwei Jahren haben sie dessen Regionalgruppe "Bergisches Land" mitgegründet.

Hier sucht eine kleine Wildbiene auf dem Berglauch nach Nahrung. Die heimische Zwiebelpflanze blüht von Juli bis September, ist also eine späte Bienenweide. Der Berglauch wird bis zu 40 Zentimeter hoch und fühlt sich besonders an trockenen, gut durchlässigen Standorten wohl.

Katja und Klaus Wopfner hatten nicht geplant, einen Naturgarten anzulegen. "Das hat sich so ergeben", meint die Hobbygärtnerin. "So ein Garten gibt so viel zurück", ergänzt ihr Ehemann. Beide lieben es, die Natur zu beobachten. Wie hier den Kleinen Kohlweißling, der sich über den Wilden Majoran hermacht. "Wer möglichst viel Leben im Garten haben möchte, sollte vorwiegend heimische Pflanzen setzen, denn davon haben unsere Insekten am meisten", empfiehlt Katja Wopfner.

Eine der ersten Aktivitäten des Ehepaars im Garten war es, eine Vogelhecke zu pflanzen – mit Schlehen, Holundersträuchern und Kornelkirschen (im Bild). Letztere sind für den Naturgarten besonders wertvoll: "Von den Früchten haben wir selten was, weil die Vögel meist schneller sind", lacht Katja Wopfner. Im Frühjahr blüht die Kornelkirsche gelb, "nicht so quietschgelb wie die Forsythien", meint sie "und für Hummeln und Bienen bieten die Blüten früh im Jahr Nahrung."

Natürlich sammeln die Wopfners auch Samen – für den eigenen Garten, aber auch zum Tauschen mit anderen. Sorgsame Beschriftung ist selbstverständlich. Damit man sich vorstellen kann, wie die Pflanzen blühen, stecken sie zudem Fotos zu den Samentütchen.

Hier hat der Natternkopf eine der zahlreichen Sitzgelegenheiten im Garten erobert. An dieser Stelle hat das Ehepaar einen Lebensraum für Pflanzen geschaffen, die es nährstoffarm mögen. "Dazu haben wir die Rasensoden zwanzig Zentimeter tief abgetragen und nur mit Sand und Splitt aufgefüllt. Es gibt auch eine Natternkopf-Mauerbiene, die ohne den Natternkopf nicht überlebt", erklärt Katja Wopfner.

Die Wopfners freuen sich schon auf viel Besuch zur "Offenen Gartenpforte" am 15. und 16. September! Der Eintritt ist frei, wer möchte, spendet etwas. Kaffee und Kuchen gibt es auch. Überschüsse kommen dem "Naturgarten e. V." zugute. Ebenso die Erlöse aus dem Verkauf von Samen, Pflanzen, Zeitschriften und Büchern.

Lesetipps

Natur für jeden Garten. Zehn Schritte zum Natur-Erlebnis-Garten. Das Einsteigerbuch
Autor: Reinhard Witt, 2018
24,95 €, nur beim Autor selbst erhältlich unter www.reinhard-witt.de

Wildobst. Schlehe, Hagebutte und Co. für meinen Garten
Autorin: Ina Sperl
Ulmer Verlag, 2016
24,90 €

Naturnah gärtnern. Die 140 wertvollsten Pflanzen für den Naturgarten
Autor: Norbert Griebl
Haupt Verlag, 2015
29,90 €

Stand: 08.09.2018, 00:00