Start in die Gartenteich-Saison

Die Sumpfdotterblume ist eine bienenfreundliche Teichpflanze

Start in die Gartenteich-Saison

Von Sabine Krüger

Obwohl wir schon früh warmes Wetter hatten, ist das Wasser im Gartenteich noch kalt. Aber Vorbereitungen für eine lebendige Gartenteich-Saison können schon getroffen werden.

Start in die Gartenteich-Saison

WDR 4 Drinnen und Draußen 13.04.2019 02:20 Min. Verfügbar bis 12.04.2020 WDR 4

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Vorbereitungen für gesundes Teichleben

Auch im Gartenteich empfiehlt es sich, bei Problemen nicht die Symptome, sondern die Ursachen zu bekämpfen. Marianne Radtke zeigt, wie man intakte Teichbiologie fördert.

Marianne Radtke

Marianne Radtke ist auf einem Bauernhof in einem Bachtal mit Forellenteichen groß geworden. Ihre inzwischen 40-jährige Teicherfahrung gibt sie auf ihrem Natursteinhof in Langenfeld weiter. Im Kurs zum Start in die Teichsaison erklärt sie, dass jetzt Laub aus dem Teich gekeschert werden sollte. "Allerdings nur an der Oberfläche und in langsamen Bewegungen, ohne Schwebeteilchen aufzuwirbeln. Denn die verstopfen die Kiemen der Fische und die können nicht husten", so Radtke.

Marianne Radtke ist auf einem Bauernhof in einem Bachtal mit Forellenteichen groß geworden. Ihre inzwischen 40-jährige Teicherfahrung gibt sie auf ihrem Natursteinhof in Langenfeld weiter. Im Kurs zum Start in die Teichsaison erklärt sie, dass jetzt Laub aus dem Teich gekeschert werden sollte. "Allerdings nur an der Oberfläche und in langsamen Bewegungen, ohne Schwebeteilchen aufzuwirbeln. Denn die verstopfen die Kiemen der Fische und die können nicht husten", so Radtke.

Abgestorbenes Pflanzenmaterial sollte man jetzt über der Wasseroberfläche abschneiden, damit frisches Wachstum Platz hat.

Aber Achtung: Bei allen Säuberungsarbeiten sorgfältig schauen, ob noch Tiere an den Pflanzenteilen haften! Denn Schnecken wie diese arbeiten an einer gesunden Teichbiologie mit. Also: Die Schnecke wieder in den Teich zurücksetzen!

Dieser verdorrte Igelkolben kann einfach mit der Hand aus dem Teich gezogen werden.

Aber auch hier sollten Teichbesitzer genau hinschauen: Das transparente Oval, worauf Marianne Radtke zeigt, sind Schneckeneier. Einfach das Pflanzenstück mit den Eiern darauf abschneiden und wieder in den Teich werfen!

Fadenalgen sieht man im Teich jetzt am häufigsten. "Das ist die einzige Art, die imstande ist, sich auch im Winter unter Eis zu vermehren. Sie wächst bei vier Grad Wassertemperatur", erklärt die Teich-Expertin. Diese Algen zeigen an, dass die Wasserqualität nicht stimmt. Erste Abhilfe: "Algen an der Teichoberfläche mit der Hand rausnehmen! Oder in drehenden Bewegungen mit der Toilettenbürste. Das Grün aus der Bürste entfernen und auf den Kompost werfen oder als Mulch im Gartenbeet verwenden!"

Was die Algen anzeigen, macht der Wassertest konkret. Tröpfchenweise gibt Marianne Radtke Testmittel in etwas Teichwasser. Um die Gesamthärte zu ermitteln, zählt sie die Tropfen, die sie zugeben muss, bis sich das Wasser hellblau verfärbt: neun Tropfen. Das heißt, dass das Wasser eine Härte von neun Grad aufweist. Im Frühjahr wären zwölf Grad ideal. Das Wasser ist also zu weich.

Das kommt daher, dass über Winter viel Regenwasser und Schnee in den Teich eingetragen wurde. "Für ein intaktes Teichleben sollte das Wasser mittelhart sein, an der Grenze zu hart. Sobald das Wasser eine Temperatur von acht bis zehn Grad hat, kann die Wasserhärte mit mineralischen Lösungen angehoben werden", so Radtke. Alle drei Proben – links Gesamthärte, mittig Phosphat-Wert, rechts Karbonathärte – bestätigen, dass das Wasser zu weich ist.

Was aber jetzt schon getan werden kann: "Wenige Gramm Starter-Bakterien in den Filter oder auf die Wasseroberfläche streuen! Diese Mikroorganismen sorgen dafür, dass Ihr Teichleben aktiviert wird", so Radtke.

Wer Fische hat, sollte sie jetzt mit ein bisschen Winterfutter füttern. "Das Winterfutter ist so zusammengesetzt, dass es nicht an der Oberfläche bleibt, sondern herabsinkt: Sie sehen auch, dass die Fische unter Wasser fressen, weil es ihnen oben zu kalt ist", erklärt die Teich-Fachfrau.

Diese Schwimmpflanze, das Feenmoos, ist herzlich willkommen: "Im Frühjahr sollte ein gesunder Teich circa zu 50 Prozent bewachsen sein", so Marianne Radtke.

Die Kursteilnehmer haben gelernt, dass man keinesfalls das Wasser austauschen sollte, weil man damit die mühsam aufgebaute Teichbiologie mit allen Organismen darin zerstört. Christiane Lahn (Mitte oben): "Ich war bisher der Typ, der den Teich jedes Jahr fast ausgeräumt hat, damit es schön ordentlich aussieht. Jetzt werden wir erstmal einen Wassertest machen lassen und dann entscheiden, wie es weitergeht."

Marianne Radtke demonstriert mit der Sumpfdotterblume, dass man den Teich auch bienenfreundlich bepflanzen kann. Und Kursteilnehmer Christian Hannes erzählt freudig, dass seine Sumpfdotterblume, die er im letzten Jahr in den Teich gesetzt hat, schon wieder sprießt.

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Stand: 13.04.2019, 00:00