Mit Leichtigkeit gärtnern

Ein strahlender Gartenzwerg auf dem Zaun des Biogartens in Köln

Mit Leichtigkeit gärtnern

Von Sabine Krüger

Bezahlen Sie ihr grünes Hobby mit Rückenschmerzen? Ein Kurs im Kölner Biogarten zeigt: nur eine Frage der Planung, Einstellung, Körperhaltung und des richtigen Werkzeugs.

Mit Leichtigkeit gärtnern

WDR 4 Drinnen und Draußen | 24.03.2018 | 02:17 Min.

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Rückenschonend gärtnern

Gärtnern aus der Hängematte funktioniert nicht. Aber man kann sich die Gartenarbeit erleichtern. Mit guter Planung, praktischem Werkzeug und ausgleichenden Körperübungen.

WDR 4 Drinnen und Draußen: Mit Leichtigkeit gärtnern

Birgit Scherer-Bouharroun engagiert sich schon viele Jahre im Biogarten der Volkshochschule in Köln am Thurner Hof. Die ehemalige Lehrerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin schultert hier ihr Lieblingswerkzeug, den Krail oder auch die Kralle. Sie hat es selbst erst spät in ihrer Gärtnerinnen-Laufbahn entdeckt und empfiehlt es nun den Teilnehmern ihres Kurses zum "Gärtnern mit Leichtigkeit".

Birgit Scherer-Bouharroun engagiert sich schon viele Jahre im Biogarten der Volkshochschule in Köln am Thurner Hof. Die ehemalige Lehrerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin schultert hier ihr Lieblingswerkzeug, den Krail oder auch die Kralle. Sie hat es selbst erst spät in ihrer Gärtnerinnen-Laufbahn entdeckt und empfiehlt es nun den Teilnehmern ihres Kurses zum "Gärtnern mit Leichtigkeit".

"Selbst stark verdichteten Boden kann man mit dem Krail lockern und dann relativ mühelos Unkraut entfernen"“, so die Kursleiterin. Den Kurs-Teilnehmern demonstriert sie, dass man bei allen Arbeiten möglichst körpernah arbeiten sollte. Je aufrechter man arbeite, desto mehr Kontrolle habe man über das Gerät und desto besser sei die Kraftverteilung. Zudem vermeide man so Verspannungen.

Und hier das schlechte Gegenbeispiel: "Schon nach zweimal hin und her merke ich, dass diese Körperhaltung schadet", sagt Birgit Scherer. "Aber so sieht man oft Leute arbeiten. Das belastet extrem den unteren Rücken und ich kann auch die Kraft gar nicht gezielt einsetzen." Also: Besser nah am Körper arbeiten, kurze Bewegungen machen und dann mit dem ganzen Körper und dem Werkzeug weitergehen!

Zum Unkrautjäten im Staudenbeet empfiehlt sie den Grubber (s. Foto). Scheren und Spaten sollten immer scharf sein: "Qualitativ hochwertiges Werkzeug, das man selbst schleifen kann, zahlt sich aus", meint die Hobbygärtnerin. Zudem sei es sinnvoll, Lasten gleichmäßig zu verteilen: "Lieber Erde in zwei Eimern tragen, statt sich einseitig zu belasten! Und bei allen Arbeiten immer mal die Seite wechseln, auch wenn es zunächst ungewohnt ist!"

Auch Birgit Scherer rät vom Umgraben mit dem Spaten ab: "Zur Bodenvorbereitung reicht es, diesen mit der Grabegabel zu lockern. Das ist besser für den Boden und rückenschonend. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Grabegabel-Stiel nicht zu lang ist. Ideal ist es, wenn der Arm im rechten Winkel gebogen ist. Bei längeren Stielen habe ich gar keine Hebelwirkung."

Schon die Planung des Gartens entscheidet darüber, wie arbeitsintensiv sich dieser entwickelt. Trockenmauern sind beim Bau erstmal anstrengend. Aber wenn die Bepflanzung mit trockenheitsliebenden, anspruchslosen Fetthennen (lat.: Sedum), Steinbrech-Gewächsen (Saxifraga) und Dachwurz (Sempervivum) eingewachsen ist, hat man kaum mehr Arbeit. "Oben auf der Krone wachsen Kräuter wie Lavendel, die muss man nur immer mal zurückschneiden", so Birgit Scherer.

Auch diese Iris-Pflanzen sind relativ pflegeleicht. "Weil wir sie in großen Abständen frisch eingesetzt haben, können sie jetzt zwei, drei Jahre so stehen bleiben. Erst dann muss man sie wieder ausgraben und teilen, weil sie sonst nicht mehr so schön blühen", erklärt die Kursleiterin. Wichtig sei immer standortgerecht zu pflanzen.

Pflanzen, die wuchern, auf die man im Garten aber nicht verzichten möchte, setzt man am besten in sogenannte Rhizom-Sperren, hier einen Metalleimer. Der verhindert, dass sich die Pflanze über seinen Rand hinaus ausbreitet. "Egal ob aus Metall oder aus Plastik: Das Behältnis darf keinen Boden mehr haben, sonst entsteht Staunässe." So etwas empfiehlt sich beispielsweise für Minzen und für Bambus.

Spürt man trotz aller Vorkehrungen nach der Gartenarbeit den Rücken, können ausgleichende Körperübungen helfen. Zum Beispiel die hier abgebildete Wippe auf dem Rundrücken mit angewinkelten Beinen. Oder man macht, auf allen Vieren, abwechselnd einen Katzenbuckel und ein Hohlkreuz. Oder bei leicht gebeugten Knien, Kopf und Arme entspannt nach unten hängen lassen!

Die Einstellung zum Gärtnern spielt natürlich auch eine Rolle: "Ich strenge mich auch gerne an, wenn ich hinterher stolz sein kann auf mein Ergebnis", bekennt Birgit Scherer, "aber das richtige Maß sollte man schon finden und dazu auf Körpersignale achten." Dann halte Gärtnern schließlich auch fit. In diesem Sinne: Der Arbeitskreis des VHS-Biogartens in Köln freut sich über weitere Mitstreiter!

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Stand: 24.03.2018, 00:00