Jetzt Stauden pflanzen!

Gärtnermeisterin Ulla Hannecke beim Staudenpflanzen

Jetzt Stauden pflanzen!

Von Sabine Krüger

Haben Sie in den Gärtnereien Schlange gestanden für ein paar neue Garten-Schätze? Dann rein mit ihnen in die Erde! Wir zeigen, wie Sie den Pflanzen einen guten Start verschaffen.

Jetzt Stauden pflanzen!

WDR 4 Drinnen und Draußen 02.05.2020 02:20 Min. Verfügbar bis 02.05.2021 WDR 4 Von Sabine Krüger

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So bekommen Stauden einen guten Start

Von Sabine Krüger

Standortgerecht pflanzen, Boden vorbereiten, Beete einebnen, maßvoll düngen und noch mehr: Gärtnermeisterin Ulla Hannecke erklärt, worauf beim Staudenpflanzen zu achten ist.

Gärtnermeisterin Ulla Hannecke beim Staudenpflanzen

Gärtnermeisterin Ulla Hannecke hat das Staudengärtnern in einer Traditionsgärtnerei und bei einem renommierten Gartendesigner gelernt. Sie weiß, dass Stauden zu pflanzen mehr ist, als nur ein paar Blumen in die Erde zu setzen. Für WDR 4 gibt die freiberufliche Gartenberaterin im Düsseldorfer Biogarten eine kleine Lektion in Sachen Staudenpflanzung.

Gärtnermeisterin Ulla Hannecke hat das Staudengärtnern in einer Traditionsgärtnerei und bei einem renommierten Gartendesigner gelernt. Sie weiß, dass Stauden zu pflanzen mehr ist, als nur ein paar Blumen in die Erde zu setzen. Für WDR 4 gibt die freiberufliche Gartenberaterin im Düsseldorfer Biogarten eine kleine Lektion in Sachen Staudenpflanzung.

Zunächst bepflanzt sie ein freies Beet: "Das ist immer wie eine leere Leinwand, die man füllen darf!", freut sie sich. Der Boden dieses Beetes war bereits grob vorbereitet, sodass sie nur noch etwas mit der Grabegabel lockern musste. Jetzt streut sie Dünger breitwürfig aufs Beet: "Ich nehme Hornspäne, es gibt aber auch vegane organische Langzeitdünger, wie Lupinenmehl oder Sojamehl: Nicht zu viel, eine dünne Schicht reicht!", erklärt sie.

Diesen Dünger arbeitet sie mit einem kleinen Vierzahn, auch Krail genannt, oberflächlich in den Boden ein. Dabei ebnet sie auch das Beet ein, damit sich später das Gießwasser gleichmäßig verteilt. Zudem sammelt sie noch letzte Unkräuter, Hölzchen und Steine auf.

Das neue Beet soll später zart weiß-gelb strahlen: Weil einjährige Pflanzen oft länger blühen als wiederkehrende Stauden, hat die Gärtnermeisterin auch eine gelbblühende Dahlie ausgesucht. Zu dieser mächtigen Blüte pflanzt sie als Kontrast mehrere fedrig-leichte weißblühende Prachtkerzen und eine kleine Taglilie. Weißblütige Schönastern ergänzen das Bild. Dazu noch ein gelber Salbei. Und das vergehende Laub der früher blühenden weißen Schwertlilien wird dann von den anderen Pflanzen verdeckt. Das Aufstellen der Töpfe hilft bei der Gestaltung.

Zum Herauslösen der Pflanzen hält sie die Töpfe schräg nach unten, packt den Wurzelballen und klopft mit der anderen Hand von hinten gegen den Topf. "Nur wenn das Wurzelwerk sehr alt und verwachsen aussieht, reiße ich den Ballen etwas an. Das ist bei diesen Pflanzen nicht nötig", sagt Ulla Hannecke.

"Neben einer guten Bodenvorbereitung ist das A & O beim Pflanzen von Stauden, dass man das Pflanzloch tief genug gräbt. Bitte nie eine Pflanze mit Gewalt in die Erde quetschen, das mögen die nicht!", warnt die Gärtnermeisterin. Am effektivsten geht das Graben, indem man die Pflanzkelle verkehrt herum hält. Dann kann man sie wie einen Spaten in die Erde stoßen. Vielleicht nennen Gärtner deshalb die Pflanzkelle auch Handspaten.

Bevor man die Pflanze einsetzt, lockert man unten im Pflanzloch nochmals den Boden. Danach streicht man oben die Erde glatt und drückt die Pflanze mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger nochmals kurz fest: "Aber nur einmal, nicht festbetonieren! Wenn man leicht an der Pflanze zieht, sollte sie verankert bleiben, zieht man fest, sollte sie sich herauslösen lassen. Dafür entwickelt man mit der Zeit ein Gespür", so Hannecke.

Und so sieht die fertige Pflanzung von der anderen Seite aus. Wichtig ist auch, die Abstände einzuhalten, damit die Pflanzen sich nicht gegenseitig Licht, Platz und Nährstoffe nehmen. Zum Schluss muss die Neupflanzung großzügig gewässert werden.

Anstatt hinterher zu wässern, kann man auch vorher die Wurzelballen der Pflanzen eintauchen: "Und zwar so lange, bis keine Bläschen mehr aufsteigen. Dann sind alle Wurzeln erst mal versorgt, bis sie an dem neuen Platz eine Verbindung zum Boden haben, um sich dort das Wasser herauszuziehen", erklärt Ulla Hannecke. In einem Eimer geht es allerdings besser als in der Gießkanne.

"Und anstatt den Dünger oberirdisch einzuarbeiten, kann man ihn auch unten in das Pflanzloch ausbringen. Eine kleine Handvoll Hornspäne reicht vollkommen", demonstriert die Gärtnermeisterin in einem zweiten Beet, in dem sie lediglich die Lücken einer vorhandenen Pflanzung füllt.

Das Purpurglöckchen sitzt fest im Boden. Den hatte die Gärtnermeisterin zuvor zwischen den alten Pflanzen vorsichtig mit einem schmalen Spaten leicht umgegraben und gelockert. Später wird das Purpurglöckchen zart weiß blühen. Es bleibt auch im Winter belaubt, ist also auch dann noch attraktiv. "Und das karamellfarbene Laub dieser Sorte ist besonders schön", findet die Gartenberaterin.

Zwischen Nachtviole, Vergissmeinnicht und Knoblauchrauke hat sie neben den Purpurglöckchen auch noch blaublühende Schönastern gepflanzt. Die blühen im Hochsommer und verlängern somit die Blüte der Herbstastern nach vorne. Die gelben Gemswurze, die sie unter den prächtigen Johannisbeerstrauch gepflanzt hat, blühen jetzt schon in einem warmen Gelb.

"Gemswurze bringen Farbe in den trockenen Schatten, ein Bereich, der im Garten oft als Problemstelle gilt. Das Schöne ist, dass sie mit ihrem Laub schnell einen dichten Teppich machen, also auch Unkraut unterdrücken, und dann nach oben Stängel schieben mit diesen schönen gelben Blüten", so die Empfehlung von Ulla Hannecke.

"Wässern zum Schluss nicht vergessen! Wenn wir allerdings, wie hier, die Pflanzen vorher getaucht haben, geht es auch ohne", meint Ulla Hannecke.

Ulla Hanneckes bevorzugte Gartengeräte fürs Staudenbeet stellen auch nochmals die Arbeitsschritte vor. Von rechts nach links: Boden lockern oder umgraben mit Grabegabel, kleinem oder großem Spaten. Und mit dem Vierzahn oder Krail dann den Dünger einarbeiten und das Beet einebnen: So müssten die Pflanzen einen guten Start haben an ihren neuen Plätzen im Garten!

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Stand: 30.04.2020, 09:47