Vorsicht Schimmel

Wieviel Mietminderung bei Schimmelbefall?

Vorsicht Schimmel

Von Anne Debus

Energiesparen kann teuer werden – wenn man es im Winter damit übertreibt und zu wenig heizt. Denn dann entstehen Kältebrücken, der Schimmel fühlt sich wohl und wächst.

Es nützt nichts, den Schimmel zu beseitigen, solange die Ursache nicht geklärt und behoben ist. Steht fest, dass nur zu wenig geheizt und gelüftet wurde, kann man das nach der Sanierung ändern. Baumängel wie Kältebrücken oder undichte Fensterrahmen dagegen müssen vorher behoben werden.

Schimmel abtöten und beseitigen

Auf glatten Oberflächen kann man Schimmel mit einem Anti-Schimmel-Präparat oder Alkohol abtöten und danach abwischen. Auf porösen Materialien – wie Tapeten. Spanplatten oder Gipskartonplatten - geht das nicht, sie müssen entfernt werden. Denn auch abgestorbene Schimmelsporen sind noch gesundheitsgefährdend. Auch auf Tapeten sollte der Schimmel aber zunächst bekämpft werden, bevor man sie abreißt. Sonst würden dabei Millionen lebender Schimmelsporen freigesetzt, die sich dann womöglich an einer anderen Stelle der Wohnung wieder neu ansiedeln. Zumindest sollte man die Tapeten vor der Entfernung anfeuchten oder einkleistern, um die Schimmelsporen zu binden. Danach die darunter liegende Wand mit einem Anti-Schimmel-Präparat oder einem Hausmittel wie Brennspiritus behandeln. Tipp: Lassen Sie sich nicht täuschen, wenn ein schwarzer Schimmelfleck auf einer Tapete scheinbar wie von Zauberhand verschwindet, sobald sie ihn mit einem Hypochlorid-haltigen Mittel besprühen. Hypochlorid hat u.a. eine starke Bleichwirkung. Der abgetötete Schimmel ist aber trotzdem noch vorhanden, man sieht ihn nur nicht mehr.

Anti-Schimmel-Produkte im Test

Stiftung Warentest hat 12 Anti-Schimmel-Mittel getestet, die man in der Drogerie oder im Baumarkt bekommt. Ergebnis: Die Sprays und Lösungen wirken alle gut oder sehr gut, töten Schimmel also zuverlässig ab. Der Nachteil: Bei einigen Schimmel-Entfernern treibt man den Teufel mit dem Beelzebub aus, auch sie können die Gesundheit gefährden. Sowohl Stiftung Warentest als auch die Verbraucherzentrale NRW warnen besonders vor Mitteln, die (Natrium)Hypochlorit enthalten (erkennbar am Chlorgeruch). Dieser Stoff sei eine chemische Keule und belaste die Atemwege. Besser schnitten im Test Mittel ab, die die Wirkstoffe Benzalkoniumchlorid oder Didecyldimethylaammoniumchlorid enthalten: Schädliche Nebenwirkungen wie Hautreizungen hielten sich hier in Grenzen, so Stiftung Warentest.

Lieber zu Hausmitteln greifen

Stiftung Warentest und Umweltbundesamt empfehlen gegen Schimmel traditionelle Hausmittel wie Wasserstoffperoxid, Isopropylalkohol und Brennspiritus (erhältlich im Baumarkt, der Apotheke oder im Internet). Laut Stiftung Warentest wirken sie ebenso gut wie spezielle Anti-Schimmel-Mittel. Ihr großer Vorteil: Nach der Anwendung bleibt nichts davon in der Wohnung zurück. Wasserstoffperoxid zerfällt in Wasser und Sauerstoff, die Alkohole Brennspiritus und Isopropylakohol verdunsten komplett. Nachteil der Hausmittel: Man sollte sie mindestens zwei Mal auf die befallenen Stellen auftragen. Zudem sind die Dämpfe entflammbar, und man sollte sie ebenfalls möglichst nicht einatmen. Deshalb schon während der Anwendung gründlich lüften.

Schutzmaßnahmen bei der Sanierung

Auch bei der Beseitigung kleinerer Schimmelflächen werden oft erhebliche Mengen an Schimmelsporen freigesetzt. Allergiker, chronisch Kranke und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sollten daher die Finger davon lassen. Aber auch Gesunde sollten sich schützen. Wichtig sind Schutzhandschuhe und Mundschutz. Die Atemschutzmaske sollte die Schutzklasse FFP2 oder FFP3 erfüllen. Da Schimmelpilze in den Augen allergische Reaktionen auslösen können, empfiehlt sich auch eine Staubschutzbrille. Nach der Sanierung duschen und die Kleidung waschen. Tapeten oder andere verschimmelte Baustoffe gehören in einen geschlossenen Müllsack.

Anti-Schimmel-Farbe hilft gegen Neubefall

In feuchten Räumen oder an problematischen Stellen, wo neuer Schimmelbefall droht, können spezielle Anti-Schimmel-Farben vorbeugen. Vier von fünf dieser Farben schnitten im Test von Stiftung Warentest mit "gut" ab. Drei von ihnen enthalten Biozide, die Schimmel abtöten. Die Note 'gut' erhielt aber auch eine reine Kalkfarbe. Kalk ist lebensfeindlich für Schimmel, weil er stark alkalisch ist.

Stand: 28.01.2019, 10:00