Was taugen elektronische Thermostate?

Planbarer Komfort

Was taugen elektronische Thermostate?

Von Lars Krupp

Langsam wird es richtig kalt. Nicht nur draußen, sondern auch nach dem Aufstehen zum Beispiel im Badezimmer. Elektronische Thermostate sollen da helfen, sagen die Hersteller. Die regeln die Heizkörper nämlich automatisch. Für wen sich das lohnt.

Mit wenigen Handgriffen sind die elektronischen Thermostate an der Heizung installiert. Statt eines runden Drehknaufs mit Zahlen hängt dann ein kleiner Kasten an der Heizung. In dem Kasten ist ein Ventil, ein Thermometer und jede Menge Elektronik. Die elektronischen Thermostate heizen den Heizkörper zu einer bestimmten Uhrzeit auf eine bestimmte Temperatur.

Regeln ohne drehen

Wer morgens um sieben ein Badezimmer haben möchte, in dem die Temperatur 21 Grad beträgt, kann das problemlos einstellen. Danach regelt das elektronische Thermostat den Heizkörper wieder runter. Weil niemand mehr an den alten Drehregler denken muss, werden Räume nicht überheizt, und weil die Temperatur nicht zu tief fällt, müssen die Räume nicht mit jeder Menge Energie wieder auf Temperatur gebracht werden. Das Versprechen der Hersteller: Mit den neuen Thermostaten lassen sich bis zu 30 Prozent Energie sparen.

Übertriebene Versprechen

Energieberater Thomas Zwingmann von der Verbraucherzentrale NRW hält solche pauschalen Webeslogans für übertrieben. Seiner Erfahrung nach fällt die Ersparnis deutlich geringer aus, weil die meisten Menschen ihre Heizkörper sowieso runter drehen, wenn sie das Haus verlassen. Seiner Einschätzung nach sind die elektronischen Thermostate aber eine gute Lösung für alle Menschen, die sich mehr Komfort wünschen, einen regelmäßigen Tagesablauf haben und deshalb genau wissen, wann es in welchem Raum wie warm sein soll.

Anschaffungskosten erst nach Jahren wieder drin

Ein elektronisches Thermostat kostet zwischen 15 und 60 Euro - wer jeden Heizkörper umrüstet, landet also schnell bei mehreren hundert Euro. Deshalb dauert es zwischen zwei und fünf Jahre, bis sich Anschaffungskosten und gesparte Heizkosten miteinander verrechnen. Wer auf elektronische Thermostate umrüstet, sollte auf eine einfache Bedienbarkeit achten. Es gibt zum Beispiel Modelle, die sich zentral mit dem Computer oder einer App steuern lassen. Vor dem Kauf sollte außerdem geprüft werden, wie einfach sich die Batterie wechseln lässt.

Einfacher Wechsel

Wer sich für einen Kauf entscheidet, kann die Modelle einfach per Rohrzange und Hand wechseln. Vorher sollte aber klar sein, welche Rohrgröße der Heizkörper hat, weil das elektronische Thermostat sonst unter Umständen nicht passt. Die Innung der Heizungsinstallateure rät außerdem zu einem hydraulischen Abgleich zwischen Heizkörper und Heizung. Das wird in der Regel beim Einbau der Heizkörper gemacht. Ohne ihn kann es passieren, dass Heizkörper im Keller zu warm und unter dem Dach zu kalt sind, weil Heizung und Heizkörper nicht richtig zusammen arbeiten.

Fazit: Elektronische Thermostate sparen nicht immer Kosten. Sie sind aber eine komfortable Lösung für alle, die einen regelmäßigen Tagesablauf haben und deshalb wissen, wie warm es wann in welchem Raum sein soll.

Weitere Infos der Stiftung Warentest zum Thema "Heizkörperthermostate" bekommen Sie, wenn Sie folgenden Link in Ihren Browser kopieren:
https://www.test.de/Heizkoerperthermostate-Auf-Sparen-programmiert-1672635-0/

Stand: 06.11.2017, 12:00