Mieterrechte bei kaputter Heizung

Mieterrechte bei kaputter Heizung

Von Philip Raillon

  • Immer erst den Vermieter informieren
  • In bestimmten Fällen ist Mietminderung möglich
  • Eigenmächtige Mietminderung kann zu Kündigung führen

Eine kaputte Heizung im Winter? Am liebsten sofort den Handwerker rufen, damit er wieder für die wohlige Wärme sorgt. Doch gerade in Mietwohnungen, darf der Mieter nicht einfach so selbst Hand anlegen. Denn erst heißt es: Den Vermieter informieren und ihm den Mangel anzeigen. Ein Recht auf Selbstvornahme, bei dem der Mieter eigenständig die Heizung reparieren lässt, gibt es nämlich nur in Ausnahmefällen. Der Vermieter muss die Gelegenheit haben, den Mangel selbst zu beheben. Den Hinweis darauf schicken Mieter am besten schriftlich und setzen sicherheitshalber gleich noch eine Frist. Erst wenn der Vermieter darauf nicht reagiert oder aber in einem Notfall nicht erreichbar ist, darf der Mieter selbst tätig werden.

Was können Mieter machen, wenn die Heizung kalt ist?

WDR 2 Servicezeit | 07.12.2017 | 03:02 Min.

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Mieteranspruch auf bewohnbare Wohnung

Die gute Nachricht: Einen Anspruch auf eine funktionierende Heizung haben Mieter. Der Vermieter ist verpflichtet, die Wohnung auch während des laufenden Vertrages in einem nutzbaren Zustand zu halten. Das bedeutet auch: So lange ein Mangel nicht vom Mieter verschuldet ist, muss der Vermieter auch für Reparaturen aufkommen.

Die Höhe der Mietminderung hängt vom Einzelfall ab

Ist eine Wohnung nun wegen einem Mangel – also zum Beispiel wegen einer kaputten Heizung – nicht oder nur eingeschränkt nutzbar, darf der Mieter die Miete mindern. Wie hoch die Mietminderung ist, hängt vom Einzelfall ab. Bei kaputten Heizungen haben Gerichte schon auf eine vollständige Minderung entschieden, andere sprachen aber auch nur 70 oder gar 40 Prozent der Monatsmiete zu. Dabei bezieht sich das Recht auf Mietminderung nur auf den betroffenen Zeitraum. Dieser beginnt mit dem Ausfall der Heizung. Allerdings hat der Mieter dieses Minderungsrecht nur, wenn er vorher den Mangel auch sofort angezeigt hatte.

Zu viel Minderung kann zur Kündigung führen

Zuletzt noch ein Hinweis für das Mindern: Nicht einfach aus dem Bauch heraus weniger Miete überweisen! Die Höhe der Minderung wird objektiv bemessen, also quasi aus Sicht eines unabhängigen Betrachters. Zieht der Mieter einen zu hohen Minderungsbetrag ab und zahlt deshalb zu wenig Miete, kann ihm außerordentlich gekündigt werden. Unter Umständen ist das schon im zweiten Monat, in dem zu wenig Miete gezahlt wird, möglich. Daher: Die Mieter lieber voll bezahlen und später den Minderungsbetrag zurückverlangen. Dabei aber darauf achten, dass die Miete zum Beispiel im Verwendungszweck "unter Vorbehalt der Minderung" gezahlt wird – dann, aber auch nur dann, kann ein Mieter später sein Geld in Höhe der Minderung zurückverlangen.

Die örtlichen Mietervereine bieten ihren Mitgliedern in Problemfällen kostenlose Beratungen. Eine Mitgliedschaft kostet meist unter zehn Euro im Monat.

Stand: 06.12.2017, 00:00