Alleskönner Stauden

Staudenbeete standortgerecht bepflanzen!

Alleskönner Stauden

Von Sabine Krüger

Bodendecker, hochwachsende Strukturstaude, schattig, halbschattig, sonnig, insektenfreundlich: Für jede Gartensituation gibt es die passende Staude. Ein Kurs im VHS-Biogarten Köln.

Alleskönner Stauden

WDR 4 Drinnen und Draußen 04.05.2019 02:20 Min. Verfügbar bis 03.05.2020 WDR 4

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Staudenbeete standortgerecht bepflanzen!

Wer statt Frust Freude an seinen blühenden Beeten haben möchte, der sollte die Bedürfnisse der Pflanzen berücksichtigen. Am richtigen Platz kommen Stauden jedes Jahr wieder.

Staudenbeete standortgerecht bepflanzen!

Die Palisaden-Wolfsmilch kann über einen Meter hoch wachsen und setzt vertikale Akzente im Garten. Gärtnermeisterin Katja Kleinert schätzt die Wolfsmilchgewächse sehr, da sie trockenheitstolerant sind. "Ein Vorteil im derzeitigen Klimawandel", empfiehlt sie bei ihrem Rundgang durch den VHS-Biogarten in Köln. Diese hier ist eine Staude. Das heißt: Sie kommt jedes Jahr wieder.

Die Palisaden-Wolfsmilch kann über einen Meter hoch wachsen und setzt vertikale Akzente im Garten. Gärtnermeisterin Katja Kleinert schätzt die Wolfsmilchgewächse sehr, da sie trockenheitstolerant sind. "Ein Vorteil im derzeitigen Klimawandel", empfiehlt sie bei ihrem Rundgang durch den VHS-Biogarten in Köln. Diese hier ist eine Staude. Das heißt: Sie kommt jedes Jahr wieder.

Die Kreuzblättrige Wolfsmilch ist eine Wildform, die ähnlich hoch wächst wie die Palisaden-Wolfsmilch. Aber sie ist keine Staude, sondern eine zweijährige Pflanze. Das bedeutet, dass sie im zweiten Jahr blüht und dann wieder weg ist. Sie versamt sich aber stark. "Dass sie Wühlmäuse abwehrt, stimmt leider nicht. Vielleicht schmeckt diese Pflanze den Mäusen nicht, aber dass die Reißaus nehmen, wenn sie sie sehen, ist eine Mär", klärt Katja Kleinert auf.

Auch die Königskerze ist eine zweijährige Pflanze. Man erkennt es daran, dass diese Pflanzen in der Regel im ersten Jahr eine Rosette bilden, aus der sich im zweiten Jahr dann ein Blütenstängel hochschiebt, der blüht. "Dass sie in der Sonne wächst, kann man an ihren dicken, behaarten, rauen Blättern ablesen. Das ist ein Verdunstungsschutz", so die Gärtnermeisterin.

Auch das Blatt der Bergflockenblume fühlt sich rau an und auch sie liebt sonnige Standorte. Sie blüht blau, ist anspruchslos und breitet sich stark aus. Im Gemüsebeet sollte man sie also besser jäten. Aber ansonsten sind Flockenblumen wunderschöne Insektenpflanzen.

Ähnlich ausbreitungsfreudig ist die Akelei. Katja Kleinert nennt solche Pflanzen "Streuner", die durch die Beete vagabundieren. Aber im Naturgarten ist das auch gewünscht. Und wer die Natur den Garten mitgestalten lässt, dem wird nie langweilig, denn so verändert sich das Gartenbild ständig.

Entschieden mehr Arbeit als Wildstauden, wie die Akelei, machen Prachtstauden, wie die hier wunderbar bordeauxfarben austreibenden Pfingstrosen. "Das ist eine ganz typische Bauerngartenpflanze. Die können bis zu 20, 30 Jahre am selben Platz stehen und werden immer breiter. Sie brauchen viel Sonne, Wasser und immer wieder etwas organischen Dauerdünger. Den bekommt man in der Staudengärtnerei", so Kleinert.

Dieser weißblühende Lerchensporn mag es erstaunlicherweise auch sonnig. "Der ist ein extremer Trocken- und Hungerkünstler. Ursprünglich unten am Boden gepflanzt, hat er sich hier in die Mauer gesetzt. Es gibt viele verschiedene Lerchenspornsorten und –arten. Der gelbe mag es auch trocken, der blaue ist sehr empfindlich und der gefingerte ist ein Waldbewohner, der auch gerne durch die Gegend streunt", erklärt die Gärtnermeisterin.

Der Rundgang führt auch in den Schatten, zum Beispiel zum braunen Storchschnabel, eine Wildform dieser Pflanzengattung. "Nicht nur die interessante Blattzeichnung spricht für ihn, auch die Blüte hat so einen ganz ulkigen Farbton zwischen Braun und Violett. Es gibt wahnsinnig viele verschiedene Storchschnäbel, für jede Gartensituation den passenden und es sind wunderbare Bodendecker".

Bodendecker haben den Vorteil, dass sie Unkraut unterdrücken. Das macht auch dieser Purpur-Günsel, der später hübsche blaue Blütenrispen entwickelt. Er ist eine gezüchtete Variante vom heimischen Kriechenden Günsel und fühlt sich auch im Halbschatten bis Schatten wohl.

Ein gelbblühender Bodendecker für den Schatten ist diese zarte Waldsteinie. Sie ist benannt nach dem Botaniker Franz Adam von Waldstein. Diese Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rosengewächse blüht von April bis Mai.

Das gefleckte Lungenkraut ist ebenfalls ein Bodendecker für den Schatten. "Sobald eine Blüte bestäubt wurde, wechselt ihre Farbe von Rosa zu Blau, dann wissen die Insekten, dass da schon jemand war", erklärt Katja Kleinert. Und auch die Laubzeichnung ist interessant. Die rundlichen Blätter des Lungenkrauts kontrastieren sehr schön mit den schmalen Blättern der abgeblühten Schneeglöckchen.

Diese streng geschützte heimische Wild-Zwiebelpflanze mag es feucht und fühlt sich am Teich- oder Bachufer am wohlsten. Oder in einem schweren, feuchten Lehmboden. Es ist die Schachbrettblume. Dahinter ist der zweiblättrige Blaustern zu sehen, ebenfalls eine sehr schöne Kombination!

Lesetipps:

Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof
Autor: Cassian Schmidt, Fotograf: Philippe Perdereau
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Meine Welt der Stauden
Autor: Christian Kreß
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Im Farbenmeer eines Präriegartens
Autorin: Lianne Pot, Fotgrafie: Ulrike Romeis, Josef Bieker
Deutsche Verlags Anstalt, 2015
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Stauden. Die große Enzyklopädie
Autor: Graham Rice, Herausgeber: Royal Horticultural Society
Dorling Kindersley Verlag, 2015
29,95€

Meine Vision wird Garten
Autor: Peter Janke, Fotograf: Jürgen Becker
Becker Joest Volk Verlag, 2013
39,90€

Stand: 04.05.2019, 00:00