Kompostieren – so geht’s!

Kompostieren – so geht’s!

Kompostieren – so geht’s!

Von Sabine Krüger

Mit Garten- und Küchenabfällen den Boden verbessern. Ohne Fliegen und unangenehme Gerüche! Ein Kurs im Biogarten der VHS Düsseldorf zeigt, wie man einen Kompost aufsetzt.

Kompostieren – so geht’s!

WDR 4 Drinnen und Draußen | 09.06.2018 | 02:21 Min.

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Heiße Rotte für ertragreichen Boden

Verrotten, nicht verfaulen soll ein Kompost. Dann stinkt er auch nicht, sondern duftet frisch nach Waldboden. Knackpunkt: das Verhältnis von nassen und trockenen Materialien.

Kompostieren – so geht’s!

Gunnar Schwanold leitet den Kompost-Kurs im Biogarten der Volkshochschule Düsseldorf. Der findet in Kooperation mit den Städtischen Abfallbetrieben statt (AWISTA). Nach theoretischen Einführungen zu verschiedenen Kompostiermöglichkeiten und dazu, was rein darf und was nicht, setzt Gunnar Schwanold ganz praktisch einen neuen Kompost auf. Nach circa drei Monaten wird dieser wohl schon im Garten eingesetzt werden können.

Gunnar Schwanold leitet den Kompost-Kurs im Biogarten der Volkshochschule Düsseldorf. Der findet in Kooperation mit den Städtischen Abfallbetrieben statt (AWISTA). Nach theoretischen Einführungen zu verschiedenen Kompostiermöglichkeiten und dazu, was rein darf und was nicht, setzt Gunnar Schwanold ganz praktisch einen neuen Kompost auf. Nach circa drei Monaten wird dieser wohl schon im Garten eingesetzt werden können.

Der VHS-Biogarten Düsseldorf arbeitet mit vier Kompostboxen. Sie sind selbstgebaut aus aneinandergeschweißten U-Profilen aus Metall, die im Boden in Abflussrohren einbetoniert sind. Als Seitenwände werden zwischen die U-Profile nicht-behandelte Holzbretter geschoben. Als Alternative, links hinten im Bild, Bretter aus einem Gemisch aus Holzspänen und Kunststoff, die länger haltbar sind als Holz. Damit genügend Sauerstoff an den Kompost kommt, sind an den Außenwänden zwischen die Einlegebretter kleine Abstandshölzer gelegt.

Bevor der Kompost aufgesetzt wird, lockert man den Boden etwas mit der Grabegabel, damit die Mikroorganismen leichter eindringen können. Darauf folgt eine Schicht grober Äste. Das trägt zur Belüftung des Komposts bei. Sehr lange Äste zerkleinert man während des Einfüllens etwas, auch damit man später leichter den fertigen Kompost entnehmen kann.

Dann geht es nur noch darum, das während der Saison gesammelte Material in den Kompost zu füllen. Gartenabfälle, wie Hecken- oder Staudenschnitt, werden mit einer Hand-Heckenschere auf 15 bis 20 Zentimeter zerkleinert. Nasses Material, wie Rasenschnitt, wird mit trockenem, wie Holz und Laub, vermengt. "Mischen, mischen, mischen!", prägt Gunnar Schwanold den Kursteilnehmern ein. "Das Verhältnis von feuchtem, stickstoffhaltigem Material zu trockenem, also kohlenstoffhaltigem Material sollte 25 zu 1 betragen", erklärt er.

Einen Kompost beurteilt man mit allen Sinnen: Schon das Material aus dem Inneren des Sammelhaufens hat sich merklich erwärmt. "Später dann im Kompost, in der ersten heißen Phase, steigt sie auf bis zu 70 Grad", erklärt Michael Sterner, Freiwilliger im Arbeitskreis des Biogartens (Bildmitte). Das Material am äußeren Rand des Sammelhaufens ist etwas ausgetrocknet, innen ist es feuchter. Und fertigen Kompost erkennt man daran, dass er, wenn man ihn in der Hand zusammendrückt, nicht auseinanderfällt, aber auch nicht suppt.

Auch schon am Rand des Sammelhaufens neben dem Kompost treten fleißige Helferlein zutage: Kellerasseln, Springschwänze und Hundertfüßler. "Sie fressen das organische Material, zerkleinern es und wandeln es in Humus um. Im Lebenszyklus des Kompostes tauchen sie erst in der dritten Phase auf, wenn sich die Temperatur von 70 Grad in der ersten Phase auf deutlich unter 40 Grad abgesenkt hat", erklärt der Kursleiter. "Die Hauptarbeit bei der Kompostierung machen die Mikroorganismen".

Um den Mikroorganismen ihre Arbeit zu erleichtern, streut Gunnar Schwanold alle 20 bis 30 Zentimeter Füllhöhe Urgesteinsmehl ein. "Das bringt Mineralien in den Kompost ein. Mikroorganismen sind in jedem Boden vorhanden, die muss man nicht extra zukaufen. Wenn man die Rotte beschleunigen will, kann man den neu aufzusetzenden Kompost mit etwas Kompost aus dem Vorjahr impfen", so Schwanold.

Das Rotkehlchen freut sich, dass am Sammelhaufen so eifrig gearbeitet wird. Immer wenn Michael Sterner wieder darin gewühlt und eine Grabegabel voll in den Kompost gefüllt hat, bedient es sich. Sozusagen Fastfood für Vögel. Am leckersten findet es offenbar die Hundertfüßler, die auch dem Nachwuchs im Nest zugutekommen.

Als die circa ein Meter 20 hohe Box mit Material aus dem Sammelhaufen aufgefüllt ist, deckt Gunnar Schwanold sie noch mit einer Schicht Erde zu. Darüber kommt dann noch ein Kompostvlies, das man bei den Düsseldorfer Abfallbetrieben kaufen kann. "Damit erstens der Kompost nicht so schnell austrocknet, zweitens die Temperatur im Kompost konstant bleibt und drittens der Regen nicht die Nährstoffe auswäscht".

Gegenüber den Kompostboxen hat das Biogarten-Team auch eine Kompostmiete angelegt. Die eignet sich eher für große Gärten, in denen viel Schnittmaterial anfällt und viel Kompost gebraucht wird. "Nach unserer Erfahrung reicht ein Liter Kompost pro Quadratmeter Anbaufläche", meint der Kursleiter. Da eine Miete am Rand etwas austrocknet, muss man hier den fertigen Kompost aus dem Inneren entnehmen und dann das Rand-Material nach innen schaufeln. "Kompost in Boxen müssen Sie nicht umsetzen", so Schwanold.

"Thermo-Komposter aus Plastik können eine Alternative sein für kleine Gärten. Angeblich sollen sie schneller warm werden", erklärt der Kursleiter. Der Nachteil ist aber, dass man den Kompost unten aus einer Klappe entnehmen muss. Das kann umständlich werden, vor allem, wenn man das Material vorher nicht richtig zerkleinert hat. "Wir benutzen sie hier nur noch, um belastetes Material, also Unkraut und Krankes, das in unseren Boxen nicht heiß genug wird, für die Grün-Deponie zu sammeln".

Der eigene Kompost tut den Pflanzen im VHS-Biogarten Düsseldorf sehr gut, wie man sieht. Im Moment explodiert der Garten richtiggehend. Und ganz im Sinne der Mischkultur blüht es hier auch kräftig zwischen und in den Beeten. Zusammen mit dem Teich und den Nisthilfen für Wildbienen eine echte Großstadt-Oase! Freiwillige, die Lust haben im Arbeitskreis mitzuarbeiten sind stets willkommen.

Lesetipps

Alles über Bio-Gemüse
Autorin: Ortrud Grieb
Ulmer Verlag, 2018
39,90 Euro

Das Boden-Buch
Autorin: Brunhilde Bross-Burkhardt,
Haupt Verlag, 2017
29,90 Euro

Das große Biogarten-Buch
Autoren: Andrea Heistinger, Arche Noah
Löwenzahn Verlag, 2016
39,90 Euro

Der Biogarten. Das Original
Autorin: Marie Luise Kreuter
BLV Buchverlag, 2016
29,99 Euro

Das Kompostbuch
Autorin: Agnes Pahler
pala Verlag, 2013
14,00 Euro

Stand: 09.06.2018, 00:00