Rankhilfen selber machen

Blumendraht wird um genagelte Äste gewickelt

Rankhilfen selber machen

Von Sabine Krüger

Könnten manche Pflanzen in Ihrem Garten eine Stütze gebrauchen? Praktisch und schön sind Rankgerüste aus Weiden. Wir zeigen, wie man eine einfache Rankhilfe selber machen kann.

Rankhilfen selber machen

WDR 4 Drinnen und Draußen 20.03.2021 02:08 Min. Verfügbar bis 20.03.2022 WDR 4 Von Sabine Krüger


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Schnittabfälle zu Rankgerüsten

Von Sabine Krüger

Haben Sie Schnittgut übrig? Wenn die Äste biegsam sind, könnten Sie daraus ein Spalier machen. Weidenzweige eignen sich sehr gut und treiben aus, wenn man sie in die Erde steckt.

Landschaftsarchitektin Yvonne Göckemeyer baut, auf dem Boden kniend, ein Rankgerüst

Landschaftsarchitektin Yvonne Göckemeyer gestaltet naturnahe Gärten. Da liegt es nahe, auch Rankgerüste aus natürlichen Materialien einzusetzen. Noch besser, wenn man sie sogar selbst machen und dabei Schnittabfälle verwenden kann. "Am besten eignet sich die biegsame Weide", empfiehlt sie. Lediglich von einer Weidensorte rät sie ab: "Die Knackweide. Wie der Name schon sagt, bricht die leicht."

Landschaftsarchitektin Yvonne Göckemeyer gestaltet naturnahe Gärten. Da liegt es nahe, auch Rankgerüste aus natürlichen Materialien einzusetzen. Noch besser, wenn man sie sogar selbst machen und dabei Schnittabfälle verwenden kann. "Am besten eignet sich die biegsame Weide", empfiehlt sie. Lediglich von einer Weidensorte rät sie ab: "Die Knackweide. Wie der Name schon sagt, bricht die leicht."

Schritt für Schritt zeigt sie, wie man eine Rankhilfe mit Bogen baut: Als erstes wählt sie die beiden dicksten und längsten Weidenäste als Rahmenhölzer aus. Das Spalier soll ungefähr 50 Zentimeter breit werden, deshalb legt sie sie in diesem Abstand nebeneinander auf den Boden. Die beiden Äste sind ungefähr 2,5 Meter lang.

Auf diese beiden senkrechten Rahmenhölzer werden, auf verschiedenen Höhen, drei weitere Weidenzweige quer draufgenagelt. Dazu verrät sie einen Trick: "Bevor ich die Hölzer aneinander nagele, klopfe ich einmal mit dem Hammer kurz auf die Nagelspitze. Das verhindert, dass der Nagel das Holz spaltet. Das habe ich von einem Schreiner gelernt."

Jetzt kann’s ans Nageln gehen. "Das geht übrigens auch mit einem normalen Hammer. Ich nehme nur den großen Hammer, der eigentlich zum Pflastern gedacht ist, weil ich den gerade hier habe", so Göckemeyer.

Für eine bessere Stabilität hat Yvonne Göckemeyer immer eine Seite der Querstangen von oben und die andere Seite von unten an die Rahmenhölzer genagelt.

Die Nägel fixieren die Querstangen nur. Alleine damit wäre das Gerüst nicht stabil genug. Zusätzlich werden die Äste noch mit Blumendraht umwickelt. Yvonne Göckemeyer schneidet sich Stücke von 30 Zentimeter zurecht. "Ich verwende nicht beschichteten Blumendraht. Der rostet mit der Zeit weg, produziert also keinen Müll."

Wichtig ist, den Blumendraht ganz eng um die Äste zu wickeln: "Weil das geschnittene Holz auch noch schrumpfen wird. Und wenn man das zu locker machen würde, dann hätte das keinerlei Effekt."

"Wie beim Päckchen packen, einmal zur einen Seite überkreuz wickeln…

… und dann diagonal zur anderen Seite", erklärt sie.

"Dann wieder nach unten führen…

… und wenn alles fest ist, oben eng verdrillen."

Und schon geht’s an den oberen Bogen der Rankhilfe. Dazu biegt man die oberen Enden der seitlichen Rahmenhölzer so lange, bis der Bogen die gewünschte Form hat. Als nächstes verdrahtet man ihn in der Mitte und dann an den Seiten.

Weil Yvonne Göckemeyer die Rankhilfe im Garten in den Boden stecken wird und möchte, dass die Weide an möglichst vielen Stellen grün austreibt, hat sie die Seitenäste an den langen Rahmenhölzern dran gelassen. Wenn man das nicht möchte, schneidet man die Seitentriebe ab.    

Zur weiteren Stabilisierung des Bogens bringt sie an der obersten Querstange noch zwei starke Äste an. Sie legt sie mittig an der Querstange an und führt den linken Ast diagonal an den linken unteren Rand des Bogens und den rechten Ast diagonal an den rechten unteren Rand des Bogens: "Wie ein Fächer. Damit ist die Rankhilfe eigentlich schon fertig. Man kann aber auch die unteren Partien noch mit weiteren Hölzern stabilisieren."

Das macht Yvonne Göckemeyer, auch der Gestaltung wegen: "Manche biegen die Hölzer darin zu Herzen oder ähnlichem. Da sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt." Die Landschaftsarchitektin probiert ein bisschen herum, bis sie die Form gefunden hat, die ihr gefällt.

"Die Gestaltung des oberen Teils ist wie ein Spiegelbild des unteren", meint Yvonne Göckemeyer. Man könnte darin auch einen Strauß sehen, der in eine Vase gesteckt wird. Kölner Lokalpatrioten erkennen im unteren Teil die Domspitzen. Fertig ist die Rankhilfe aus Weidenästen!

Die Gartengestalterin ist zufrieden mit ihrem Werk: "Für Stangenbohnen ist es nicht stabil genug, aber ich werde Kapuzinerkresse hochranken lassen oder Schwarzäugige Susanne. Damit die Weide selbst auch austreiben kann, werde ich die Rahmenhölzer in den Boden stecken. Zur Stabilisierung ramme ich daneben jeweils ein Rundholz in den Boden, an dem ich das Rankgerüst mit Draht oder Kordel befestige.

Auf dem Gelände der Gärtnerei Schmidthaus im bergischen Leichlingen stehen viele Weiden, die als Kopfweiden geschnitten werden. "Man kann Rankhilfen aber auch mit dünnen Haselnussruten bauen. Hölzer, die sich nicht so leicht biegen lassen eignen sich immer noch für eckige Rankgerüste. Nehmen Sie einfach das, was Sie haben oder geschenkt bekommen! Vor dem Schneiden bitte aber erst schauen, ob kein Vogelnest im Baum ist!"

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29,90 €

Vogelfutterplätze einfach aus Weiden flechten
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Workshop Korbflechten. Flechtarbeiten für den Garten. Schritt für Schritt selbst gemacht
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Weidengeflechte für Haus und Garten
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Stand: 15.03.2021, 13:16