Rutenhirse – Staude des Jahres 2020

Nahaufnahme des hellgrünen bis burgunderroten Laubs von "Cherokee Chief"

Rutenhirse – Staude des Jahres 2020

Von Sabine Krüger

Rutenhirsen verschönern Balkone, Terrassen, kleine und große Gärten gleichermaßen. Jetzt beginnen die Gräser sich herbstlich zu färben. Zu Recht sind sie "Staude des Jahres".

Rutenhirse – Staude des Jahres 2020

WDR 4 Drinnen und Draußen 03.10.2020 02:20 Min. Verfügbar bis 03.10.2021 WDR 4 Von Sabine Krüger


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Rutenhirse – Gras mit Zukunft

Sie kann mit Dürre und mit Regen: die Rutenhirse, das Gras, das der Bund der Deutschen Staudengärtner zur "Staude des Jahres 2020" gekürt hat. Wir zeigen, was es sonst noch bietet.

Peter Janke präsentiert einen Holzkasten mit Gräsern der Rutenhirsen-Sorte "Buffalo Green"

Gartendesigner Peter Janke hat eine Vorliebe für Gräser. Selbstverständlich ist auch die diesjährige "Staude des Jahres", die Gattung der Rutenhirsen, in seinem Hildener Garten vertreten. Im Holzkasten hat er die Sorte "Buffalo Green" arrangiert: "Dieses frisch-grüne Gras mit der cremefarbenen Blüte wird maximal 1,40 Meter hoch, bei sandigen Böden und im Kasten bleibt es kleiner. Es wächst ganz besonders straff aufrecht und bringt einen wunderschönen Prärieeffekt in den Balkonkasten, auf die Terrasse oder in den Garten. Das funktioniert auf kleinem Raum genauso wie auf großer Fläche."

Gartendesigner Peter Janke hat eine Vorliebe für Gräser. Selbstverständlich ist auch die diesjährige "Staude des Jahres", die Gattung der Rutenhirsen, in seinem Hildener Garten vertreten. Im Holzkasten hat er die Sorte "Buffalo Green" arrangiert: "Dieses frisch-grüne Gras mit der cremefarbenen Blüte wird maximal 1,40 Meter hoch, bei sandigen Böden und im Kasten bleibt es kleiner. Es wächst ganz besonders straff aufrecht und bringt einen wunderschönen Prärieeffekt in den Balkonkasten, auf die Terrasse oder in den Garten. Das funktioniert auf kleinem Raum genauso wie auf großer Fläche."

So unterschiedlich die verschiedenen Sorten der Rutenhirsenart Panicum virgatum sind, eines haben sie alle gemein: Sie sind Sonnenkinder. Und Sonne bekommt die Sorte "Northwind" im Silbergarten von Peter Janke: "Northwind wächst bis 1,80 Meter ganz straff aufrecht. Das Gras steht wie eine Säule im Garten und wenn ich mehrere nebeneinander pflanze, dann habe ich einen gewissen Rhythmus, der ein bisschen Ruhe ins Beet bringt."

Peter Janke liefert auf seiner eigenen Terrasse den Beweis dafür, dass Rutenhirsen auch gut in Kästen wachsen können: "Seit acht Jahren stehen die Gräser, ebenfalls 'Northwind', jetzt schon hier. Die habe ich noch nie geteilt oder umgepflanzt und die sind immer noch zufrieden. Wasser brauchen sie natürlich regelmäßig." Die Kästen auf der Terrasse zeigen, dass sich Rutenhirsen auch gut als Raumteiler und Sichtschutz eignen.

Noch höher, nämlich bis 2,20 Meter, wächst die Sorte "Cloud Nine", ein Gras auf Augenhöhe mit dem 1,92 Meter großen Gartendesigner: "'Cloud Nine' wächst buchstäblich in den neunten Himmel“, lacht er. "Gräser als Sichtschutz finde ich sogar besonders schön, weil sie nicht so starr sind wie Hecken. Man muss allerdings wissen, dass man sie einmal im Jahr, ungefähr Mitte März, komplett runterschneiden muss. Das heißt: Ich habe von Sommer bis Spätwinter Sichtschutz. Dieser Rückschnitt ist auch die einzige Pflege, die Rutenhirsen brauchen."

Und so fügt sich 'Cloud Nine' in die Pflanzung in Peter Jankes Kiesgarten ein: im Vordergrund eine Wolke von weiß blühenden Pracht- oder Präriekerzen (botanisch: Gaura), links daneben hochwachsendes Chinaschilf (botanisch: Miscanthus) mit imposanten Blütenständen, die an cremefarbene Federboas erinnern.

Der Gegenschuss im Gegenlicht offenbart die beginnende Herbstfärbung von "Cloud Nine": ein wunderschön kräftiges Sonnengelb.

Eine Ecke weiter führt Peter Janke vor, was passiert, wenn Rutenhirsen im Schatten stehen: "Auch diese Sorte 'Dallas Blues' sollte eigentlich aufrecht wachsen bis 1,50 Meter hoch, aber weil sie hier nicht genügend Licht bekommt, kümmert sie und legt sich. Als ich sie gepflanzt habe, war das hier ein Sonnenplatz an der Ecke und das Gras bildete einen schönen Abschluss. Aber inzwischen sind die Gehölze daneben gewachsen und verschatten den Platz. Da werde ich umgestalten müssen."

Ganz neu auf dem Markt ist die Sorte "Cherokee Chief". Das Besondere an ihr: das tief-burgunderrote Laub: "Das erinnert schon fast an ein Blutgras, aber mit dieser Rutenhirse habe ich ein rotes Gras, das im Gegensatz zum Blutgras auch wirklich trocken stehen kann", so Peter Janke. Rutenhirsen können sowohl mit Dürre als auch mit starkem Regen, was in Zeiten des Klimawandels mit häufiger auftretenden Wetterextremen ein großer Vorteil ist.

Bei einer Nahaufnahme im Gegenlicht zeigt sich die ganze Farbenpracht von "Cherokee Chief" von hellgrün bis tief-burgunderrot.

Ein kleines Stück entfernt von "Cherokee Chief" steht, höherwachsend, ebenfalls im Staudengarten von Peter Janke, die mit ihr verwandte Sorte "Shenandoah". Auch bei ihr gerät der Gartengestalter ins Schwärmen: "Das ist eine ganz elegante Pflanze mit bläulichem Laub und roten Spitzen. Es wird circa hüfthoch und bleibt bei jedem Wetter stehen. Das ist ganz fantastisch. Selbst im dicksten Gewitter habe ich "Shenandoah" noch nie liegen sehen. Dabei ist es sehr trockenheitsverträglich und ein wahrer Hingucker."

Auch das ist "Shenandoah", von der anderen Seite fotografiert: "Hier sieht man, wie robust Rutenhirse ist. Sie behauptet sich sogar eingezwängt zwischen Eiben-Büschen. Übrigens fühlen sie sich auf fast allen Böden wohl: Rutenhirsen ist es relativ egal, ob der Boden kalkhaltig oder sauer ist und mit schweren Böden kommen sie genauso gut zurecht wie mit sandigen Böden", so Janke.

Betrachtet man "Shenandoah" aus der Nähe, kommen ihre frühe rote Herbstfärbung und die zarten Blüten noch besser zur Geltung. Keine Frage: Gräser bringen Bewegung, Dynamik und Leichtigkeit ins Gartenbild!

Die Namen aller vorgestellten Rutenhirsen-Sorten machen es deutlich: Deren Heimat ist die nordamerikanische Prärie. Das gleiche gilt für die Präriekerzen, die die Allee zu Peter Jankes Garten flankieren. Sie sind zwar keine Gräser, verleihen dem Bild aber mit ihren auf fast unsichtbaren Halmen schwebenden zartweißen Blüten auch flirrende Leichtigkeit. Fast sieht es so aus, als tänzelten hinter den Hecken abertausende von Schmetterlingen.

Lesetipps

Meine Vision wird Garten. Ganzjährig attraktiv – mit nachhaltigen Pflanzkonzepten für jeden Standort
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Becker Joest Volk Verlag, 2012
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Gräser. Faszinierende Leichtigkeit
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DVA, 2015
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Enzyklopädie der Gräser
Autor: Rick Darke
Ulmer Verlag, 2010
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Stand: 30.09.2020, 14:47