Endlich Frühling – Es blüht wieder!

WDR 4 Drinnen und Draußen: Endlich Frühling - Es blüht wieder!

Endlich Frühling – Es blüht wieder!

Von Sabine Krüger

2019 war der Frühling besonders früh dran, aber er hat weit mehr zu bieten als nur Krokusse: ein Rundgang durch die bunte Frühjahrspracht im Botanischen Garten Wuppertal.

Endlich Frühling – Es blüht wieder!

WDR 4 Drinnen und Draußen 23.03.2019 02:19 Min. Verfügbar bis 22.03.2020 WDR 4

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Bunte Blütenteppiche

Wer sich im Frühjahr an überbordender Blütenpracht freuen möchte, muss im Herbst Zwiebeln setzen und darf im Sommer nicht zu früh mähen. Tipps von Gärtnermeister Dirk Derhof.

Gärtnermeister Dirk Derhof vor einem blühenden Strauch

"Dieses Jahr kam das Frühjahr sehr früh, aber es gibt immer noch ein paar Krokusse zu sehen", beruhigt Gärtnermeister Dirk Derhof die Rundgangsteilnehmer, die trotz Regens und Sturms in den Botanischen Garten Wuppertal gekommen sind. Die Frühjahrsführungen leitet er besonders gerne, weil er bekennender Zwiebelpflanzen-Fan ist. Aber frühjahrsblühende Sträucher würdigt er natürlich auch.

"Dieses Jahr kam das Frühjahr sehr früh, aber es gibt immer noch ein paar Krokusse zu sehen", beruhigt Gärtnermeister Dirk Derhof die Rundgangsteilnehmer, die trotz Regens und Sturms in den Botanischen Garten Wuppertal gekommen sind. Die Frühjahrsführungen leitet er besonders gerne, weil er bekennender Zwiebelpflanzen-Fan ist. Aber frühjahrsblühende Sträucher würdigt er natürlich auch.

So wie die gelb-blühende japanische Schweifähre, die ihrem Namen alle Ehre macht. Wie wichtig Frühblüher für Insekten sind, demonstrierte eine Hummel, die selbst bei diesem stürmisch-regnerischen Wetter unterwegs war. "Im Garten liebt die Schweifähre besonders Plätze an der Hauswand, wo sie zusätzliche Wärme abbekommt. Wie bei vielen anderen Sträuchern, die früh im Jahr blühen, zeigen sich auch bei ihr zuerst die Blüten und später die Blätter", erklärt Derhof.

In einem ähnlichen Gelbton und nicht minder üppig blüht jetzt die Scheinhasel.

Mit Blick auf die Blütenform unverkennbar: der Lerchensporn. Man findet ihn weiß- und dunkelrosa-blühend auch in unseren Wäldern. Der Staudenexperte Richard Hansen (1912-2001) empfahl, Lerchensporne mit Hosta zu kombinieren, weil Letztere dann treiben, wenn Erstere einziehen. Allerdings kann der verbreitungsfreudige Lerchensporn im Staudenbeet schnell zur Plage werden.

Auch der Frühlingsstern beginnt jetzt zu blühen. Im Botanischen Garten Wuppertal ist der ganze Hang damit übersät. Die schmalen frischgrünen Blätter und die zarten weißen Blüten wirken sehr elegant. Er fühlt sich in leichtem, durchlässigem, nährstoffreichem Boden wohl, nicht zu feucht und im Sommer trocken. Der Frühlingsstern eignet sich auch als Topfpflanze und Schnittblume.

Behaarte Stängel und behaartes Laub der Kuhschellen fangen die Regentropfen ein. "Bei jedem Wetter kann man Schätze im Garten entdecken. Man muss nur die Augen öffnen für die kleinen Pflanzen am Boden. Kuhschellen brauchen leicht kalkigen Boden, also nicht den eher lehmigen, den wir hier in Wuppertal oft haben", so Derhof.

Auch das Gedenkemein bildet jetzt seine rosa und hellblauen Blüten aus. Es ist verwandt mit dem Vergiss-mein-nicht. Vermehren lässt es sich über Ausläufer, Triebstecklinge oder Teilung und es liebt Halb- oder Vollschatten. Schnecken mögen das Gedenkemein in der Regel nicht. Kombinieren lässt es sich zum Beispiel mit Hirschzungenfarn, Wiesenraute, Seggen und der Elfenblume.

Und so schön sieht die Elfenblume aus: "Wenn es windet, was man heute gut sehen kann, eben wie tanzende Elfen", schmunzelt Dirk Derhof. "Man kann die Blüten allerdings jetzt nur deswegen so gut sehen, weil wir das Laub hier zurückgeschnitten haben. Sonst wären viele von Ihnen darunter versteckt".

Geradezu übersät sind die Wiesen im Botanischen Garten Wuppertal vom Schneeglanz oder auch Schneestolz. "Wenn man den einmal im Garten hat, dann kriegt man ihn nicht mehr raus. Wir haben schon einmal versucht, ihn aus einem Beet rauszuholen, aber dadurch verbreitet man ihn nur stärker. Aber er sieht ja auch sehr hübsch aus", findet der Gärtnermeister.

Die Blütezeit des Wild-Alpenveilchens neigt sich schon dem Ende zu. "Sie entwickeln sich aus Samen, die entweder an Ort und Stelle ausfallen oder von Ameisen durch den Garten getragen werden. Die Samen haben ein kleines Zuckeranhängsel, das den Ameisen schmeckt. Und so ziehen sie sich dann durch den ganzen Garten", erläutert Derhof die trickreiche Verbreitungstaktik der zarten Pflanze.

"Narzissen kann man immer wieder an dieselbe Stelle pflanzen, das ist gar kein Problem. Bei Tulpen funktioniert das nicht so gut, die blühen dann meistens im nächsten Jahr nicht mehr", so Derhof. "Wer Narzissen setzen möchte, sollte beim Kauf auf den Zusatz achten ‚zum Verwildern geeignet‘. Diese Arten und Sorten kommen dann jedes Jahr wieder und verbreiten sich wunderbar".

Da den ganzen Frühling über immer wieder andere Zwiebelpflanzen blühen, bietet der Botanische Garten Wuppertal noch weitere Rundgänge zum Thema an. Zudem gibt es landesweit in zahlreichen Gärten und Parks die Möglichkeit, sich fachkundig durch die Frühjahrspracht führen zu lassen. Die Termine sind im Beitrag zu dieser Fotostrecke zusammengestellt.

Lesetipps

Ein Garten ist niemals fertig
Autoren: Manfred Lucenz, Klaus Bender
Bassermann Verlag, 2018
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Zwiebelblumen. Ganzjährig Beete gestalten
Autorin: Elisabeth Schmid
Franckh-Kosmos-Verlag, 2015
7,95€

Stand: 23.03.2019, 00:00