Kräuter für die Liebe

Orange-gelb-blühende Ringelblumen

Kräuter für die Liebe

Von Sabine Krüger

Sammeln Sie leidenschaftlich Kräuter? Dann haben Sie vielleicht auch schon Liebeskräuter geerntet. Ein Rundgang durch die Kräuter-Geschichte im Bunten Garten in Mönchengladbach.

Kräuter für die Liebe

WDR 4 Drinnen und Draußen 31.08.2019 02:19 Min. Verfügbar bis 30.08.2020 WDR 4

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Liebeskräuter – Für Lust und Leidenschaft

"Ich hab' Senf und Dill, mein Mann muss tun, was ich will!" Dass dieser alte Hochzeitsspruch hilft, möchte Kräuterpädagogin Iris Lau nicht garantieren. Sie führt durch den Bunten Garten in Mönchengladbach.

Iris Lau hält sich ein Schafgarbenblatt über ein Auge

Das Schmunzeln von Iris Lau begleitet ihre Liebeskräuterführung durch den Bunten Garten in Mönchengladbach. Hier präsentiert sie das wunderschön gefiederte Blatt einer Schafgarbe, auch "Augenbraue der Venus" genannt. Zugegebenermaßen schmückt es die Kräuterpädagogin sehr.

Das Schmunzeln von Iris Lau begleitet ihre Liebeskräuterführung durch den Bunten Garten in Mönchengladbach. Hier präsentiert sie das wunderschön gefiederte Blatt einer Schafgarbe, auch "Augenbraue der Venus" genannt. Zugegebenermaßen schmückt es die Kräuterpädagogin sehr.

Bei der ersten Station ihres Rundgangs geht es um die Frucht, nicht um die Blätter: "Die Feige ist nicht nur die Pflanze von Adam und Eva, sondern ihre Früchte hängen meist paarweise am Baum. Und sie sollen die Qualität von Spermien verbessern." Allerdings ergänzt die Kräuterpädagogin: "Alles, was Sie ausprobieren, tun Sie auf eigene Gefahr. Ich bin weder Ärztin noch Heilpraktikerin."

In England hat die Blüte des Salbeis eine besondere Bedeutung: "Dort glaubte man, dass der Salbei nur blüht, wenn der Mann nicht Herr im Hause ist. Deshalb gingen da die Männer durch die Gärten und knipsten die Rispen ab", erzählt Iris Lau. Sie warnt davor, zu viel Salbeitee zu trinken: "Er enthält sehr viel Thujon, das ist der Wirkstoff, der auch in Absinth drin ist und davon wird man süchtig."

Schon Hildegard von Bingen hat gesagt: "Wer den Mann zu ehelichen Werken anstiften will, der soll mit Bohnenkraut würzen." Zudem stärkt es das Immunsystem und ist gut für die Verdauung, so Iris Lau.

"Früher, wenn die Frauen geheiratet haben, taten sie sich – entweder ins Dekolleté oder unter den Rock – ein Sträußchen Dill ins Brautkleid. Und wenn die dann zum Altar geschritten sind, haben sie gemurmelt: 'Ich habe Senf und Dill, mein Mann muss tun, was ich will!'", erzählt die Rundgangsleiterin.

Dieses zarte Pflänzchen wird auch Hexenkraut genannt: "Eine Frau, die das Hexenkraut an der Kleidung hat, kann sich den Mann raussuchen, den sie gerne hätte", so Iris Lau. Das sollte allerdings auch ohne Kraut klappen! Jedenfalls hat die Pflanze kleine Widerhaken. "Das Hexenkraut riecht nach Körperschweiß und darauf stehen wir angeblich", dafür erntet Iris Lau zweifelnde Blicke in der Runde.

Dem Knoblauch sagt man nach, dass er die Libido und die Potenz steigere. "Den sollten dann aber beide essen!", sagt Iris Lau schmunzelnd. Bärlauch sei besser geeignet, weil man nach dessen Verzehr nicht so rieche: "Aber dessen Zeit ist ja schon vorbei, der blüht im Frühjahr."

Johanniskraut enthält Tannin und das soll gut sein für die Sexualorgane. "Aber Johanniskraut setzt die Wirksamkeit anderer Medikamente herab und das ist vor allem für Frauen wichtig, die die Anti-Babypille nehmen", warnt die Kräuterpädagogin.

"Im Mittelalter waren in den Klöstern aphrodisierende Kräuter verboten. Dort war der Mönchspfeffer beliebt, weil er eine gegenteilige Wirkung haben soll", so Lau. Die Mönche würzten ihre Speisen mit dessen Samen, der tatsächlich aussieht wie Pfeffer. Vor allem aber ist der Mönchspfeffer, der dem Sommerflieder ähnelt, eine Bienen- und Schmetterlingsweide.

Das sind die Blätter des Jiaogulan aus China und Japan, auch "Hundertjährigenkraut" genannt. Sie schmecken ein bisschen nach Lakritz und sollen sehr viele positive Effekte auf die Gesundheit haben. Seine Inhaltsstoffe sollen ausgleichend wirken und sowohl die Leistung als auch die Ausdauer steigern.

"Auch der Studentenblume, der Tagetes, wird eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt", so Lau. Vor allem ist sie jedoch eine Färberpflanze, die auch dem Hühnerfutter beigemengt wird, um das Eidotter gelber zu machen. Zudem dämmen Tagetes Fadenwürmer ein und vertreiben, neben Kohl gepflanzt, die lästigen weißen Fliegen.

"Die Malvenblätter und -blüten sollen das sexuelle Empfinden von Männern steigern und das Mark aus den Stängeln soll das Gleiche bei den Frauen bewirken", sagt Iris Lau. Die jungen Blätter der Wilden Malve kann man in Salate mischen und mit ihren schönen Blüten Desserts dekorieren.

Schon im Spätmittelalter empfahl Hieronymus Bock, einer der sogenannten "Väter der Botanik", die Ringelblume als Bestandteil für Liebesgetränke. Verziert mit ihren hübschen Blüten wird zudem jedes Gericht zur Liebesspeise.

Die Samen der Ballonrebe sind mit ihrer herzförmigen Zeichnung auf schwarzem Grund auf jeden Fall ein schönes Geschenk für den Liebsten oder die Liebste. Die Pflanze wird auch "Herzsame" genannt und stammt aus den Tropen und Subtropen.

Lesetipp:

Natürliche Aphrodisiaka. Naturheilkunde und Heilpflanzenrezepte für die Liebe
Autorin: Gabriela Nedoma
Ulmer Verlag, 2018
29,95 €

Stand: 28.08.2019, 10:03