Herbsttipps für den Garten

Töpfe, Blumenzwiebeln, Eimer und Werkzeug auf einem Tisch

Herbsttipps für den Garten

Von Sabine Krüger

Ist bei Ihnen noch alles frisch im Beet? Ansonsten: Teilen, umgestalten, neu pflanzen! Wie's geht, zeigt Gärtnerin Ulla Hannecke im Biogarten der Volkshochschule Düsseldorf.

Herbsttipps für den Garten

WDR 4 Drinnen und Draußen 28.09.2019 02:19 Min. Verfügbar bis 27.09.2020 WDR 4

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Teilen – verjüngen – Zwiebeln setzen

Im Herbst steht die Inventur im Staudenbeet an, um hier und da Korrekturen für den nächsten Sommer vorzunehmen. Nicht vergessen: Blumenzwiebeln setzen für einen bunten Frühling!

Gärtnermeisterin Ulla Hannecke mit Pflanzkelle und Tulpenzwiebel

Ulla Hannecke, Gärtnermeisterin und selbstständige Gartenberaterin, zeigt mit Tulpenzwiebeln und Pflanzkelle, wie man am besten Blumenzwiebeln setzt: "Pflanzloch doppelt so tief ausheben, wie die Blumenzwiebel dick ist, Erde lockern, bei Lehmböden Sand beimischen, bei Sandböden einen Teelöffel Hornspäne, Erde drüber und angießen!" Damit die Pflanzung natürlich aussieht, rät sie, die Zwiebeln hochzuwerfen und da zu vergraben, wo sie hingefallen sind.

Ulla Hannecke, Gärtnermeisterin und selbstständige Gartenberaterin, zeigt mit Tulpenzwiebeln und Pflanzkelle, wie man am besten Blumenzwiebeln setzt: "Pflanzloch doppelt so tief ausheben, wie die Blumenzwiebel dick ist, Erde lockern, bei Lehmböden Sand beimischen, bei Sandböden einen Teelöffel Hornspäne, Erde drüber und angießen!" Damit die Pflanzung natürlich aussieht, rät sie, die Zwiebeln hochzuwerfen und da zu vergraben, wo sie hingefallen sind.

Zwiebelpflanzen eignen sich bestens auch für Pflanzkübel auf Balkon und Terrasse. Die hohe Kunst ist eine sogenannte "Blumenzwiebel-Lasagne", in der verschiedene Zwiebeln in Etagen gesetzt werden, sodass ein besonders üppiges Bild entsteht. Alles, was man dafür braucht, hat die Gärtnerin vorbereitet.

Egal, ob einfach oder auf verschiedenen Ebenen gepflanzt, am Anfang wird immer das Loch im Topf bedeckt. "Es muss nicht unbedingt ein Herzstein sein, aber wenn sich einer findet, umso besser!", scherzt Ulla Hannecke mit den Teilnehmern ihres Herbstkurses im VHS-Biogarten Düsseldorf.

Für einen guten Start in die Blühsaison im nächsten Frühling mischt die Gärtnerin Hornspäne als Langzeitdünger in die Erde.

Damit keine Düngenester entstehen, mit den Händen beides kreuzweise einarbeiten, "wie beim Teigmischen in der Küche", so Hannecke.

Die Blumenzwiebeln kann man locker setzen oder ganz eng, wie hier. Auch bei der Pflanzung im Topf darauf achten, die Zwiebeln mindestens doppelt so tief zu setzen, wie sie dick sind! Danach mit dem Erde-Hornspäne-Gemisch auffüllen.

Jetzt kommt die zweite Schicht drauf, aus locker in den Topf gelegten kleinen Zwiebeln der Wildtulpen. Das Ganze noch mit dem Substrat auffüllen, angießen, fertig!

Dann geht's ans Stauden teilen. Ulla Hannecke hat einen Teil einer ins Kraut geschossenen Taglilie mit dem Spaten abgeteilt und ausgegraben. Diesen Pflanzenteil bricht sie vorsichtig mit den Händen in zwei weitere Teile: "Das ist schonender, als sie durchzuschneiden. Wenn das aber nicht geht, muss eben das Messer ran."

Die Gärtnerin demonstriert eine erfolgreiche schonende Teilung: Es wurden weder die Stängel noch die Rhizome, die unterirdischen Wachstumsorgane, verletzt.

Nach dem Teilen wird das Laub auf eine Handbreit über dem Boden gekürzt. "Das schützt vor Verdunstung und falls man den neuen Teil in einen Topf setzen möchte, kippt er auch nicht so leicht um", so Hannecke. Je nachdem, wie viele neue Pflanzenteile man braucht, werden diese weiter geteilt.

Zum Teilen einer härteren Irispflanze eignet sich am besten ein sehr scharfer, schmaler Spaten. Ulla Hannecke entdeckt im Wurzelballen Reste einer Winde: "In dem Fall spülen Sie die Wurzel mit einem harten Wasserstrahl so ab, dass keine Erde mehr übrig bleibt, sonst verpflanzen Sie das Unkraut mit!"

Die Kursteilnehmer greifen ebenfalls zu den Messern. Hier präsentiert eine Hobbygärtnerin ein geteiltes Salomonsiegel. Das weiße Horn ist das Rhizom, also das unterirdische Wachstumsorgan. Zwischen den Stängeln der Schattenpflanze sind auch Blätter einer Primel zu sehen, die noch abzutrennen wäre.

Zum Schluss macht die Gärtnerin mit den Teilnehmern noch einen Rundgang durch den VHS-Biogarten in Düsseldorf. Dieses Patagonische Eisenkraut blüht noch immer unermüdlich. Bald wird es seine Samen ausstreuen und sich so von Jahr zu Jahr im Garten weiter ausbreiten.

Anstatt sich überraschen zu lassen, wo sich die Einjährigen selbst aussamen, kann man natürlich auch Samen ernten und im nächsten Frühjahr gezielt aussäen. "Da wo sich bei der verblühten Strohblumenblüte der Samen an den Fallschirmchen leicht rausziehen lässt, da ist er reif. Wenn das noch nicht geht, muss man noch etwas warten", erklärt die Kursleiterin.

Der Samen dieser Kornrade ist reif und kann für die nächste Saison gesammelt werden. Die Ernte packt man am besten in Briefumschläge, beschriftet sie mit dem jeweiligen Pflanzennamen und dem Jahr und lagert sie bis zur Aussaat im Frühjahr trocken.

Lesetipps:

Ein Garten ist niemals fertig. Ideen und Erfahrungen aus einem immerblühenden Garten
Autoren: Manfred Lucenz, Klaus Bender
Bassermann Verlag, 2018
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Gemüse und Blumen aus eigenem Saatgut
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Ulmer Verlag, 2017
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Taschenatlas Zwiebel- und Knollenpflanzen
Autor: Frank M. Berger
Ulmer Verlag, 2014
9,90 €

Stand: 23.09.2019, 09:49