Honigwein und Honiglikör selber machen

Honigwein und Honiglikör in Kanistern und Flaschen

Honigwein und Honiglikör selber machen

Von Sabine Krüger

Imkern kann mehr sein als Honig: zum Beispiel "Bärenfang" und "Met", also Honiglikör und Honigwein. Beides lässt sich auch zuhause selbst herstellen. Eine Kurz-Anleitung.

Honigwein und Honiglikör selber machen

WDR 4 Drinnen und Draußen | 27.01.2018 | 02:37 Min.

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Selbstgemacht: Honiglikör und Honigwein

"Bärenfang" ist Honiglikör, ein Gemisch aus Honig und hochprozentigem Alkohol. "Met" oder Honigwein ist Wein aus Honig. Wir zeigen, wie man beides herstellt.

WDR 4 Drinnen und Draußen: Honigwein und Honiglikör selber machen

Guido Eich hält seit 44 Jahren Bienen, neun Jahre davon als Berufsimker, und seit 18 Jahren arbeitet er als Bienenzuchtberater. Im Kellereibedarf bekommt man die Geräte, die man für die Met-Herstellung braucht (von links): ein Wecktopf mit Auslaufhahn, ein Gärgefäß, entweder in Form eines Glasballons oder aus Plastik, ein Gärspund, mit dem der Gärbehälter verschlossen wird und ein Handverkorkgerät. Was Guido Eich in der Hand hält, ist ein Füllheber zum Abfüllen.

Guido Eich hält seit 44 Jahren Bienen, neun Jahre davon als Berufsimker, und seit 18 Jahren arbeitet er als Bienenzuchtberater. Im Kellereibedarf bekommt man die Geräte, die man für die Met-Herstellung braucht (von links): ein Wecktopf mit Auslaufhahn, ein Gärgefäß, entweder in Form eines Glasballons oder aus Plastik, ein Gärspund, mit dem der Gärbehälter verschlossen wird und ein Handverkorkgerät. Was Guido Eich in der Hand hält, ist ein Füllheber zum Abfüllen.

Als Bienenzuchtberater hält Guido Eich bundesweit Seminare zur Imkerei, auch Kurse zur Zubereitung von Honigwein und Honiglikör. Dazu bringt er immer Kostproben mit: Im aufrechtstehenden Kanister rechts ist noch nicht abgelagerter Basis-Met, im Glas links daneben trinkfertiger Met. Das dunkle Getränk im liegenden Kanister ist hochprozentiger Bärenfang aus Heidehonig und der Kanister ganz links enthält Likör aus Lindenhonig und Wodka.

Nachweislich entstand der Bärenfang im 15. Jahrhundert in ostpreußischen Haushalten. Der Legende nach haben Bauern mit Bärenfang einen wilden Bären gefangen, vor dem sie sich wegen des Jagdverbots nicht anders schützen konnten. Der Honig lockte ihn an und machte ihn so betrunken, dass sie ihn fortschaffen konnten. Für die Zubereitung des Likörs wird der Honig im Wasserbad auf 25 Grad erwärmt.

Auch der hochprozentige Alkohol (50-70%), hier Wodka, wird auf 25 Grad erwärmt. Am besten im Wasserbad im Wecktopf. Dann kommen Honig und Wodka in gleichen Mengen, hier jeweils 1,4 Liter, in einen großen Topf.

Beides miteinander vermischen, bis sich eine homogene Masse gebildet hat. Guido Eich schwört darauf, mit den (sauberen!) Händen zu arbeiten: "Mit der Hand merkt man am besten, ob alles aufgelöst ist", empfiehlt er. Dann in Glasflaschen abfüllen, würzen und vor dem ersten Verzehr ein Jahr lang lagern. Er würzt seinen Bärenfang mit Stangenzimt, den er mit Nelkengewürz spickt.

Um Honigwein herzustellen, mischt man zwei Teile Wasser mit einem Teil Honig (beispielsweise 20 Liter Wasser mit 10 kg Honig). Kontrollieren kann man das mit einer Kartoffel: "Geht die Kartoffel unter, dann ist noch nicht genügend Honig drin, schwebt sie so, dass die Fläche, die von der Kartoffel rausschaut, so groß ist wie ein 2-Cent-Stück, dann ist das Gemisch genau richtig. Sieht man mehr von ihr, muss noch mehr Wasser dazu."

Oder man misst den Zucker- und Wassergehalt mit einem Hand-Refraktometer. Dazu benetzt man die Messfläche des Geräts mit einem Tropfen des Honig-Wassergemischs und kann dann in mehreren Skalen, zum Beispiel in Grad Oechsle, die Dichte der Flüssigkeit messen.

Dann wird dieses Gemisch bei 70 Grad Celsius pasteurisiert. Aufsteigenden Schaum entfernen; der enthält Naturhefen, die den Geschmack verfremden! Dann Hefenährsalze zugeben. Eine halbe Stunde zuvor hat man etwas Trockenhefe, Guido Eich empfiehlt Champagnerhefe, mit etwas Met-Ansatz bei circa 30 Grad quellen lassen. Die gießt man jetzt in das Gemisch.

Dann füllt man den abgekühlten Met-Ansatz in den Gärbehälter, verschließt ihn mit dem Gärspund und lagert ihn bei Raumtemperatur (20-25 Grad Celsius). Sechs Wochen lang gärt dieser Basis-Met "stürmisch"“, das heißt, er blubbert stark und geht dann in die stille Gärung über. Nach circa einem Jahr dürfte der Gärvorgang abgeschlossen sein. Zum Test eine Flasche davon zwei Wochen lang auf die warme Fensterbank stellen: Wenn nichts mehr blubbert, kann alles in Flaschen abgefüllt werden.  

Die Hobby-Imker Sandra und Dennis Fiolka sind aus dem Kreis Heinsberg zum Seminar in Witten angereist. Sie haben zwar schon öfters für den Privatgebrauch Met und Bärenfang hergestellt, "aber immer nach Gefühl". Gelernt haben sie heute unter anderem, ein Gärprotokoll zu erstellen, in dem sie alle Zutaten, Gewichtsangaben, Temperaturen und Gärzeiten notieren, um nachzuvollziehen, woran es liegt, wenn das Ergebnis anders schmeckt.

Lesetipps

Met. Honigweinbereitung leicht gemacht!
Autor: Karl Stückler
Leopold-Stocker-Verlag, 2017
16,90 €

Stand: 27.01.2018, 00:00