Handwerker-Stichprobe: Schlüsseldienst

Handwerker-Stichprobe: Schlüsseldienst

Von Marco Jankowski

Seriöser Service oder programmierte Abzocke? In unserem Test wollten wir sehen, was dran ist am Klischee vom dubiosen Schlüsseldienst und wie man schwarze Schafe erkennt.

Alexander Dupp, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Türen, Fenster und Einbruchssicherung, ist unser Experte. Er weiß: Eine normale Wohnungstür mit Einfachverriegelung kriegt man mit dem richtigen Werkzeug innerhalb weniger Minuten zerstörungsfrei auf. Bei normalen Arbeitszeiten – also in der Regel werktags von 8 bis 18 Uhr – wäre das eine Sache von 50 bis 70 Euro plus Mehrwertsteuer. Selbst mit Wochenend- und Nachtzuschlägen sollte der Preis sich bei 120 bis 150 Euro (plus Mehrwertsteuer) einpendeln.

Testergebnis: Es lebe der schnelle Euro!

Leider bestätigt sich in unserer Stichprobe weitgehend das Klischee: Nur ein Schlüsseldienst legt eine akzeptable Leistung zu einem guten Preis (89 Euro) hin. Aber selbst er öffnet die Tür durch Zerstörung, das heißt das Ziehen und Austauschen des Zylinders. Aufgrund des Preises geht das so gerade noch in Ordnung.

Die anderen beiden Schlüsseldienste hingegen wollen ebenfalls zerstören – und verlangen dabei völlige Mondpreise von 330 bis 600 Euro. Plus Mehrwertsteuer! Da kann man sich fast eine neue Tür leisten.

Wie finde ich seriöse Betriebe?

Experte Alexander Dupp schwört bei der Suche nach seriösen Firmen auf die sogenannten Errichterlisten: Diese findet man in der Regel frei zugänglich online auf den Homepages der Landeskriminalämter.

Diese Betriebe sind von der Polizei geprüft, es handelt sich um entsprechend ausgerüstete Meisterfachbetriebe – und in der Regel eben auch solche, die am Ende fair abrechnen.

Aufpassen bei "Callcenter"-Angeboten

Schlüsseldienst bei der Arbeit

Normalerweise in wenigen Minuten zerstörungsfrei auf

Fernhalten sollte man sich hingegen von den massiv beworbenen "Callcenter-Betrieben", die sich sehr oft bereits an der 0800er Service-Telefonnummer erkennen lassen. Dahinter verbergen sich häufig überregionale, mitunter bundesweite Callcenter, die Anrufe lediglich weiterleiten. Sehr intransparent, zu fragwürdigen Preisen und oft sehr hohen Vermittlungsgebühren, die die Betriebe dann einfach an den Kunden weitergeben. So kommen regelmäßig Mondpreise zustande.

Stand: 16.01.2018, 12:00