Versicherungsschutz bei Einbruch

Versicherungsschutz bei Einbruch

Von Nina Magoley

  • Nur wenige Einbrüche werden aufgeklärt
  • Hausratversicherung übernimmt den Schaden
  • Wertgegenstände im Vorfeld dokumentieren

Zuständig bei Wohnungseinbruch ist in der Regel die Hausratversicherung: Haben die Diebe Möbel, Fernseher, Schmuck oder Computer mitgehen lassen, sollte der Versicherer für Ersatz aufkommen - sofern eine Hausratversicherung abgeschlossen wurde. Ersetzt wird normalerweise zum heutigen Wiederbeschaffungswert - von Möbeln über Kleidung, Teppiche, Geschirr bis hin zu Elektrogeräten.

Versicherungsagenten beschreiben den Umfang der Hausratversicherung gerne so: Angenommen, ein Riese würde dem Haus das Dach abnehmen und es auf den Kopf stellen. Alles, was dann herausfällt, ist durch die Hausratversicherung abgedeckt.

Mitversichert sind auch Gegenstände aus Garage oder Keller, also etwa Rasenmäher oder Werkzeuge. Auch Reparaturkosten für beim Einbruch beschädigte Türen und Fenster werden übernommen. Damit die Versicherung im Ernstfall aber auch tatsächlich für all das aufkommt, gilt es, schon vorab einige Dinge zu beachten.

Wichtig: Gute Dokumentation der Wertgegenstände

Um im Schadensfall gut gewappnet zu sein, sollte man nach Abschluss der Hausratversicherung gut dokumentieren, welche wertvollen Gegenstände zum Hausrat gehören, rät Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale NRW. Rechnungen und Einkaufsbelege sollten daher immer aufbewahrt werden. Zusätzlich seien Fotos eine gute Hilfe: Mit der Kamera sämtliche Wertgegenstände - ob Schmuck, Fernseher, Laptop oder Designerlampe - fotografieren.

Weil Einkaufsbelege und Fotos selbst als Dateien beim Einbruch natürlich auch gestohlen werden könnten, empfiehlt Opfermann, die Belege an einem anderen Ort aufzubewahren. Das kann ein Banksafe sein oder die moderne Variante: Man macht von den Papierbelegen Scans und bewahrt sie zusammen mit den Fotos in einer Cloud auf. Wer das nicht möchte, kann sich selber eine E-Mail mit den Dokumenten schicken und sie aufbewahren.

Liste der Wertgegenstände anfertigen

In einer Wertgegenstandsliste sollten zusätzlich alle wichtigen versicherten Dinge aufgelistet sein - gegebenenfalls mit Hersteller- oder Markenangaben und Typbezeichnungen. Im Internet bietet die Polizei eine solche Liste als Formular zum Herunterladen. Aber Achtung: Auch die Liste sollte an einem anderen Ort aufbewahrt werden - um zu vermeiden, dass sie dem Dieb in die Hände fällt und der so erfährt, dass da ja irgendwo noch Omas Ring oder die teure Fotokamera sein muss.

War das Haus gut verschlossen?

Wichtig für den Versicherungsschutz ist allerdings auch die Frage, ob und wie gut die aufgebrochene Wohnung oder das Haus verschlossen war. Stand ein Fenster weit geöffnet oder ließ sich die Haustür einfach aufdrücken, könnte die Versicherung beim Schadenersatz streiken. Musste sich der Einbrecher beispielsweise mit einer Brechstange gewaltsam Zugang verschaffen, steht sie dagegen in der Pflicht, für den Schaden aufzukommen.

Auch wenn der Dieb mit Hilfe eines vorher entwendeten Wohnungs- oder Hausschlüssels einbrechen konnte, muss die Hausratversicherung das gestohlene Eigentum ersetzen. Entscheidend ist, dass dem Versicherungsnehmer keine Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann.

Türschloss muss den Vorgaben der Versicherung entsprechen

Lohnend kann auch ein Blick auf das Wohnungs- oder Haustürschloss sein. Viele Versicherungen setzen hier einen Mindeststandard voraus: In der Regel müssen die Türbeschläge innen verschraubt und der Schließzylinder bündig sein, das Schloss sollte mindestens fünf Stiftzuhaltungen enthalten. Meist wird die Beschaffenheit des Türschlosses bei Abschluss der Versicherung abgefragt.

Um sicher zu gehen, rät die Verbraucherzentrale auch hier, einfach ein Foto des Schlosses an die Versicherung zu schicken, mit dem Zusatz, man gehe davon aus, dass dieses Schloss den Anforderungen der Versicherung entspricht. Wenn dem nicht so ist, muss nachgerüstet werden.

Versicherung nach Umzug noch aktuell?

Bei Mietwohnungen stellt sich immer wieder die Frage, ob die Kosten für ein besseres Schloss dann Sache des Vermieters sind. Zwar sei der für die vertragsgemäße Nutzung der Wohnung verantwortlich, sagt Opfermann von der Verbraucherzentrale NRW, "dennoch hat der Mieter nicht automatisch Anspruch auf Austausch eines Schlosses, nur weil es nicht die Mindestanforderungen seiner Hausratversicherung erfüllt".

Er rät, auch bei einem Umzug an das Türschloss zu denken. Möglicherweise entspricht das Schloss der neuen Wohnung nicht mehr den Mindestanforderungen der Versicherung. Das müsste dann dem Hausratversicherer mitgeteilt werden, um böse Überraschungen nach einem Einbruch zu vermeiden.

Stand: 13.02.2019, 10:59