Stauden vermehren – so geht’s!

Stauden vermehren – so geht’s!

Stauden vermehren – so geht’s!

Von Sabine Krüger

Jedes Pflänzchen zu kaufen wird teuer. Besser man vermehrt seine Schätze selbst! Ein Kurs im Biogarten der Volkshochschule Köln erklärt Teilung und Stecklings-Vermehrung.

Stauden vermehren - so geht’s!

WDR 4 Drinnen und Draußen | 28.04.2018 | 02:16 Min.

Download

Stauden teilen und Stecklinge

Damit Stauden vital und blühfreudig bleiben, müssen viele geteilt oder zurückgeschnitten werden. Wir zeigen, worauf man achten muss, um nebenbei die Pflanzen zu vermehren.

Stauden vermehren – so geht’s!

Bea Frenzke engagiert sich seit 18 Jahren im Arbeitskreis des Biogartens der Volkshochschule Köln am Thurner Hof. Sie ist dort für die Stauden zuständig und leitet den VHS-Kurs zur einfachen Vermehrung von Stauden. Teilung und Stecklinge sind das Thema. Letzteres demonstriert sie an einem Rosmarin-Zweig.

Bea Frenzke engagiert sich seit 18 Jahren im Arbeitskreis des Biogartens der Volkshochschule Köln am Thurner Hof. Sie ist dort für die Stauden zuständig und leitet den VHS-Kurs zur einfachen Vermehrung von Stauden. Teilung und Stecklinge sind das Thema. Letzteres demonstriert sie an einem Rosmarin-Zweig.

So sieht ein perfekter Steckling aus: geschnitten aus einem nicht-blühenden, nicht zu jungen und nicht zu alten Trieb. An vier Blattknoten entfernt man die Blätter und auch die Triebspitze wird gekappt. Diesen Steckling steckt man so in die Erde, dass mindestens zwei Blattknoten unter der Erde sind. An diesen sollen sich Wurzeln bilden.

Dann kommen die Stecklinge in ein nährstoffarmes Substrat, denn das regt den Steckling dazu an, Wurzeln auszubilden. Das kann sein: Anzuchterde oder Universal-Gartenerde mit Sand oder Lava-Split verrührt. Im VHS-Biogarten verwendet Bea Frenzke ein Gemisch aus einem Drittel Gartenerde, einem Drittel Sand und einem Drittel Laub-Kompost. Beim vorsichtigen Angießen zeigt sich, welche Stecklinge standhaft bleiben.

Eine zweite Form der vegetativen Vermehrung ist das Teilen. Der Vorteil der vegetativen Vermehrung ist, dass die Tochterpflanzen exakt dieselben Eigenschaften haben wie die Mutterpflanze. Dieser ausgestochene Glockenblumen-Block ist so weich, dass er sich einfach mit den bloßen Händen auseinanderbrechen lässt. Beim Teilen lässt sich auch prima eventuell eingewachsenes Unkraut entfernen.

Diese vier Iris-Pflanzen entstanden im Kurs aus einer einzigen. Bea Frenzke und die Teilnehmer haben das Rhizom, also die unterirdische Sprossachse, mit einer Rosenschere zerteilt. Im Bild ist das Rhizom der knollenartige Teil mit der weißen Schnittfläche. Damit die Tochterpflanzen lebensfähig sind, müssen sie alle ein unterirdisches Rhizom haben mit Wurzeln daran und einen oberirdischen Grün-Spross.

Bea Frenzke fordert die Kurs-Teilnehmer dazu auf, bei jeder Pflanze zu überlegen, mit welchem Werkzeug man sie gleichzeitig effektiv, aber auch schonend teilen kann. Denn man möchte ja möglichst viele lebensfähige Pflanzenteile erhalten. Dieses Gras hat eine Teilnehmerin mit einem scharfen Sägemesser zerteilt. Das Ergebnis sieht sehr gut aus.

Zum Teilen dieser Aster hat sich eine andere Kurs-Teilnehmerin für den Spaten entschieden. Hier gilt es, beherzt zuzustechen. Die Operation war offensichtlich erfolgreich: aus eins mach zwei! Grünsprosse, Rhizome, Wurzeln – an beiden Teilen ist alles dran, was die Pflanzen zum Weiterwachsen brauchen.

Schonender als mit dem Spaten geht es allerdings mit zwei Grabegabeln. Dazu sticht man diese an der Stelle, wo man teilen möchte, Rücken an Rücken, in die Pflanze. Dann tritt man beide Grabegabeln so tief wie möglich in den Pflanzballen. 

Sitzen beide Grabegabeln tief genug in der Pflanze, zieht man gleichzeitig die Stiele beider Gabeln nach außen. Hier wird die Pflanze also nicht zerschnitten, sondern auseinander gehebelt.

Für die Pflanze ist dieses Verfahren schonender als der harte Schnitt mit dem Spaten. Das Wurzelwerk beider Lenzrosen-Teile sieht zumindest sehr gut aus. Bea Frenzke gibt noch den Tipp, sich die zweite Grabegabel vom Nachbarn zu leihen. Vielleicht freut sich der ja auch über einen Ableger der Lenzrose.

Im Biogarten der VHS Köln am Thurner Hof stehen natürlich mehr als nur zwei Grabegabeln zur Verfügung. Dazu ein sehr schönes Garten-Areal und jede Menge Pflanzen zum Üben. Wer dort gärtnern möchte, arbeitet im VHS-Arbeitskreis mit oder besucht einen der Gartenkurse der VHS Köln.

Lesetipps

Selbst ist die Pflanze. Einfach gärtnern – wie Samen sich verbreiten und den Garten gestalten
Autorin: Sigrid Tinz, Illustratorin: Margret Schneevoigt
pala-Verlag, 2017
19,90 €

Gemüse und Blumen aus eigenem Saatgut
Autorin: Heidi Lorey
Ulmer Verlag, 2017
16,90 €

Alles über Pflanzenvermehrung. Methoden, Praxis, Handgriffe
Autoren: Wolfgang und Marco Kawollek
Ulmer Verlag, 2016
29,90 €

Stand: 28.04.2018, 00:00