Vorsicht im Haushalt: So gefährlich können Lithium-Ionen-Akkus werden

Ein Paket mit einem Warnhinweis für eine Lithium-Ionen-Batterie

Vorsicht im Haushalt: So gefährlich können Lithium-Ionen-Akkus werden

Von Cengiz Ünal

  • Zahl von Lithium-Ionen-Akkus in Geräten steigt immer weiter
  • Kurzschluss kann schweren Akkubrand verursachen
  • Mit einfachen Tipps beim Laden und Entsorgen können Sie einem Akkubrand vorbeugen

Lithium-Ionen-Akkus sind im Haushalt überall - im Staubsauger, im Akkuschrauber, in der elektrischen Zahnbürste. Nach Zahlen des Umweltbundesamtes hat sich die Menge der Lithium-Ionen-Akkus drastisch erhöht: 2009 kauften die Deutschen solche wieder aufladbaren Batterien in einer Masse von 3.300 Tonnen, 2018 waren es mehr als 10.700 Tonnen. Die Zahl hat sich verdreifacht.

Vorsicht im Haushalt: Lithium-Ionen-Akkus

WDR 2 Servicezeit 10.12.2019 02:32 Min. Verfügbar bis 09.12.2020 WDR 2

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Akkubrand durch Kurzschluss

Lithium-Ionen-Akkus können aber auch gefährlich sein. Die Düsseldorfer Pizzeria Lerose brannte wegen eines überladenen Staubsaugerakkus aus. 35 Gäste konnten sich gerade noch durch einen Hinterausgang retten. Der Sachschaden betrug fast eine Million Euro.

Die Ursache für einen Akkubrand ist meistens ein Kurzschluss: In einer Akkuzelle gibt es einen Plus- und einen Minuspol. Sie sind durch einen Separator getrennt, das ist meistens eine Kunststoffmembran. Wenn der Separator bricht, kommt es zu einem Kurzschluss. Das passiert vor allem, wenn das Material minderwertig oder schlecht verarbeitet ist, warnt Professor Egbert Figgemeier von der RWTH Aachen:  "Das führt dazu, dass der Elektrolyt, eine brennbare Flüssigkeit, sich entzündet und dann explodiert. Die zweite Ursache für einen Akkubrand ist, dass von außen zu viel Temperatur zugeführt wird, der Akku zu warm wird und sozusagen die Zündtemperatur überschreitet. Die dritte Ursache wäre eine mechanische Schädigung."

Tipps zur Vermeidung von Akkubränden

Einen Kurzschluss zu verhindern, ist fast unmöglich. Aber krasse Folgeschäden kann man oft vermeiden. Geräte sollten nicht auf brennbaren Oberflächen geladen werden - also nicht auf Sofas, Bettdecken, Holz, Papier. Den Akku beim Laden bloß nicht abdecken! Benutzen Sie nur Akkus und Ladegeräte, die original und sichtbar unbeschädigt sind. Laden Sie Geräte nur, wenn Sie zu Hause sind.

Und werfen Sie niemals kaputte Elektrogeräte einfach in die Mülltonne. Denn auch die Entsorgungsbetriebe haben immer mehr Probleme mit Bränden, bei denen explodierende Akkus als Grund vermutet werden. Dabei sind die Gesetze eigentlich eindeutig: Verbraucher müssen alte Elektrogeräte, Batterien und Akkus im Handel abgeben oder zum Wertstoffhof bringen. Denn nur wenn dieser Müll getrennt vom Rest gelagert wird, lässt sich die Gefahr eindämmen.

Stand: 09.12.2019, 14:43