Tageslichtwecker im Test

Mehrere Uhren sind hintereinander und übereinander angeordnet

Tageslichtwecker im Test

Von Nick von Przewoski

  • Tageslichtwecker simulieren den Sonnenaufgang im Schlafzimmer
  • Licht hemmt Müdigkeitshormon Melatonin
  • Tageslichtwecker nicht für jede Schlafmütze sinnvoll

"Mehr Energie für den ganzen Tag" und "Aufwachen, so sanft wie möglich" sind Slogans, mit denen die Firmen für ihre Tageslichtwecker werben. Anstatt mit Klängen aus dem Radio oder Handy, wird man durch Licht aus dem Schlaf geholt. Das soll dem natürlichen Aufwachen möglichst nahe kommen, zu Zeiten als die Menschen noch keine Rollläden und Wecker hatten und sich nach dem Sonnenrhythmus gerichtet haben.

Licht hemmt Schlafhormon

Die Tageslichtwecker beginnen 30 Minuten vor der eigentlichen Aufsteh-Zeit zu leuchten. Kontinuierlich nimmt die Lichtstärke zu. Das soll den Sonnenaufgang im Schlafzimmer simulieren. Allerdings besteht deshalb auch die Gefahr, dass man bereits nach wenigen Minuten aufwacht. Die Idee dahinter ist, dass man dann zur gewünschten Aufsteh-Zeit hellwach ist und in den Tag starten kann.
Hinter dem Prinzip steckt eine einfache biologische Erklärung. Wenn es dunkel ist, schüttet der Körper das Schlafhormon Melatonin aus. Sobald es heller wird, wird die Produktion gehemmt und man wacht auf.

Schichtarbeiter sollten keinen Tageslichtwecker nutzen

Schlafforscher würden den Tageslichtwecker jedoch nicht jedem empfehlen. "Menschen, die sowieso Schlafdefizite haben und jede Sekunde Schlaf brauchen, sollten die Finger davon lassen", rät Dr. Lennart Knaack vom Kölner Zentrum für Schlafmedizin Intersom. Ebenfalls ungeeignet sind Tageslichtwecker für Menschen, die früher als ihr Partner aufstehen müssen. Denn das Licht des Weckers lässt sich kaum steuern, deshalb wird bei jeder Person im Raum die Produktion des Schlafhormons gestoppt.

Programmierter Sonnenaufgang im Schlafzimmer

WDR 2 Servicezeit 14.01.2019 02:59 Min. Verfügbar bis 07.01.2020 WDR 2

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Tageslichtwecker gut für Eltern

Sinnvoll sind solche Wecker allerdings für Leute, die unmittelbar nach dem Aufstehen Stress haben, beispielsweise für Eltern, die ihre Kinder aus dem Bett holen müssen, damit sie zur Schule gehen. Außerdem können sie eine gute Alternative für Menschen sein, die genügend Schlaf haben und immer zur gleichen Uhrzeit aufstehen müssen.

Schlafzimmer muss ausreichend verdunkelt sein

Aber Achtung: Der Wecker funktioniert nur unter Ideal-Bedingungen gut.  Ist das Schlafzimmer im Frühling oder Sommer nicht ausreichend verdunkelt und wird es hell, bevor der Wecker zu leuchten beginnt, ist er sinnlos.
Preislich liegen solche Tageslichtwecker zwischen 30 und 100 Euro. Wer mehr investieren will, bekommt einen Wecker, der verschiedene Natur-Töne zur Weckzeit spielen kann. Da man allerdings sowieso schon vorher wach ist, lohnen sich solche Investitionen kaum.

Stand: 14.01.2019, 11:30