Wetterchaos, Streik, Verspätung - was Bahnreisenden zusteht

Anzeigetafel mit angezeigten Zugausfällen

Wetterchaos, Streik, Verspätung - was Bahnreisenden zusteht

  • Bahn muss bei großen Verspätungen Reisende entschädigen
  • Bei mehr als 20 Minuten Verspätung entfällt die Zugbindung
  • Ab 60 Minuten muss Reise nicht angetreten werden
  • Auch Reservierungskosten können erstattet werden

Egal ob Streik, Sturm und Schnee oder technische Pannen: Bahnreisenden steht bei großer Verspätung eine Entschädigung zu.

Verspätungen ab 20 Minuten

Wird der Zielbahnhof 20 Minuten zu spät erreicht, verfällt die Zugbindung. Dann dürfen die Betroffenen den nächstbesten Zug nehmen und sind nicht mehr an eine bestimmte Route gebunden.

Aber: Wer einen teureren Zug nimmt, muss zunächst ein neues Ticket kaufen oder einen Aufpreis zahlen. Das bezahlte Geld kann er sich später aber wieder erstatten lassen. Länder-Tickets, das Schöne-Wochenende-Ticket und das Quer-durchs-Land-Ticket sind von der Regelung ausgenommen.

Ab 60 Minuten kann Reise nicht angetreten werden

Bei einer Verspätung von mindestens 60 Minuten kann man die Reise nicht antreten und sich den Fahrpreis erstatten lassen. Wer schon unterwegs ist, kann die Fahrt abbrechen und sich einen Anteil des Preises auszahlen lassen - oder zum Ausgangsbahnhof zurückkehren und den gesamten Preis zurückfordern.

Wer weiterfährt und mindestens eine Stunde zu spät sein Ziel erreicht, kann 25 Prozent des Fahrpreises zurückfordern. "Wenn Sie mit mehreren Zügen fahren, ist für die Reklamation die Verspätung an Ihrem letzten Ziel entscheidend - nicht die Verspätung einzelner Züge", erklärt die Verbraucherzentrale. Auch die Kosten für Reservierungen können sich Bahnreisende bei Zugausfall wieder zurückholen.

Mit Nahverkehrstickets Fernzüge nutzen

Wer ein Nahverkehrsticket besitzt, kann bei Verzögerungen von mehr als 20 Minuten ohne Aufpreis einen Zug des Fernverkehrs nutzen, wenn

  • der Zug nicht reservierungspflichtig ist
  • es sich nicht um eine Sonderfahrt handelt
  • die ursprüngliche Route nicht länger als 50 Kilometer beträgt
  • oder nicht länger als eine Stunde dauert

So fordern Sie Entschädigungen ein

Um eine Entschädigung zu bekommen, müssen die Betroffenen ein Fahrgastrechte-Formular ausfüllen. Das Formular muss zusammen mit der Originalfahrkarte bei der Bahngesellschaft eingereicht werden.

Allerdings werden Entschädigungsbeträge von weniger als vier Euro nicht ausgezahlt. Wer mit einer Entscheidung des Servicecenters nicht einverstanden ist, kann sich an eine Schlichtungsstelle wenden. Es gibt auch externe Dienstleister, die die Entschädigung für einen einfordern, was aber zusätzlich kostet.

Bahnstreik: Wochenstart mit Hindernissen

WDR 2 10.12.2018 02:33 Min. WDR 2

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Stand: 08.01.2019, 11:36