Gräser zurückschneiden – so geht's!

Peter Janke schneidet ein Riesenfedergras zurück

Gräser zurückschneiden – so geht's!

Von Sabine Krüger

Im Winter sind Gräser die Stars im Garten. Aber bald brauchen die Frühblüher Platz. Gartendesigner Peter Janke in Hilden erklärt, wann welches Gras wie zurückgeschnitten wird.

Gräser zurückschneiden – so geht's!

WDR 4 Drinnen und Draußen 16.02.2019 02:24 Min. WDR 4

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Gräserrückschnitt – jedes zu seiner Zeit

Auch wenn Gräser keinesfalls im Herbst zurückgeschnitten werden sollten, weil sie den Garten im Winter zieren: Ab jetzt bis April sollte man sie stutzen. Wir haben die Details.

WDR 4 Drinnen und Draußen: Gräser zurückschneiden – so geht's!

Und gleich vorweg die Ausnahme: Manche Gräser wollen gar nicht geschnitten werden, sondern nur gekämmt, wie hier das äußerst zarte Federgras. "Wenn man sie schneidet, können sie faulen", erklärt Gartengestalter Peter Janke in seinem Garten "Hortus" in Hilden. Stattdessen werden sie mit einer Harke "gekämmt". Wenn gröbere Halme stehen bleiben, zupft man sie nachträglich aus.

Und gleich vorweg die Ausnahme: Manche Gräser wollen gar nicht geschnitten werden, sondern nur gekämmt, wie hier das äußerst zarte Federgras. "Wenn man sie schneidet, können sie faulen", erklärt Gartengestalter Peter Janke in seinem Garten "Hortus" in Hilden. Stattdessen werden sie mit einer Harke "gekämmt". Wenn gröbere Halme stehen bleiben, zupft man sie nachträglich aus.

Hier sieht man, wie gut das mit der Harke klappt. Am besten funktioniert das, genauso wie der Gräserschnitt, in Trockenphasen. "Das ist eine große Hilfe für die Pflanze, wenn sie das ganze braune verrottende Material nicht mehr in der Mitte des Horstes hat. Das ist wie beim Friseur, nur dass ich nicht die ausgekämmten Haare hier liegen habe, sondern das abgestorbene Material aus dem letzten Jahr", schmunzelt Peter Janke.

Den nächsten Friseurtermin hat die Gräsergruppe mit dem Pampasgras und  dem rechts danebenstehenden Riesenfedergras. Hier sieht man den Vergleich vor und nach dem Schnitt. Beim Pampasgras hat der Gartengestalter jetzt nur die umgeknickten Halme entfernt. Das Riesenfedergras wurde zu einer buchsbaumähnlichen Halbkugel gestutzt.

Damit man nicht sieht, dass umgeknickte Halme entfernt worden sind, hat Peter Janke die Astschere so tief unten wie möglich angesetzt.

"Riesenfedergräser sind halbimmergrüne Gräser, die wollen gar nicht bis zum Boden zurückgeschnitten werden", so Janke, "um die Hälfte kürzen lautet die Faustregel." Und zwar entsprechend der natürlichen Wuchsform dieses Grases in einer halbkugeligen Form mit der Hand-Heckenschere.

Gräser, die komplett oberirdisch absterben, wie die Rutenhirse, schneidet man sehr tief runter. Bei einer jungen Pflanze, wie dieser hier, die ein Jahr alt ist, bleiben nach dem Rückschnitt mit der Rosenschere gerade mal ein bis zwei Zentimeter stehen. "Je älter die Pflanze wird, desto höher wird der Rückschnitt und der orientiert sich am Vegetationspunkt, also der Stelle, aus dem die neuen Halme wachsen. Wo es hart wird, muss ich aufhören zu schneiden", erklärt der Profi.

Gänzlich braun ist auch das Federborstengras: "Man kann also auch hier alles runterschneiden bis zum Vegetationspunkt." Beim Runterschneiden wird deutlich, dass dieses Gras so alt ist, dass es inzwischen in der Mitte hohl ist. Peter Janke wird es in drei Teile teilen. Damit verjüngt und vermehrt er die Pflanze gleichzeitig.

Und so hat der Profi geschnitten: "Dieses Exemplar des Federborstengrases ist zwar breit, aber nicht besonders groß. Das schneide ich persönlich mit einer Motor-Heckenschere herunter, man könnte es aber auch mit der Hand-Heckenschere schneiden." Umweltfreundlicher in Sachen Abgase und Lärm ist natürlich der Schnitt von Hand. Der dauert zwar ein bisschen länger, ist aber für einen kleineren Garten zu empfehlen.

Nein, hier geht's nicht ums Kuscheln mit Gräsern, sondern um effizientes Arbeiten. Indem er das Chinaschilf mit einem Expander wie zu einer Getreide-Ähre zusammenbindet, erspart sich der Gräserfreund das mühsame Aufsammeln der Schnittreste nach dem Schnitt.

Auch dem Chinaschilf rückt der Profi wieder mit der Motor-Heckenschere zu Leibe. Und nach getaner Arbeit lädt er einfach die Gräser-Ähre in der Schubkarre ab. Die Schnittabfälle verwendet Peter Janke übrigens zum Mulchen des Kiesgartens, was vor allem in so heißen Sommern wie dem letzten wichtig ist, weil es die Feuchtigkeit im Boden hält.

Gräser, die auf keinen Fall jetzt geschnitten werden sollten, sind diese Seggen, lateinisch: Carex. Peter Janke demonstriert lediglich, wie er es im April machen wird. "Das Carex wächst im Horst, weshalb man es am besten mit der Hand zu einem Schopf zusammenhält und dann ist es nur ein Schnitt mit der Rosenschere. Die verbliebenen Halme fallen dann wieder wunderbar auseinander", erklärt der Gräser-Experte.

Auch dieses schöne übermannshohe Chinaschilf, an dem die Regentropfen hängen wie Diamanten, darf noch bis April stehen bleiben. Peter Janke nennt seine Regel zum richtigen Schnittzeitpunkt im Rheinland: "Die ganz braun gewordenen Gräser schneide ich manchmal schon Anfang Februar zurück, die halbimmergrünen dann etwa vier Wochen später und die ganz grün gebliebenen, wie Carex zum Beispiel, erst im April." Wenn ein Gras allerdings einen sprießenden Frühblüher bedrängt, dann schneidet Peter Janke es auf alle Fälle zurück.

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Stand: 16.02.2019, 00:00