Defekte Rauchmelder: Wer zahlt beim Fehlalarm?

Rauchmelder mit Fehlalarm Servicezeit 21.03.2019 05:49 Min. Verfügbar bis 21.03.2020 WDR Von Julia Banachewitsch

Defekte Rauchmelder: Wer zahlt beim Fehlalarm?

  • Feuerwehr registriert Fehlalarme wegen defekter Rauchmelder
  • Hausbesitzer zahlt für Schäden durch die Feuerwehr
  • Versicherungen bieten teilweise Kostenübernahme an

Rauchmelder können Leben retten - ihr durchdringendes Piepen weckt in der Nacht oder alarmiert Nachbarn, wenn es in einer leeren Wohnung brennt. Das Problem: Nicht immer piepen die Geräte, wenn es brennt. Manchmal liegt auch ein Defekt vor - oder die Batterie ist leer.

Rauchmelder und Fehlalarme

Seit 2017 sind Rauchmelder in Wohnungen Pflicht. Bei der Feuerwehr in Köln und Düsseldorf wurden 2016 und 2017 die Einsätze gezählt, die wegen Rauchmeldern durchgeführt wurden. Die Einsatzkräfte notierten aber auch, wenn es wegen eines defekten Geräts zu einem Fehlalarm gekommen war.

Hersteller von Rauchmeldern haftet nicht

Nicht selten muss die Feuerwehr bei solchen Einsätzen rabiat vorgehen und bei leeren Wohnungen die Tür aufbrechen. Das ist gerechtfertigt - schließlich könnte es ja in der Wohnung brennen. Wenn aber nur der Rauchmelder defekt war, bleibt der Hausbesitzer auf den Kosten für die defekte Tür sitzen.

Mittlerweile bieten einige Versicherungen dafür Lösungen an und nehmen in die Gebäudeversicherung Klauseln auf, die solche Schäden ebenfalls abdecken. Nachfragen bei der eigenen Versicherung kann in jedem Fall sinnvoll sein.

"Fireangel" in der Kritik

Kunden des Herstellers "Fireangel" hatten genau dieses Problem. Eigentlich sollte die Batterie des Rauchmelders "ST-630" zehn Jahre halten. Das und die Funktionalität bescherte dem Modell gute Noten beim Test von "Stiftung Warentest".

Doch das "10-Jahres-Versprechen" konnte nicht immer gehalten werden. Teilweise meldeten die Geräte schon deutlich früher, dass die Batterie leer sei. Der Hersteller hatte dies auch eingeräumt und einen Austausch angeboten. Dieses Problem bestand bereits 2017 und noch immer melden sich Kunden mit defekten Geräten.

Unternehmen gelobt Besserung

"Fireangel" hatte zugesagt, bei Vorlage des Kassenzettels die Geräte auszutauschen. Allerdings dauert der Umtausch-Prozess beim Hersteller sehr lang. In Internetforen beschweren sich Kunden über lange Reaktionszeiten bei "Fireangel".

Das räumt auch das Unternehmen ein. Die Reaktionszeit sei "möglicherweise in der Vergangenheit etwas zu lang gewesen, wodurch einige Kunden ihre Anfragen zeitverzögert beantwortet bekommen haben". Das werde man verbessern, teilte "Fireangel" dem WDR mit.

Stand: 21.03.2019, 15:55