Es rieselt das Herbstlaub - Wer muss es wegräumen?

Es rieselt das Herbstlaub - Wer muss es wegräumen?

Von Annika Krooß

Die bunten Blätter im Herbst sind schön, aber in Nachbars Garten und auf Gehwegen sorgt das Laub oft für Ärger. Die Blätter müssen also weg. Doch wer muss das wann und wie oft erledigen?

Wer muss fegen?

Es ist inzwischen üblich, dass viele Städte und Gemeinden die Räum- und Streupflicht im Winter auf die Grundstückseigentümer abwälzen. Einige Kommunen gehen aber noch weiter und übertragen auch die Reinigungspflicht auf die Anwohner. Grundstücksbesitzer müssen also zum Beispiel im Herbst den Gehweg vor ihrem Haus von herabgefallenen Blättern befreien. Das gilt auch dann, wenn das Laub von Bäumen stammt, die eigentlich der Kommune gehören.

Eigentümer oder Mieter?

Handelt es sich um ein Mietshaus, kann der Eigentümer die Räumpflicht auf seine Mieter übertragen. Das muss allerdings vorab im Mietvertrag geregelt werden, ähnlich wie beim Schnee schippen im Winter. Gibt es mehrere Mieter, wechseln die sich in der Regel ab. Der Hauseigentümer/Vermieter muss dabei allerdings sicherstellen, dass seine Mieter körperlich in der Lage sind diese Aufgabe zu erfüllen. Ist ein Mieter beispielsweise zu gebrechlich, um noch den Besen oder die Schneeschippe in die Hand zu nehmen und resultiert daraus die Schädigung einer Person, ist der Hauseigentümer/Vermieter zum Schadensersatz verpflichtet. Der Hauseigentümer/Vermieter kann für den Reinigungs-/Räumdienst aber auch ein professionelles Unternehmen beauftragen und die Kosten dafür auf die Mieter umlegen (Nebenkosten).

Schönes, aber lästiges Herbstlaub

WDR 2 Servicezeit | 29.09.2017 | 03:37 Min.

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Wann und wie oft?

Im Herbst sind die Räumpflichten des Grundstückeigentümers/des Mieters nicht so umfangreich wie im Winter bei Schnee und Eis. Nicht jedes Laubblatt muss sofort weggefegt werden. Die vorgeschriebene Räumungszeit liegt zwischen 7 und 20 Uhr, am Wochenende ab 9 Uhr.

Bei Unfall Schadensersatz?

Stürzt ein Passant, weil unter dem Laub auf dem Gehsteig ein Hindernis verborgen war, hat er weder Schadensersatzansprüche noch Anspruch auf Schmerzensgeld. Das begründen mehrere Richter in ihren Urteilen damit, dass ein durchschnittlich sorgfältiger Verkehrsteilnehmer wisse, dass sich unter laubbedeckten Stellen Hindernisse in Form von Löchern, Stufen oder Ähnlichem befinden können.

Herbstlaub auf Straße in Wuppertal

Das Laub des Nachbarn?

Grundsätzlich handelt es sich bei Laubfall um eine hinzunehmende Natureinwirkung. Fällt das Laub vom Baum in den Garten des Nachbarn, ist dieser für die Entsorgung zuständig. Zwar gibt es eine so genannte Laub-Rente, einen finanziellen Ausgleich, doch die Hürde für diesen Anspruch ist sehr hoch. Es muss durch das Laub eine wesentliche Beeinträchtigung des Grundstückes vorliegen, die über das übliche örtliche Maß hinausgeht. Wer in einer baumreichen Gegend wohnt, muss erhebliche fremde Laubmengen in seinem Garten akzeptieren.

Wohin mit dem Laub?
Kleinere Mengen passen in die Biotonne. Größere Mengen müssen eingesammelt und in einem Sack zu einer Sammelstelle (Deponie oder Wertstoffhof) gebracht werden. Manche Abfallbetriebe bieten auch eine kostenlose Grüngutabholung an. Laub kann aber auch im eigenen Garten kompostiert werden. Einen Komposthaufen darf grundsätzlich jeder in seinem Garten anlegen. Es ist aber darauf zu achten, dass die Nachbarn nicht durch den Geruch gestört werden und dass kein Ungeziefer angelockt wird.  
Laub einfach im Wald zu verstreuen, ist nicht erlaubt. Da droht ein Bußgeld. Das Verbrennen von Gartenabfällen ist zum Teil erlaubt. Das hat jede Stadt und jede Gemeinde für sich selbst geregelt. Vorher in jedem Fall nachfragen!

Häcksler und Laubsauger?
Besonders laute, motorisierte Gartengeräte wie Häcksler, Laubsauger, Laubbläser, Grastrimmer und Graskantenschneider dürfen in Wohngegenden nur zu bestimmten Zeiten verwendet werden: Werktags von 9-13 Uhr und von 15-17 Uhr. Eine Ausnahme gibt es für die im Verhältnis leisen Geräte, die das EU-Umweltzeichen haben. Diese dürfen auch montags-samstags von 7-20 Uhr benutzt werden.
Jede Kommune kann zusätzliche Ruhezeiten festlegen (wie z.B. Mittagsruhe von 12-15 Uhr). Bei einem Verstoß droht ein hohes Bußgeld.

Äpfel und Birnen vom Nachbarn?
So wie das Laub, das in den Garten des Nachbarn fällt, sind auch Äpfel und Birnen, die dort landen nun Nachbars Angelegenheit. Sie gehören demjenigen, auf dessen Grundstück sie liegen. Das gilt aber nur für die Äpfel und Birnen, die heruntergefallen sind. Hängen sie noch an den Zweigen, gehören sie dem Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Obstbaum steht. Man darf also z.B. Äpfel, die noch am Zweig hängen, nicht einfach pflücken, ohne den Nachbarn vorher zu fragen. Der Nachbar dagegen darf zum Apfelpflücken zwar über den Zaun langen, aber nicht das Nachbargrundstück betreten.

Stand: 29.09.2017, 11:00