Service Garten - Borken - interessante Gartenbäume

Borke einer Vogel-Kirsche

Service Garten - Borken - interessante Gartenbäume

Manche Rinden an Bäumen sind arg zerklüftet, andere zeigen pockige Narben oder rollen sich auf – im Herbst, wo in Gärten nicht mehr viel Blühendes zu finden ist, werden auch Baumstämme zum Hingucker.

Zimtahorn
Gelborange leuchtet das abgeworfene Laub des Zimtahorns (Acer griseum) in der Gartenbaumschule von Oliver Fink. Etwa einen Meter hoch ist der strauchig wachsende Baum. Zurzeit lockt seine Rinde die Blicke auf sich. Im Alter von zwei bis drei Jahren beginnt der Baum, sich zu schälen. Die Rinde am Stamm rollt sich zusammen wie braune Zimtstangen. Nach Zimt riecht sie aber nicht. Ursprünglich stammt der Zimtahorn aus China. Er wächst sehr langsam, kann mit den Jahren aber bis zu acht Meter hoch werden.

Birke
Die Bäume mit der hellsten Rinde sind Birken. Auch wenn sie in freier Natur ziemlich groß werden, gibt es längst Birken für kleinere Gärten. Beliebt sind Hängebirken (Betula pendula) mit ihren schirmartigen Kronen. Sie werden auf schwachwachsende ‚Unterlagen‘ veredelt. Da gibt es Birken mit Stämmen, die nicht höher als einen Meter werden. Zartgrün sind die Blätter im Sommer, im Herbst verfärben sie sich goldgelb. Birken wachsen fast überall. Die Flachwurzler sind robust und pflegeleicht.

Amberbaum
Braungrün und pockennarbig sind einige Stämme des Amberbaums (Liquidambar styraciflua). Er ist vor allem durch seine glänzenden, ahornähnlichen Blätter und deren gelborangerote Herbstfärbung bekannt. Aber wenn das Laub gefallen ist, lohnt auch ein Blick auf die Borke. Dort bildet sich eine Art Korkrinde. Erst mit kleinen Nubbeln, später mit Streifen. Allerdings sollte man beim Kauf genau hinschauen, welche Rindenstruktur der Baum hat. Denn nicht jeder bildet einen ‚korkigen Stamm‘.

Scheinbuche
Sehenswert ist auch die Borke an den jungen Stämmen und Ästen der Scheinbuche (Norhophagus antarctica). Sie ist braungrün mit hellgrauen, teils weißen, linsenartigen Rindenflecken. Ein wenig erinnert das an einen gestreiften Tiger. Bis zu zehn Meter hoch kann der aus Südamerika stammende Baum werden. Er hat stark gewellte, dunkelgrüne Blättchen, die sich im Herbst goldgelb färben. Die Scheinbuche wächst locker und transparent und wirkt auch vom Wuchs ein wenig bizarr.

Bäume pflanzen
Solange der Boden nicht gefroren ist, können Bäume im Spätherbst gepflanzt werden. Dann können sie vor dem Winter gut einwurzeln. Oliver Fink rät, ein Pflanzloch auszuheben, das eineinhalb bis zweimal so groß ist wie der Topf, in dem der Baum steht. Mit Pflanzerde oder Kompost wird der Boden aufgearbeitet. Dann kommt der Baum ins Loch, es wird mit Erde aufgefüllt und angegossen. Ein Tipp ist dem Gärtnermeister vor dem Baumkauf noch wichtig: Man sollte nie vergessen, dass Pflanzen – auch wenn sie in der Baumschule noch klein sind – im Garten weiter wachsen. Daher sei es ratsam, sich über spätere Wuchshöhen zu informieren. 

Buchtipps
Bärtels, Schmidt / Enzyklopädie der Gartengehölze / Ulmer, 2014 / 189 €
Helmut Pirc / Bäume von A-Z / Ulmer, 2012 / 19,80 €
Andreas Roloff / Der Charakter unserer Bäume / Ulmer, 2017 / 19,90 €

Autor: Gereon Reymann

Redaktion: Detlef Reepen

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 10.05 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.