Der Gartenteich im Frühjahr

Der Gartenteich im VHS-Biogarten in Düsseldorf

Der Gartenteich im Frühjahr

Von Sabine Krüger

Braunes Pflanzenmaterial ist zurückgeschnitten, Algen-Wildwuchs entfernt und die Wasserqualität stimmt? Dann können neue Pflanzen in den Teich gesetzt werden. Wir zeigen wie.

Der Gartenteich im Frühjahr

WDR 4 Drinnen und Draußen 11.05.2019 02:20 Min. Verfügbar bis 10.05.2020 WDR 4

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Kräfteschonende Teichbepflanzung

Große Teiche mit glitschiger Folie zu pflegen, ist nicht einfach. Das Pflanzen in Körben erleichtert die Arbeit und ermöglicht es, den Teich jahreszeitlich umzugestalten.

Marianne Radtke

Marianne Radtke hat 40 Jahre Teicherfahrung und gibt diese auf ihrem Natursteinhof in Langenfeld sowie in Kursen der Volkshochschule Düsseldorf weiter, wie hier am Teich des Düsseldorfer Biogartens. Nach dem Start in die Gartenteichsaison mit Wassertest und Reduzieren des Algenaufkommens, geht es im Frühjahrskurs hauptsächlich ums Neupflanzen.

Marianne Radtke hat 40 Jahre Teicherfahrung und gibt diese auf ihrem Natursteinhof in Langenfeld sowie in Kursen der Volkshochschule Düsseldorf weiter, wie hier am Teich des Düsseldorfer Biogartens. Nach dem Start in die Gartenteichsaison mit Wassertest und Reduzieren des Algenaufkommens, geht es im Frühjahrskurs hauptsächlich ums Neupflanzen.

Im sehr natürlich gestalteten Teich im VHS-Biogarten mit Wasserzulauf über einen kleinen Bach tummeln sich Molche, Wasserfrösche, Wasserläufer. Bienen trinken am Ufer. Reiher schauen genauso vorbei wie eine Teichralle und Stockenten. "Die gründeln zwar, aber in unserem großen Teich dürfen die das", sagt Gisela Redemann, Mitgründerin des Biogartens. Allerdings sind Enten Überträger der Zerkarien-Dermatitis, eines unangenehmen Hautausschlags, weshalb Marianne Radtke rät, sie zu verjagen, beispielsweise mit aufgehängten glitzernden CDs.

An der tiefsten Stelle misst der Teich 1 Meter 20. Die Sumpfzone geht von null bis 40 cm, die Flachwasserzone von 40 bis 60 cm und der Rest ist Tiefwasserzone. Der Teich wurde vor circa sieben Jahren neu angelegt, weil eine Seerose den vorigen komplett zugewachsen hatte. Alle Pflanzen wurden direkt in den Teich gesetzt. Am Saum wachsen zum Beispiel Minze und verschiedene Binsen.

"Teiche ohne Fische brauchen weder Pumpe noch Filter", erklärt Marianne Radtke. Den Job, das Gewässer mit Sauerstoff zu versorgen, sollten die Pflanzen übernehmen. "Ich empfehle vier bis fünf Stück pro Quadratmeter Oberfläche." Von der Wasserpest rät sie aber ab: "Die vermehrt sich so rasant, dass sie auf Schloss Moyland beispielsweise mit Mähbooten gegen sie vorgehen müssen. Nehmen Sie stattdessen Hornkraut, das keine Wurzeln macht." Das Hornkraut im Foto ist zwar braun, aber nicht tot: "Das ist die Winterform, im Frühjahr treibt es neu grün aus."

Die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) blüht von April bis Mai goldgelb und fühlt sich am Ufersaum wohl und, wie der Name schon sagt, in der Sumpf- und Flachwasserzone bis zehn Zentimeter Wasserstand. Sie wird 30 bis 40 cm hoch, liebt es sonnig bis halbschattig und ist bienenfreundlich.

Auch der Fieber- oder Bitterklee (Menyanthes trifoliata) blüht gerade und zwar in weißen Sternchen. Er verträgt sogar einen Wasserstand bis 30 cm und zeigt seine Blüten bis in den Juni hinein. "Das ist eine alte Heilpflanze, die gegen Fieber eingesetzt wurde. Und der Tee aus den Blättern schmeckt bitter, daher der Name", erklärt Marianne Radtke.

Hier ist vorne im Bild die Krebsschere (Stratiotes aloides) zu sehen, eine einheimische Schwimmpflanze, die temperaturabhängig ist: "Bei Kälte verziehen sich diese Pflanzen in die Tiefe und bei schönem Wetter tauchen sie wieder auf", so die Teich-Fachfrau. Dahinter sind die imposanten Blätter einer sehr schönen alten Seerose zu sehen. "Sie wächst wild im Teichschlamm. Um die rauszuholen, bräuchte man einen Traktor", erklärt Marianne Radtke.

Das ist das Problem, wenn Teichpflanzen direkt in das Gewässer gepflanzt werden. "Die stärkeren verdrängen die schwächeren und alles wächst wild ineinander, was die Pflege erschwert", meint Marianne Radtke. Daher pflanzt sie in Körben, die allerdings aus Plastik sind. Als erstes kommt in den Korb ein Gewebe, das verhindert, dass die Teicherde ausgewaschen wird. Darin werden die Pflanzen mit der Erde gesetzt.

Im nächsten Schritt wird das überstehende Gewebe vom Korbrand gelöst und über den Pflanzen zusammengeschlagen, sodass nur noch die Stängel aus dem Korb schauen, die Erde aber bedeckt ist. Zuletzt noch den Korb mit Lava oder Schamotte auffüllen. Fertig ist der Pflanzkorb mit Froschlöffel, Tausendblatt und Binse.

Chamäleonpflanze, auch Bunter Eidechsenschwanz genannt (Houttuynia cordata), Blutweiderich (Lythrum salicaria) und das Weiße Vergissmeinnicht (Myosotis palustris "Alba") können in den Ufer- und Sumpfbereich gepflanzt werden. Der Blutweiderich blüht von Mai bis September in purpurfarbenen Ähren.

Weiße Blumenbinse (Butomus umbellatus), Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Breitblättriges Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia) und Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica) gehören in die Sumpf- und Flachwasserzone. Das Feine Tausendblatt (Myriophyllum propinum) in der Mitte ist ein Grenzgänger zur Tiefwasserzone und wächst in Wasserständen zwischen 15 und 50 Zentimeter.

Richtig tief gepflanzt werden dieses Tausendblatt (Myriophyllum) und die Seekanne: bis 80 Zentimeter Wassertiefe. Für eine gesunde Teichbiologie sollte im Frühjahr die Teichoberfläche zu 40 bis 50 Prozent bewachsen sein. Marianne Radtke nennt, neben der leichteren Pflege, einen weiteren Vorteil der Bepflanzung in Körben: "Ist die Sumpfdotterblütenzeit vorbei, schieben Sie diesen Korb beiseite und holen sich einen ins Blickfeld mit einer Pflanze, die dann blüht."

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Stand: 11.05.2019, 00:00