An die Ernte!

Steirischer Öl-Kürbis

An die Ernte!

Von Sabine Krüger

Kennen Sie Yin-und-Yang-Bohnen? Gärtnermeisterin Ulla Hannecke stellt im Botanischen Garten Düsseldorf heimische und exotische Nutzpflanzen vor und gibt Tipps zur Ernte.

An die Ernte!

WDR 4 Drinnen und Draußen | 18.08.2018 | 02:18 Min.

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Endlich Ernte!

Von Sabine Krüger

Gärtnermeisterin Ulla Hannecke zeigt im Botanischen Garten Düsseldorf, von welchen heimischen und exotischen Pflanzen wir jetzt ernten können: Früchte, Samen und Sichtschutz!

An die Ernte!

Gärtnermeisterin Ulla Hannecke berät bei der Gestaltung und Pflege von Gärten. Und im Botanischen Garten Düsseldorf ist sie für die Nutzpflanzen zuständig. Teile der Nutzpflanzenbeete gestaltet sie jedes Jahr neu. Bei ihrem öffentlichen Rundgang zur Erntezeit musste sie feststellen, dass vieles von Besuchern abgeerntet wurde, obwohl das verboten ist. Spätere Besucher möchten auch noch etwas sehen und die Gärtner brauchen Samen, um die Pflanzen zu erhalten und zu vermehren.

Gärtnermeisterin Ulla Hannecke berät bei der Gestaltung und Pflege von Gärten. Und im Botanischen Garten Düsseldorf ist sie für die Nutzpflanzen zuständig. Teile der Nutzpflanzenbeete gestaltet sie jedes Jahr neu. Bei ihrem öffentlichen Rundgang zur Erntezeit musste sie feststellen, dass vieles von Besuchern abgeerntet wurde, obwohl das verboten ist. Spätere Besucher möchten auch noch etwas sehen und die Gärtner brauchen Samen, um die Pflanzen zu erhalten und zu vermehren.

An der tropischen Helmbohne (lat.: Lablab purpureus) hängen aber noch viele ihrer hübschen violetten Bohnenschoten. Essbar sind sie, wenn man sie jung pflückt, die Schoten also noch ganz flach sind. Weil sie einen hohen Phasingehalt haben, sollte man sie gut kochen. Die Samen, die man als Trockenbohnen essen kann, sind ebenfalls sehr schön: schwarz mit einer weißen Naht. "Die Bohne ist zu uns ursprünglich als Zierpflanze gekommen, erst später hat man gemerkt, dass man sie auch essen kann", erklärt Ulla Hannecke.

Noch extravaganter als die Samen der Helmbohne sind diejenigen der Yin-und-Yang-Bohne (lat.: Phaseolus vulgaris Yin-Yang). Sie ähneln tatsächlich dem chinesischen Zeichen für Gegensätze, die sich ergänzen: ein Kreis bestehend aus einem schwarzen Tropfen mit weißem Punkt darin und einem weißen Tropfen mit schwarzem Punkt. Eingeweicht und gekocht kann man sie als Trockenbohne verzehren. Die grün gefärbten Schoten erntet man ebenfalls jung.

Mit ihrer knallgelben Frucht punktet diese Zitronen-Chili (lat.: Capsicum baccatum Lemon Drop). Ihre unreifen Früchte sind grün. Über die Schärfe von Paprika- und Chilipflanzen gibt ihr Scoville-Grad Auskunft. Tabasco-Soße misst bis zu 5.000 Scoville, diese Zitronen-Chili bis zu 50.000! "Ich bitte Sie also, nicht unbedarft reinzubeißen!", schmunzelt die Gärtnerin. "Man kann wohl auch süchtig werden nach Schärfe, weil sie im menschlichen Körper Endorphine ausschütten soll".

Schön gemustert ist auch dieser Steirische Öl-Kürbis. "Aus ihm wird das bekannte Kürbiskernöl gewonnen, weil diese Sorte darauf gezüchtet wurde, Samen ohne Haut zu entwickeln. So spart man sich das Schälen vor der Pressung", erklärt Ulla Hannecke. "Man kann aber auch den Kürbis selbst essen. Dazu müsste man ihn jetzt pflücken, solange er noch grün glänzt. Sobald er sich orange-beige verfärbt hat, ist es zu spät".

Das sind die Samen der alten Salatsorte Forellenschluss, ein knackiger Romanasalat mit interessanten roten Sprenkeln auf den Blättern. Im Botanischen Garten Düsseldorf darf der Salat blühen, damit er Samen entwickeln und so weiter vermehrt werden kann. "Salatsamen muss man im nächsten Jahr aussäen, später sind sie nicht mehr keimfähig. Und wenn Sie Platz im Kühlschrank haben, lagern Sie ihre Samen nach dem Trocknen dort", rät die Gärtnerin.

Sogenanntes Superfood wächst auch im Botanischen Garten Düsseldorf. Links ist der hängende Garten-Fuchsschwanz abgebildet (lat.: Amaranthus caudatus) und rechts der aufrecht wachsende Amaranthus paniculatus. "Vom Caudatus kann man nur die Samenkörner nutzen, zum Beispiel als knackige Zutat ins Müsli, vom Paniculatus kann man zusätzlich die jungen Blätter ernten und wie Spinat kochen. Beim Amaranth muss man genau auf die Sorte achten, manche sind ausschließliche Zierpflanzen, die gar nicht essbar sind", so Ulla Hannecke.

Die Inkagurke (lat.: Cyclanthera pedata) aus den Anden ist sehr gesund, weil cholesterinsenkend. "Die Inkas selbst haben vor der Blüte die Blatttriebe geerntet und gekocht. Die Früchte muss man ganz jung ernten und sie sollen ein sehr wirksames Diätmittel sein", erzählt die Gärtnerin, der die Früchte allerdings nicht schmecken. Aber sie schätzt die Pflanze sehr als schnellwachsenden Sichtschutz.

Dieses Zimt-Basilikum ist der Renner bei den Insekten. "Beim Basilikum erntet man die Blätter morgens, aber das Saatgut besser mittags. Im Winter kann man nämlich Speisen, die man sonst mit den Blättern würzen würde, mit den Samen würzen. Diese wieder erst auf Papier trocknen lassen und dann in Gläsern lagern", empfiehlt Hannecke.

"Um die Artischocke zum Kochen zu ernten, ist es schon zu spät. Das macht man, solange die Früchte noch ganz geschlossen sind. Sobald sie anfangen sich aufzublättern, ist es vorbei", so die Gärtnerin. In dem Fall ernten wir einfach Schönheit für den Garten. Und die Insekten werden in den imposanten Blüten auch fündig.

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Stand: 18.08.2018, 00:00