Coffee-to-go: Milliarden Wegwerfbecher im Müll

Einweg-Kaffeebecher stapeln sich auf einem vollen Mülleimer.

Coffee-to-go: Milliarden Wegwerfbecher im Müll

Von Nina Magoley

  • Müllflut durch Kaffee im Wegwerfbecher
  • Neue Studie des Umweltbundesamts mit Zahlen
  • Initiativen dagegen wachsen

2,8 Milliarden Heißgetränke werden jedes Jahr in Deutschland in Einwegbechern ausgeschenkt – davon rund 1,2 Milliarden für den Kaffee "to go". Das ergibt 28.000 Tonnen Abfall pro Jahr. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Umweltbundesamt am Dienstag (21.05.2019) veröffentlicht hat.

Reduzieren ließe sich diese Müllflut, wenn Kaffee zum Mitnehmen häufiger in Mehrwegbechern verkauft würde. Zum Beispiel, indem der Kunde einmalig einen eigenen Kunststoffbecher kauft, den er jedes Mal wieder mitbringt. Alternativ bieten einige Kaffeeverkaufsstellen Mehrwegbecher gegen Pfand an.

Pappbecher im Rinnstein

Einwegbecher im Müll: 28.000 Tonnen jährlich

Doch freiwillig machen gerade die größeren Anbieter das meist nicht –zu dem Schluss kommt die Studie. Die Autoren fordern daher verpflichtende Abgaben auf Deckel und Einwegbecher und die Einführung eines überregionalen Pfandsystems.

Kaffeetrinker zunehmend kritisch

Es gebe aber auch gute Nachrichten, sagt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH): Offenbar wächst die Entschlossenheit bei Verbrauchern, ihren Kaffee nicht mehr aus Wegwerfbechern trinken zu wollen. Kleinere Cafés, Bäckereien, aber auch einige Tankstellen bieten daher zunehmend Mehrwegbecher an. Auch Startups, die Pfandsysteme dafür entwickeln, seien mittlerweile erfolgreich, auch in NRW.

So beliefert die süddeutsche Firma "Recup" schon 2.400 Cafés, Tankstellen und Bäckereien in Deutschland, viele davon in NRW. Für einen Euro Pfand bekommt man den Kaffee auf die Hand im stabilen Kunststoffbecher, der deutschlandweit bei allen teilnehmenden Anbietern wieder abgegeben werden kann - ähnlich, wie Pfandflaschen für Getränke.

Auch das in Düsseldorf gegründete System "Cupforcup" findet zunehmend Kooperationspartner in NRW und darüber hinaus aus. Die gelben Cupforcup-Becher gibt es sogar schon in einigen Berufsschulen, in Unternehmenskantinen, im Studentencafé der Uni Duisburg-Essen oder in der Cafeteria der Koelnmesse.

Starbucks: Rabatt für Kaffee im eigenen Becher

Ein Stapel Kaffee-Pfandtassen im Vordergrund und eine Cafe-Mitarbeiterin im Hintergrund

Gelbe Pfandbecher für Kaffee

Allerdings seien es bisher überwiegend "die Kleinen", die mitmachen, sagt Fischer, "die großen ziehen nicht mit". Was viele gar nicht wissen: Die Kaffee-Kette Starbucks bietet sogar 30 Cent Rabatt auf jeden Filterkaffee im mitgebrachten Becher, "doch das wird in den Filialen selbst kaum beworben", sagt Fischer. In der Regel erfahre der Kunde nicht von diesem Angebot. Auch in den Bordbistros der Deutschen Bahn gebe es Rabatt für Kaffee im Mehrwegbecher, jedoch meist ohne, dass der Kunder darauf hingewiesen würde.

Solche Aktionen seien nicht mehr als "ein Feigenblatt", kritisiert Fischer. Die DUH fordere daher eine Mehrweg-Quote für Kaffeeverkaufsstellen.

Stand: 21.05.2019, 11:30