Himmlische Rosen

Rosenglück – Immer der Nase nach

Himmlische Rosen

Von Sabine Krüger

Die ersten Rosen sind verblüht, aber in Monika Schullers Privatgarten im oberbergischen Morsbach können wir nochmal ins Blütenmeer abtauchen. Über 200 Sorten hat sie gepflanzt.

Himmlische Rosen

WDR 4 Drinnen und Draußen 11.07.2020 02:22 Min. Verfügbar bis 11.07.2021 WDR 4

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Rosenglück – Immer der Nase nach

Man könnte meinen, Dornröschen schlafe im oberbergischen Morsbach. Tatsächlich hütet dort die aufgeweckte 69-jährige Monika Schuller in ihrem Garten ein duftendes Rosen-Paradies.

Monika Schuller schnuppert an den cremefarbenen Blüten der Beetrose ‚Herzogin Christiana‘ aus dem Rosenzüchterbetrieb W. Kordes und Söhne

Monika Schuller wollte eigentlich keine Rosen im Garten, bis ihr eine Freundin eine schenkte. Als die zum ersten Mal blühte und duftete, war es um sie geschehen. Offensichtlich rührte das an eine schöne Kindheitserinnerung: "Ich bin neben einer Gärtnerei aufgewachsen und im Winter durfte ich dort im Gewächshaus an einer Teerose schnuppern. Das war wunderschön!" Umwerfend ist auch der Duft der zartrosa-cremefarben-blühenden Beetrose ‚Herzogin Christiana‘ aus der ‚Parfuma‘-Reihe der Traditions-Rosengärtnerei der Familie Kordes: Ein frischer, zart-süßer Duft von Zitrone und Holunder.

Monika Schuller wollte eigentlich keine Rosen im Garten, bis ihr eine Freundin eine schenkte. Als die zum ersten Mal blühte und duftete, war es um sie geschehen. Offensichtlich rührte das an eine schöne Kindheitserinnerung: "Ich bin neben einer Gärtnerei aufgewachsen und im Winter durfte ich dort im Gewächshaus an einer Teerose schnuppern. Das war wunderschön!" Umwerfend ist auch der Duft der zartrosa-cremefarben-blühenden Beetrose ‚Herzogin Christiana‘ aus der ‚Parfuma‘-Reihe der Traditions-Rosengärtnerei der Familie Kordes: Ein frischer, zart-süßer Duft von Zitrone und Holunder.

Üppig und geordnet-wild wachsen die Rosen in Monika Schullers Garten: Auf 600 Quadratmetern hat sie 200 Sorten gepflanzt und damit mehrere romantische Gartenräume geschaffen. Das hier ist ein Dornröschen-Sitzplatz, umrankt von kleinblütigen Kletterrosen in Karminrosa.

Es ist die Rose der Sorte ‚Super Excelsa‘, die den Sitzplatz so märchenhaft schmückt: "Wenn jemand einen Rosenbogen bepflanzen will mit einer schönen Kletterrose, die lange blüht und unkompliziert ist, wäre ‚Super Excelsa‘ ein Tipp“, meint die Rosenliebhaberin. Diese Sorte trägt auch das ADR-Siegel. ADR steht für "Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung" und zeichnet Rosen als widerstandsfähig aus. ‚Super Excelsa‘ blüht von Juni bis September.

Als habe jemand am Geschenkband gezogen, kräuselt sich hier ein Blütenblatt der Bodendeckerrose ‚Lavender Dream‘: "Als kleine Rose im Vordergrund macht sie sich unheimlich schön zusammen mit Lavendel", so Monika Schuller. Die offenen Blüten locken Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen an.

Die Rose ‚Emanuel‘ ist auch als ‚Crocusrose‘ bekannt. Sie geht auf den berühmten englischen Züchter David Austin zurück. Ihre Markenzeichen sind die großen, rosettenförmigen Blüten in Apricot, die zum Rand hin cremefarben auslaufen. Sie ist besonders hitzeverträglich und ihre Blüten sind regenfest. Zudem verströmt sie einen leichten Teerosen-Duft.

Sie sticht heraus aus dem Blütenmeer von Taglilien, Glocken-Clematis und Rosen am Terrassenhang von Monika Schuller: die dunkel-purpurfarbene ‚Gräfin Diana‘. Wie die ‚Herzogin Christiana‘ ist sie eine Rose aus der ‚Parfuma‘-Reihe der Züchterfamilie Kordes: "Ein schwerer orientalischer Duft", schwärmt die Hobbygärtnerin.

‚Roseraie du Chatelet‘ blüht den ganzen Sommer durch in zartem bis kräftigen Rosé. "Ich habe viele rosafarbene Rosen", gesteht Monika Schuller. Diese hier eignet sich besonders zur Kombination mit Englischen Rosen oder auch mit Storchschnabel: "Der hier blüht in einem ähnlichen Rosa wie die Rose, eine Storchschnabelsorte, die man nicht überall findet."

Die gelbblühende Rose der Sorte ‚Golden Gate‘ lenkt den Blick der Gartenbesucher auf das gelbe Beet in Monika Schullers Garten: "Ich mag auch gelbe Rosen, aber ich möchte sie nicht neben Rosafarbenen stehen haben. Deshalb habe ich hier gelbe, violette, weiße und orangefarben-blühende Rosen und Stauden gepflanzt."

Bis zehn Zentimeter groß werden die Blüten von ‚Aloha‘. Die Kletterrose kann drei Meter hoch und einen Meter breit wachsen, aber auch, wie bei Monika Schuller im gelben Beet, als Solitärrose gepflanzt werden. ‚Aloha‘ kommt auch aus dem Haus Kordes. Sie blüht den ganzen Sommer changierend zwischen Apricot und Rosa.

‚Naheglut‘ ist auch eine Kletterrose. Woher der Name kommt, versteht sich von selbst: "Ich habe wenig dunkelrote Rosen, aber die hier finde ich wunderschön! Was auch so besonders an ihr ist: Sie ist eine langstielige Kletterrose!" ‚Naheglut‘ ist auch unter dem Namen ‚That’s Jazz‘ bekannt.

Auch ‚Kir Royal‘ will hoch hinaus. "Hier muss man genau hinsehen, um die feine dunkelrosa Zeichnung auf den hellrosafarbenen Blütenblättern zu erkennen. Das ist etwas ganz Seltenes", freut sich Schuller, gibt aber zu bedenken: "Für die Hauswand eignet sich die Kletterrose hervorragend, aber für einen Rosenbogen würde ich sie nicht mehr verwenden. Dazu ist sie zu steif."

Die moderne Romantikrose ‚Colette‘ hat stark gefüllte Blüten in Apricot bis Goldbraun. Sie blüht vom Juni bis zum Frost: "Wenn man die verblühten Blätter abknipst, dann kommen neue Knospen. Und sie hat auch einen schönen Duft. Als Strauchrose, die nicht  höher wächst als zwei Meter, kann ich sie unbedingt weiterempfehlen", so die Rosenfreundin.

Ganz klar: ‚Eyes for You‘ schreit nach Aufmerksamkeit mit ihren lilarosa Blüten mit dunkler lila Mitte, den sogenannten Augen. Sie ist eine Kreuzung der persischen Rosen mit unseren heimischen Rosen und dadurch äußerst robust und winterhart. Ihre offenen Blüten sind auch bei Bienen beliebt.

Am Zaun in der hinteren Ecke von Monika Schullers Terrasse klettert die Rose der Sorte ‚Elbflorenz‘ mit einer violetten Clematis um die Wette. Die altrosafarbenblühende Edelrose mag einen solch geschützten Standort, denn ihre Blüten sind weder hitze- noch regenfest. Ansonsten ist sie aber robust und blüht reich von Juni bis September.

Ebenfalls oben an der Terrasse wächst ‚Heidetraum‘. Sie ist wiederum sehr regenfest und hitzeverträglich. Monika Schuller empfiehlt, Rosen zwischen Oktober und März wurzelnackt zu kaufen, entweder online bei den Rosenhändlern direkt oder über die Gärtnerei vor Ort: "Wurzelnackte Rosen kosten zwischen acht und 15 Euro, im Topf mit Erde können sie 30 bis 40 Euro kosten. Wurzelnackten Rosen, die man im Winter pflanzt, gehen zudem eher besser an, weil sie im Frühjahr durchwurzeln können, bevor der trockene Sommer kommt".

Damit Monika Schuller ihre Rosen so richtig genießen kann, pflanzt sie passende Begleitstauden dazu: "In Parks wachsen Rosen zwar oft auch alleine im Beet, aber das finde ich ein bisschen traurig". Sie kombiniert ihre Königinnen mit Königskerzen, Schafgarbe, Löwenmäulchen, Fetthenne oder auch dem Wollziest mit seinem weichen, silbergrauen Laub: "Wollziest und Lavendel geben Rosenbeeten einen schönen mediterranen Touch!"

Die Skulpturen, die in ihrem Garten stehen, macht Monika Schuller auch selbst. Die meisten entstehen in Bildhauerkursen, in denen die pensionierte Grundschullehrerin Stein bearbeitet. Diese lebensecht große Figur hat sie auf einem Gerüst mit Beton aufgebaut. Ihre 69 Jahre sieht man Monika Schuller nicht an: "Garten hält jung!", lacht sie, "und ich mache Pilates, damit ich zur Rosenpflege auf meinem Terrassenhügel rumklettern kann."

Lesetipps

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Autorinnen: Hella Brumme, Eilike Vemmer
Franckh-Kosmos-Verlag, 2020
25 €

Die Rose. Vom Zauber einer Königin

Autor: David Austin
Franckh-Kosmos-Verlag, 2017
24,99 €

Rosen pflegen. Schritt für Schritt zum Rosenparadies

Autorin: Silke Kluth
GU-Verlag, 2016
12,99 €

Rosen schneiden. Schnitt für Schnitt

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Ulmer Verlag, 2016
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Rosen sind Leidenschaft. Die Geheimnisse echter Rosenkenner

Autoren: Ulrike Romeis, Josef Bieker, Marion Lagoda
BLV/GU-Verlag, 2014
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Stand: 09.07.2020, 09:43