Waschbrett, Kaffeemühle, Fleischwolf und Co

Waschbrett, Kaffeemühle, Fleischwolf und Co

So wenig Zeit wie eh und je trotz so vieler Hilfsmittel wie nie zuvor: Von wegen das bisschen Haushalt. Es gibt immer was zu putzen oder zu kochen. Dafür hat jeder unzählige Geräte zu Hause, von hochmodernen Alleskönnern bis hin zu Raritäten von der Oma. Wir zeigen, welche die Nützlichsten sind – und hilfreiche Haushaltstipps gibt’s obendrauf!

Am 21. März ist Welttag der Hauswirtschaft. Er wurde vom internationalen Verband für Hauswirtschaft ausgerufen, um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig hauswirtschaftliches Können im Alltag ist – sei es aus finanzieller, gesundheitlicher oder ganz praktischer Perspektive.

Von wegen „das bisschen Haushalt“

Urte Paaßen ist Hauswirtschaftsmeisterin aus Leidenschaft, liebt die Haushaltsführung und ist seit 2015 Vorsitzende des Landesverbandes hauswirtschaftlicher Berufe NRW. Ihr und anderen Profi-Hauswirtschafterinnen ist es zu verdanken, dass der Blick auf die Hausarbeit professionalisiert wurde – bis hin zum Lehrberuf Hauswirtschafterin.

Von den harten Rahmenbedingungen vor dem industriellen Zeitalter, wo erst gekocht werden konnte, wenn man genug Holz für das Herdfeuer vorbereitet hatte, bis zum Haushaltsmanagement im Zeitalter der Fernbedienungen und Vollautomaten war es ein weiter Weg, den vorwiegend Frauen zu gehen hatten.

Wertschätzung zu bekommen für Arbeiten in der Endlosschleife, die jeden Tag aufs Neue anfallen und verrichtet werden müssen, ist schwieriger als Anerkennung in anderen Berufen. Aber Frauen hätten durch Hausarbeit ihren Teil zum Haushaltseinkommen beigetragen: Ihre Leistung habe darin bestanden, mit dem Geld, was der Familie zur Verfügung stand, gut zu wirtschaften, betont Urte Paaßen.

Von der Kochkiste zum Kochcomputer

Küchenmaschine

Moderne Küchenmaschinen erleichtern den Alltag.

Rund um den Haushalt haben Frauen – oft aus der Not heraus – Kernkompetenzen und Ideen entwickelt, die bis heute gültig sind. Auch Erfindungen gehören dazu. In einem Buch zur Haushaltsführung aus dem Jahre 1923 hat Urte Paaßen die Abbildung einer Vorrichtung gefunden, die früher jede Frau in ihrer Küche gehabt habe – eine Kochkiste. Die Kochkiste sei eine mit Heukissen ausgelegte Holzkiste gewesen, in der man Speisen warmgehalten hat. Wer heute Essen bestelle, kriege es oft in einer Thermobox geliefert – der modernen Form der Kochkiste.

 Jeder habe zu Hause von der Oma noch ein paar Utensilien, die früher gerne genutzt worden seien. Paaßen nutze zum Beispiel immer noch gerne die Kartoffelpresse – etwas Besseres, um Kartoffelbrei oder Spätzle zu machen, gebe es nicht. Ebenso wie der Siebeinsatz zum Dämpfen. Zurzeit seien die Dampfgargeräte große Mode, da sie das Essen schonend und gesund zubereiten helfen. Ein Dampfgerät koste aber mehrere Hundert Euro. Wer Gemüse gesund zubereiten möchte, könne Omas Siebeinsatz dafür verwenden. Es gebe zwar keine Zeitvorwahl, der Effekt sei aber derselbe.

Nützliche Ideen von Urte Paaßen für den Haushalt

  • Biegsame Schneidebretter verhindern, dass die geschnittenen Zutaten beim Einfüllen daneben fallen.
  • Wer Obst und Gemüse nur im unreifen Zustand kaufen musste, kann dem Reifeprozess mit einem Apfel nachhelfen. Sie setzten Ethylen frei, das die Reife von Obst beschleunigt.
  • Wer nicht möchte, dass bereits reifes Obst und Gemüse welk wird, sollte das Gegenteil tun – keine Äpfel in die Nähe legen. Auf Ethylen reagieren z.B. auch diese Gemüsesorten: Auberginen, Brokkoli, Gurken, Möhren, Pilze, Spargel, Eissalat, Kartoffeln.
  • Wer einen frischen Salat zubereitet, sollte ihn nie in der Schüssel salzen oder mit Dressing anrichten. Salatblätter und Gurken würden dadurch schnell schal. Lieber Salz und Dressing extra servieren. Dadurch bleibe der Salat länger knackig.

Reinigungsmittel

Knapp 170 Euro geben die Deutschen dafür pro Jahr aus. Entsprechend üppig sieht dann das Regal mit Reinigungsmitteln aus: Für jede Oberfläche und jedes Material gibt es ein Mittelchen. Was brauchen wir davon wirklich bzw. mit welchen Mitteln allein würden wir denn auch zurechtkommen, wenn wir nicht so viel Geld ausgeben möchten?  

Tipps von Urte Paaßen fürs Putzen und Aufräumen

  • fünf Reinigungsmittel reichen, um das Zuhause in Ordnung zu bringen und zu halten: Allzweckreiniger, Sauerreiniger, Spülmittel, WC-Reiniger, Scheuermilch oder Wiener Kalk.
  • Beim Staubwischen gilt eine einfache Regel: Immer von oben nach unten. Das spart Mühe und Zeit.
  • Viele finden es lästig, beim Staubwischen die Wischtücher ständig auszuwaschen. Um ein großes Regal abzustauben, muss man oft mehrere Male das Tuch auswaschen – ein Zeitfresser. Mit einer speziellen Tuchfalttechnik, mit der man ein Wischtuch mehrere Male benutzt, geht es einfacher.
  • Um den Fußboden schnell und gut zu wischen, wendet Paaßen eine einfache Wischtechnik in Achterschleifen an.
  • Eine geniale Erfindung gegen Schmutz und Flecken sind Schmutzradierer – besondere Schwämme, mit denen man Schmutzrückstände „wegradieren“ könne, z. B. Schuhabrieb auf dem Fußboden. Man bräuchte keine weiteren Putzmittel.
  • Stahlwolle sei eine praktische Sache: besonders gut zu gebrauchen zum Beispiel fürs Auto. Mit ein bisschen Wasser lässt sich damit sogar getrockneter Vogelkot von der Fensterscheibe schnell und gut entfernen.

Tipps für Wäschepflege

  • Tomaten oder Grasflecken auf weißen Stoffen sind hartnäckig und schwer wegzubekommen. Besonders im Sommer gibt es einen simplen Trick: Die Flecken mit Wasser auswaschen und in die Sonne legen. Die Stoffe würden von natürlicher Kraft geblichen – und die Flecken seien weg, sagt Urte Paaßen.
  • Bei Blutflecken könne man zum Beispiel einfach Salzwasser verwenden, bei Rostflecken funktioniere heißer Zitronensaft.
  • Wer Zeit beim Bügeln sparen wolle, sortiere zuerst die Wäsche nach Bügeltemperatur für Stoffe. Mit niedriger Temperatur beginnen und zur hohen aufsteigen. Das Bügeleisen müsse dann nicht zwischendurch schnell aufheizen und dann wieder abkühlen.

Stand: 21.03.2017, 06:00