Rosen schneiden – gewusst wie!

Alte, verdorrte Rosenzweige werden mit einer Astschere gekappt

Rosen schneiden – gewusst wie!

Von Sabine Krüger

Jetzt ist die richtige Zeit, um Rosen zu schneiden. Denn jetzt blühen die Forsythien. Sie trauen sich nicht so recht? Wir haben Tipps aus einem Schnittkurs in Remscheid.

Rosen schneiden – gewusst wie!

WDR 4 Drinnen und Draußen | 14.04.2018 | 02:15 Min.

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Der richtige Rosenschnitt

"Wir schneiden wie die Rosenzüchter – eher mehr als weniger", sagt Maike Wand vom Verein "Rosenfreunde im Bergischen Land". Sie zeigt, worauf es ankommt.

WDR 4 Drinnen und Draußen: Rosen schneiden – gewusst wie!

Hier kann man sehen, dass ein dicker Rosenzweig innerhalb des Rankgerüstes wächst. Dass das künftig nicht mehr passiert, dafür sorgen die Rosenfreunde des Bergischen Landes. "Wir sind der zweitälteste Rosenverein der Welt", sagt Maike Wand, erste Vorsitzende, stolz. Der Verein wurde 1877 von Carl Hesselmann gegründet, einem Pomologen, also einem Obstbau-Experten, aus Leichlingen.

Hier kann man sehen, dass ein dicker Rosenzweig innerhalb des Rankgerüstes wächst. Dass das künftig nicht mehr passiert, dafür sorgen die Rosenfreunde des Bergischen Landes. "Wir sind der zweitälteste Rosenverein der Welt", sagt Maike Wand, erste Vorsitzende, stolz. Der Verein wurde 1877 von Carl Hesselmann gegründet, einem Pomologen, also einem Obstbau-Experten, aus Leichlingen.

"Beim Rosenschnitt unterscheidet man Bodendecker-Rosen von Beet-, Strauch-, Edel- und Kletterrosen. Historische Rosen sind nochmals eine Klasse für sich: Die schneidet man nur einmal im Jahr nach der Blüte", fasst Maike Wand zusammen. Bodendecker-Rosen (groß im Bild vor dem Schnitt) schneidet man bis auf 3 cm über dem Boden zurück (rechts unten klein nach dem Schnitt).

Rosen sollten so gepflanzt werden, dass die Veredelungsstelle, die als Verdickung erkennbar ist, fünf Zentimeter unter der Erde liegt. "Dann können Sie alles, was drüber liegt abschneiden", erklärt Maike Wand. Wie diesen alten vertrockneten Trieb, den man besser mit der Astschere als mit der Rosenschere abschneidet.

Die braunen Flecken auf den Zweigen links zeigen, dass diese krank sind – sie müssen also abgeschnitten werden. Der braune Fleck rechts im Bild stammt vom Triebbohrer, einer Blattwespe, die ihre Eier in die Triebe legt. Zweige runterschneiden bis kein Befall mehr erkennbar ist! Dieser Schädling tauchte in den Rosenbeeten des Kleinen Hardtparks in Remscheid leider öfter auf.

Nach diesen Erläuterungen von Maike Wand (Mitte) dürfen Frauke Evertz und Arno Kasper bei den Beetrosen selbst Hand anlegen. "Die Grundregeln für die verschiedenen Rosenarten sind das eine, die Praxis das andere. Beim Schnitt muss man zusätzlich kranke und alte Triebe rausnehmen und solche, die in eine Richtung wachsen, in der man sie nicht haben möchte. Das lernt man am besten in einem Kurs", so Maike Wand.

Kletterrosen schneidet man kaum, denn sie sollen ja klettern. Aber man muss die Triebe außen um das Rankgerüst leiten und mit Bindedraht festbinden. Hat sich ein Zweig nach innen gemogelt, sollte man ihn rausziehen und umleiten oder, wenn das nicht mehr geht, abschneiden.

Auch alte Triebe sollte man bei einer Kletterrose entfernen. Also, wie hier im Foto, ganz unten abschneiden. Da dieser Trieb schon sehr alt ist, lässt er sich nur noch mit einer Astsäge kappen.

Zum Schluss des Kurses gibt Maike Wand noch Tipps für den Rosenkauf. "Unser oberstes Gebot im Verein ist: Wir spritzen nicht! Deshalb achten Sie beim Kauf auf das ADR-Siegel!", empfiehlt die Rosen- und Naturfreundin. "ADR" steht für "Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung". Das sind Rosen, die über mehrere Jahre hinweg in elf Institutionen auf ihre Robustheit geprüft worden sind.

"Früher mochte ich nur gefüllte Rosen, aber heute weiß ich, dass ungefüllte Blüten wichtig sind für Insekten." Maike Wand hat 250 Rosen in ihrem Garten, die meisten Sorten angepasst ans bergische Klima. "Aber ich habe mir auch die 'Madame Hardy' von einer Gartenreise mitgebracht, weil ich die Blüte so mag. Die kränkelt bei mir, aber ich bin ja auch zwischendurch krank und werde nicht entsorgt", schmunzelt sie.

Zur Belohnung für die Arbeit der Ehrenamtlichen hat Maike Wand (hinten zweite von rechts) Blechkuchen gebacken. Den lassen sich der harte Kern der fidelen Truppe und die beiden Neulinge Arno Kasper (hinten ganz links) und Frauke Evertz (hinten Mitte) schmecken. Frauke Evertz möchte künftig regelmäßig bei den Rosenfreunden mitarbeiten. Weitere Freiwillige sind jederzeit willkommen.

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Rosen pflegen. Schritt für Schritt zum Rosenparadies
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Stand: 14.04.2018, 00:00