Handwerker-Stichprobe: Wasserspeicher

Handwerker-Stichprobe: Wasserspeicher

Von Marco Jankowski

Trinkwasserspeicher im Haus sind in regelmäßigen Abständen zu warten. Doch solche Wartungen werden oft ignoriert. In unserer Handwerker-Stichprobe haben wir drei Installateursbetriebe mit versteckter Kamera bei der Wartung beobachtet.

Die Magnesiumschutzanode, gerade bei den weit verbreiteten stahlemaillierten Wasserspeichern ein elementares Bauteil, sorgt für Korrosionsschutz im Speicher. Über die Jahre wird diese Anode allerdings "aufgebraucht". Umgangssprachlich heißt sie daher auch "Opferanode". Je nach Modell und Situation vor Ort empfiehlt sich eine Erneuerung der Anode alle 5-8 Jahre. Da die Notwendigkeit hier von einigen Faktoren abhängt, ist es im Rahmen einer Wartung daher auch zwingend vorgeschrieben, die Anode auszuschrauben und zu prüfen.

Das macht die Schutzanode aber auch zu einem sehr hilfreichen Indikator für den Kunden: Baut Ihr Wartungstechniker die Anode im Rahmen der Wartung nicht aus, ist das im Grunde genommen schon ein schlechtes Zeichen für seine Arbeit. Spricht er sie nicht einmal an, d.h. erkundigt er sich nicht einmal, ob und wann die Anode das letzte Mal getauscht wurde, ist das definitiv ein schwerer fachlicher Fehler und leider ein klares Zeichen für einen Monteur, der seinen Job nicht richtig macht. Hier gilt es, nachzuhaken, den Handwerker darauf anzusprechen – oder sich im Zweifelsfall gleich einen neuen Wartungspartner zu suchen.

Handwerkerstichprobe Wasserspeicher

Denn: Leider ist das "Übersehen" der Schutzanode bei manchen schwarzen Schafen im Installateursgewerk nicht nur eine Sache der Bequemlichkeit (das Ausbauen der Anode kostet Zeit und erfordert nachher wieder einen sorgfältigen Einbau), sondern gezielte Masche. Verliert die Anode mit den Jahren ihre Wirksamkeit, beginnt der Speicher, lange vor dem Ende seiner "natürlichen Lebenserwartung", von innen zu rosten – langfristig kommt es zu Lecks und damit oft zum Totalschaden. Und dem Kunden in der Not dann einen neuen Wasserspeicher zu verkaufen, ist natürlich ein lukratives Geschäft…

Wartung nur von Spezialisten durchführen lassen

Auf den Markt für Installateursarbeiten drängen leider auch viele nicht-qualifizierte Betriebe. Hier gilt es, sich als Kunde schon im Vorfeld  schlau zu machen. Gerade sogenannte "Hausmeisterservices" oder "24h-Allround-Handwerker" machen gerne mal einen schnellen Euro mit Wartungen, die eigentlich keine sind. Denn: Beispielsweise an Geräten mit Gasbrenner (wie in unserem Test) dürfen nur konzessionierte Fachbetriebe für Gasinstallationen heran. Elementar für die Wartung ist die Prüfung und Messung – wird die nicht fachgerecht durchgeführt, ist der Wasserspeicher äußerlich zwar blitzblank, im Inneren aber werden schnell Schäden übersehen, die sich langfristig teuer bemerkbar machen.

Stand: 18.04.2017, 11:45