Alpenveilchen und Aronstab

Alpenveilchen und Aronstab

Alpenveilchen und Aronstab

Von Sabine Krüger

Sie mögen keine Alpenveilchen? Dann kennen Sie nicht die zarten Wildarten, die jetzt im Garten blühen! Und erst die Blattzeichnungen: Da kann nur der Aronstab mithalten.

Alpenveilchen und Aronstab

WDR 4 Drinnen und Draußen | 24.02.2018 | 02:19 Min.

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Blattwunder und Blütenzauber

Wer für Schönheit in die Hocke geht, den belohnen Alpenveilchen und Aronstäbe mit fantastischen Blattformen, -Farben und -Zeichnungen. Und kleine Blüten erwärmen das Herz.

Alpenveilchen und Aronstab

Der Garten des renommierten Gartengestalters Peter Janke in Hilden ist zu jeder Jahreszeit interessant. Jetzt im Vorfrühling ziehen in seinem Wiesenrondell die Borken verschiedener Hartriegel in Orange-, Gelb- und Grüntönen alle Blicke auf sich. Das begeistert auch die Gruppe der Stiftung Zukunft NRW, die Janke durch seinen Garten führt. Der Gartendesigner bildet im Rahmen des Exzellenzprogramms der Stiftung gärtnerischen Nachwuchs aus.

Der Garten des renommierten Gartengestalters Peter Janke in Hilden ist zu jeder Jahreszeit interessant. Jetzt im Vorfrühling ziehen in seinem Wiesenrondell die Borken verschiedener Hartriegel in Orange-, Gelb- und Grüntönen alle Blicke auf sich. Das begeistert auch die Gruppe der Stiftung Zukunft NRW, die Janke durch seinen Garten führt. Der Gartendesigner bildet im Rahmen des Exzellenzprogramms der Stiftung gärtnerischen Nachwuchs aus.

Senkt man den Blick, strahlen unten am Boden zwischen den Hartriegeln knallig pinkfarbene Punkte durch. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sie sich als Wild-Alpenveilchen (lat.: Cyclamen). Sie sind noch kleiner als Schneeglöckchen, trotzen aber genauso tapfer der Kälte. Sowohl das jetzt blühende Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum) als auch das im Herbst blühende Efeublättrige Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) halten Temperaturen von bis zu minus 20 oder gar 25 Grad Celsius aus.

Peter Janke empfiehlt, die Knollen etwa drei bis acht Zentimeter tief in den Boden zu stecken. Auch die Alpenveilchen-Arten, die jetzt nicht blühen, bereichern den Vorfrühlings-Garten. Und zwar mit ihren interessanten Blattzeichnungen. Der Pflanzensammler liest die schönsten Exemplare aus und vermehrt sie über die Samen. So entstehen unzählige Unikate, die sich teilweise zwar gleichen mögen, aber nie genau identisch sind.

Die auffällige Zeichnung in der Blattmitte tragen aber auch diese Exemplare des Vorfrühlings-Alpenveilchens. Sie sieht aus wie ein Ahornblatt oder, wie Peter Janke formuliert, "wie ein Tannenbäumchen". Alpenveilchen wollen, wie die meisten anderen Winter- und Vorfrühlingsblüher in Ruhe gelassen werden. Dann bilden sie ganz von selbst mit den Jahren große Teppiche und setzen sich sogar gegen das Wurzelwerk von Bambus oder Eiben durch.

Rechts das Efeublättrige Alpenveilchen "Tilebarn Shirley" hat eine hellgrüne Mitte und einen etwa ebenso breiten dunkelgrünen Rand. Bei der Pflanze links daneben nimmt die helle Mitte einen viel größeren Raum ein, gesäumt von einem nur schmalen dunkelgrünen Rand. Beides hat seinen Reiz. Und die Vielfalt in Peter Jankes Garten ist schwindelerregend.

Hier harmonieren weiße Schneeglöckchen mit der weißen Zeichnung der dunkelgrünen Alpenveilchen-Blätter, dazwischen abgefallenes Buchen- und Eichenlaub. "Für mich ist das Schönste, wenn ein Winterblüher durch das Falllaub aus dem letzten Jahr wachsen darf. Es bekommt der Pflanze auch viel besser. Auf schwarzem, geharkten Boden wirken diese Pflanzen unnatürlich", meint der Gartendesigner.

"Das ist hier die hohe Kunst der Blattzeichnung mit einem Ring aus Dunkelgrün, umgeben von silbrig-meergrünen Bereichen und noch einer dunklen Außenseite, in spektakulär großen, langgezogenen Blättern – wunderbar!“, schwärmt Peter Janke. Dieses eher helle Alpenveilchen-Blatt steht im starken Kontrast zum Pflanzpartner daneben: dem schwarzen Schlangenbart. Diese aparte Staude trägt derzeit teilweise auch glänzend-schwarze Beeren.

Kalt wie Eis behauptet sich dagegen das Blattwerk dieses Alpenveilchens im Vorfrühlings-Garten: sozusagen die Eisprinzessin im Beet. Neben Schneeglöckchen und Schlangenbart bieten sich als Pflanzpartner für Alpenveilchen auch die Zaubernuss oder die Duftblüte an, die bunten Blätter der Purpurglöckchen, Lenzrosen oder auch schlicht ein Moosteppich. Solche natürlichen Gartenbilder sind typisch für Peter Janke, der in der Gartenszene dem "New German Style" zugerechnet wird, also dem "Neuen Deutschen Stil".

Die tiefpinkfarbene Blüte dieses Vorfrühlings-Alpenveilchens liefert gleich selbst einen interessanten Kontrast zu den silbrig weiß überzogenen Blättern, diesmal aber in der runden Form. Peter Janke hat eine Schwäche für Blüten in kräftigen Farben, die hinter flirrenden Strukturen vorleuchten. Sei es den bunten Hartriegeln oder auch zarten Gräsern, wie beispielsweise dem Waldmarbel.

Mit interessanten Blattformen warten im Garten des Gestalters derzeit die Aronstab-Gewächse auf (lat.: Arum). Im linken Bild sieht man eindeutig deren charakteristische Pfeilform. Manche Arten kommen ganz ohne Musterung aus. Andere, wie die rechts im Bild, sind sehr dezent gezeichnet. Hier mit kleinen weißlichen Flecken, die fast aussehen wie Regentropfen.

Die hier abgebildeten Aronstab-Blätter fallen zunächst durch ihre Größe auf. Zusammen mit der goldgelben Äderung und dem leicht gewellten Rand sind sie absolute Hingucker in Peter Jankes Waldgarten. Was die Funkien im Herbst sind, sind die Aronstäbe im Vorfrühling: bezaubernder Blattschmuck! Im Sommer tragen Aronstäbe meist kleine, eher unscheinbare Blüten, im Herbst dafür aber wieder knallorangefarbene Fruchtstände.

Dieses Vorfrühlings-Alpenveilchen trägt zwar den Sortennamen "Album", also "Weiß" auf Deutsch, ist aber an der Basis der Blüte tief brombeerfarben. "Es gibt nur ein rein weißes Vorfrühlings-Alpenveilchen und das ist die Sorte 'Golan Heights'. Wie der Name sagt, kommt es aus den Golanhöhen", so Janke. Er hat auch davon eine Pflanze, aber diese blüht noch nicht.

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Stand: 24.02.2018, 00:00