Service Garten - späte Rosen und frühe Christrosen im Dezembergarten

Christrose (Helleborus-Hybride)

Service Garten - späte Rosen und frühe Christrosen im Dezembergarten

Das meiste Herbstlaub ist von den Bäumen geweht. Die Gartensaison ist fast zu Ende – aber noch nicht ganz. Auch wenn es in den Beeten nicht mehr so üppig blüht wie im Sommer, gibt es an manchen Stellen einiges zu entdecken.

Blüten
Sieben rosafarbene Blüten leuchten noch am Rosenstämmchen von Helga Görnert. Ihr 800 m² großer Garten hinter dem alten Steigerhaus in der Nähe der Zeche Zollverein in Essen ist das ganze Jahr schön, versichert die 51jährige. Jetzt müsse man aber schon genauer hingucken. Warm eingepackt läuft sie zu einem Strauch, der sich zwischen dicken Farnbüscheln breitmacht. Die Mahonie 'Winter Sun' ist eine Pflanze mit stacheligen Blättern und schwefelgelben Blütenglöckchen. Die leuchten zurzeit durch den ganzen Garten.

Beeren
Aber nicht nur Blühendes ist attraktiv. Auch blattlose Baumkronen können mit ihrem bizarren Astwerk zum Hingucker werden. Bei Helga Görnert ist es ein Apfeldorn mit kleiner Krone und reich verzweigtem Geäst. Die Zweige sind äußerst filigran. Im Frühjahr hat er weiße Blüten. Später bildet er knallrote Früchte. Jetzt fallen die besonders auf, nachdem die Blätter abgefallen sind. Für Vögel sind sie eine der letzten Nahrungsquellen im Garten. Ein paar Schritte weiter wird ein fünf Meter hoher japanischer Ahorn zum feurig lodernden Winterfeuerwerk. Er wächst trichterförmig. Je weiter man nach oben schaut, desto roter werden die Triebe.

Gräser
Dekorativ sind auch Gräser. Bei Helga Görnert wachsen sie überall in den Beeten verteilt in puscheligen Horsten – vom Lampenputzergras über die Rutenhirse bis hin zum Chinaschilf. Gräser sind Pflanzen, die Struktur in den Garten bringen und Blickfänge schaffen. Je nach Sorte färben sie sich gelb, orange oder rot. Vorbei an einer Berberitze mit dornigen, orangeroten Blättern geht es zum Johanniskraut. Der dichtverzweigte Strauch zeigt lachsrote Beeren, die doldenförmig über dunkelgrünem Laub sitzen. Die Beeren sehen auch in adventlichen Gestecken schön aus.

Planung
Natürlich sind viele Stauden in den Beeten längst verwelkt. Zurückgeschnitten wird erst im Frühjahr. Manches wirkt selbst im Vergehen noch schön, meint die Gärtnerin. Beispielsweise die kugeligen Hortensienblüten, die jetzt nicht unbedingt durch ihre braune Farbe, sondern durch ihre Form punkten. Wenn es schneit und sie dann weiß überzuckert sind, sehen sie richtig attraktiv aus. Aber auch das Braune, Morbide hat für Helga Görnert seinen Reiz. Ihr war es von Anfang an wichtig, dass ihr Garten zu allen Jahreszeiten interessant ist. Mit ein wenig Planung und geschickter Pflanzenauswahl, sei das gar nicht so schwer. Das heißt nicht, dass immer alles in voller Blüte stehen muss, sondern dass mal die Blätter wirken, die Herbstfärbung zum Tragen kommt oder immergrüne Pflanzen ihre Stärke zeigen. Als nächstes freut sich die Gärtnerin auf die zarten, schneeweißen Blüten der Christrosen. Blätter und Knospen sind schon zu sehen. Vielleicht öffnen sie sich ja bis Weihnachten, hofft sie.

Offene Gartenpforte
Helga Görnert öffnet ihren Garten jedes Jahr an den 'Tagen der Offenen Gartenpforte' für Besucher. Termine für 2018 verrät sie gern: 0201 – 30 20 849 / Köln-Mindener Str. 286 / 45327 Essen

Autor: Gereon Reymann
Redaktion: Detlef Reepen