Balkonkästen für Mensch und Natur

Die Teilnehmer des Pflanzkurses stehen vor dem Arbeitstisch

Balkonkästen für Mensch und Natur

Von Sabine Krüger

Mit heimischen Wildstauden dauerhaft bepflanzte Balkonkästen sparen Arbeit und Zeit. Zudem freut sich die Insektenwelt über reichlich Nahrung. Ein Kurs der VHS Bergisch Land.

Balkonkästen für Mensch und Natur

WDR 4 Drinnen und Draußen 06.04.2019 02:18 Min. Verfügbar bis 05.04.2020 WDR 4

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Blumenkästen: bienenfreundlich und dauerhaft bepflanzt

Mit der Bepflanzung der Balkonkästen bis zu den Eisheiligen warten sollte nur, wer Exotisches pflanzen will. Robuste heimische Wildstauden können jetzt schon in die Kästen.

Landschaftsarchitektin Yvonne Göckemeyer

Landschaftsarchitektin Yvonne Göckemeyer war jahrelang für die Bepflanzung der Balkonkästen in einem Umweltzentrum zuständig. Ehrensache, dass nur gepflanzt wurde, was auch der Natur nützt. Aber eine dauerhafte Balkonbepflanzung mit heimischen Wildstauden macht auch viel weniger Arbeit. Einmal bepflanzt, hat man viele Jahre was davon. Sand und Kompost sind dafür eine gute Grundlage.

Landschaftsarchitektin Yvonne Göckemeyer war jahrelang für die Bepflanzung der Balkonkästen in einem Umweltzentrum zuständig. Ehrensache, dass nur gepflanzt wurde, was auch der Natur nützt. Aber eine dauerhafte Balkonbepflanzung mit heimischen Wildstauden macht auch viel weniger Arbeit. Einmal bepflanzt, hat man viele Jahre was davon. Sand und Kompost sind dafür eine gute Grundlage.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses in der VHS Bergisch Land, die einen Balkonkasten mit Anstausystem haben, füllen ihn mit der mitgebrachten Komposterde von Yvonne Göckemeyer. Die mit Kästen ohne Anstausystem starten mit einer circa zehn Zentimeter dicken Schicht Sand und packen dann die Komposterde drauf. Alternativ kann man statt Sand auch Blähton-Kügelchen nehmen und ein Filter-Vlies drüber legen, damit sich das Erdreich nicht mit dem Blähton vermischt.

Zum Bepflanzen hat Yvonne Göckemeyer heimische Wildstauden mitgebracht. Für Balkonkästen im (Halb-)schatten (von links): Kriechender Günsel (Ajuga reptans), Goldnessel (Lamium galeobdolon), Zimbelkraut (Cymbalia muralis) und Frauenmantel (Alchemilla vulgaris, nicht im Bild). Alle sind auch Insektenweiden. Der Kriechende Günsel beispielsweise blüht von April bis August dunkelviolett und liefert Wildbienen viel Nektar und auch ein wenig Pollen.

Für Balkonkästen in der Sonne hat die Landschaftsarchitektin dabei (von links): Roter Mauerpfeffer (Sedum spurium), Kuckuckslichtnelke (Silene flos-cuculi), Phlox "White Delight" und verschiedene Storchschnabel-Sorten. Die Storchschnäbel blühen, je nach Sorte, zwischen Mai und November, von blassrosa bis dunkelviolett. Sie bieten Honigbienen, Hummeln und anderen Insekten reichlich Nektar und Pollen. Die Kuckuckslichtnelke blüht von Mai bis Juli dunkelrosa.

Nachdem sie ihre Balkonkästen mit Erde befüllt haben, suchen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer passend zum Standort ihres Balkons Pflanzen aus. Wer übrigens keinen eigenen Kompost hat, kann in der Regel zertifizierten Kompost beim regionalen Abfallentsorger kaufen. Der ist meist günstiger als Kübelpflanzenerde vom Gartencenter.

Anne Röser aus Wermelskirchen bringt Leben in ihren hübschen Terrakotta-Kasten. "Der stand lange leer auf unserer Trockenmauer", sagt sie und freut sich darüber, dass sich in der mitgebrachten Erde von Yvonne Göckemeyer so viele Regenwürmer tummeln. "Ich habe alle von den anderen Kursteilnehmern eingesammelt und in meinen Kasten verfrachtet. Die dürfen zuhause dann gerne auch aus dem Kasten kriechen und sich in meinem Garten verteilen", lacht sie.

Anne Röser (rechts) und Christiane Grünberg (links) sind sich einig: Von bienenfreundlich bepflanzten Balkonkästen haben sowohl der Mensch als auch die Natur etwas. Beide sind stolz auf ihre naturnahen Gärten. Christiane Grünberg hat im Vorgarten und in den Balkonkästen aber noch Platz für weitere Wildstauden und deckt sich aus dem Angebot von Yvonne Göckemeyer gerne ein.

Anne Röser hat in ihren Kasten gepflanzt (von links): die dunkelrosa blühende Kuckuckslichtnelke, den dunkelviolett blühenden Kriechenden Günsel und ganz rechts den ausbreitungsfreudigen Frauenmantel. Der hat wunderschöne runde leicht behaarte Blätter mit Lotuseffekt. Später wachsen aus ihm hohe Blütenstängel mit den Frauenmantel-typischen zarten gelblich-grünen schaumartigen Blüten.

Die Kuckuckslichtnelke und den Kriechenden Günsel hat Christiane Grünberg auch gepflanzt. Dazu hat sie die gelb blühende Goldnessel gesetzt und  den weißen Phlox "White Delight". Die rankenden Pflanzen hat sie nach vorne gesetzt und die eher aufrecht wachsenden nach hinten. Noch braucht es etwas Fantasie, sich den blühenden Kasten vorzustellen, aber schon bald wird er umschwärmt sein von Insekten.

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Stand: 01.04.2019, 14:31