Rosenkohl und Maronen untereinander

Rosenkohl und Maronen untereinander

Stand: 22.11.2022, 00:00 Uhr

Rosenkohl kann sehr delikat schmecken, wenn er mit süßlichen Beigaben verfeinert wird. WDR 4-Köchin Ulla Scholz hat einem rheinischen Rosenkohlgericht, das sie von ihrer Großmutter kennt, ein kleines Update verpasst.

Von Ulla Scholz

Rosenkohl und Maronen untereinander

WDR 4 Ullas Lieblingsrezepte 22.11.2022 05:08 Min. Verfügbar bis 20.02.2023 WDR 4 Von Ulla Scholz


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Zutaten

Gebratener Rosenkohl

750 g Rosenkohl
2 – 3 EL Essig
3 EL Öl
mildes Paprikapulver
Salz
Pfeffer

Maronenragout

200 g Maronen (vorgekocht und vakuumiert)
200 g Sellerie
1 – 2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
200 ml Sahne
40 g Butter zum Anbraten
Geriebene Muskatnuss
1 – 2 TL brauner Zucker
Salz
Pfeffer

Zubereitung

Rosenkohl und Maronen untereinander

Den Rosenkohl vor dem Braten blanchieren

Den Rosenkohl putzen und halbieren. In einen Topf Wasser füllen, Salz und Essig zugeben und zum Kochen bringen. Den Rosenkohl circa fünf Minuten blanchieren, abschütten und in kaltem Wasser abschrecken. Auf einem Sieb gut abtropfen lassen und zur Seite stellen.

Für das Maronenragout die Zwiebeln und den Knoblauch schälen, dann fein würfeln. Sellerie putzen und in ½ Zentimeter große Würfel teilen. In einem passenden Topf die Butter schmelzen, darin Zwiebeln und Knoblauch anbraten. Die Selleriewürfel zugeben, alles mit ein wenig Zucker bestreuen und das Gemüse leicht karamellisieren lassen. Die Sahne angießen und die Maronen hineingeben. Mit Salz, Muskat und Pfeffer würzen und so lange köcheln lassen, bis die Sauce leicht cremig ist.

Die Rosenkohlröschen in einem sauberen Küchenhandtuch trocken tupfen und in Pflanzenöl oder Butterfett kräftig anbraten. Salzen, mit Paprika bestreuen und nach Gusto mit Pfeffer oder Chiliflöckchen schärfen.

Anrichten

Den gebratenen Rosenkohl mit dem Maronenragout mischen, in eine Schüssel füllen oder auf Tellern verteilen. Wer mag, kann das Gericht mit frischer Petersilie bestreuen.

Meine Küchentipps

Der Einkauf

Rosenkohl kostete diese Woche im Supermarkt 1,99 Euro für 750 g. Das Stück Sellerie berechne ich mit 1,00 Euro. Zwiebeln und Knoblauch mit 0,30 Euro, Gewürze 0,30 Euro, Butter und Öl mit 0,50 Euro, Sahne mit 0,80 Euro. Mit Abstand am teuersten sind die vorgekochten Maronen, wo die 200 g für 1,99 Euro nicht unbedingt preiswert sind. Dafür: Arbeitsersparnis versus frische Maronen: Das Kilo liegt bei 6,00 Euro.

Pro Portion bei 2,30 Euro

Auf die Zubereitung kommt es an

Kohl schmeckt besonders mild, wenn er nach dem ersten Frosteinbruch geerntet wird. Rosenkohl gerät weniger muffig, wenn das Gemüse nur kurz gart und nicht verkocht wird. Muffiger Kohlgeruch, der bei der Zubereitung entsteht, lässt sich durch die Zugabe von etwas Essig im Kochwasser lindern.

Schnell, schneller am schnellsten

Das Gericht kann nach Belieben abgewandelt werden. Sie können zum Beispiel auf Tiefkühlgemüse zurückgreifen. Das muss nicht geputzt und blanchiert werden, sondern nur noch in der Pfanne gebraten werden. Darauf achten, dass das Gemüse nach dem Auftauen gut abgetropft und trocken getupft wird – so brät der Rosenkohl besser.

Billiger mit frischen Maronen?

Rosenkohl und Maronen untereinander

Frische Maronen sind preiswerter – machen aber mehr Arbeit

Die Maronen kosten weniger, wenn wir Sie sie frisch kaufen und im Backofen selbst rösten. Allerdings müssen die einzelnen Exemplare, bevor die Kastanien weiterverarbeitet werden können, noch gepellt und danach gekocht werden. Die Qualität der frischen Ware bleibt ein Lotteriespiel. Bei Maronen, die innen zu viele Windungen aufweisen, löst sich die Schale kaum und es entsteht viel Abfall. Esskastanien aus der Region sind gar nicht geeignet, da es sich um andere Baumarten handelt, die nicht veredelt wurden. Dann besser die vakuumierten und vorgekochten Früchte kaufen, weil die Stromkosten und der Putzschwund schon eingepreist sind.

Energie sparen

Das Wasser zum Blanchieren des Rosenkohls im Wasserkocher vorher erhitzen. Die Herdplatte benötigt mehr Zeit und somit mehr Strom.

Gutes Gelingen und viel Vergnügen wünscht Ihnen Ulla Scholz!