Fiese Flecken durch Seifenblasen

Fiese Flecken durch Seifenblasen

Von Hanna Beckmann

  • Mysteriöse Flecken auf heller Kleidung
  • Ursache oft Seifenblasen
  • Chemikalischer Bestandteil verursacht Flecken während der Wäsche

Besonders Eltern von kleinen Kindern kennen das Phänomen: Anstatt sauber gewaschen kommt das helle T-Shirt voller grauer Flecken aus der Waschmaschine. Eins nach dem anderen ist ruiniert, und keiner weiß, wo die Flecken herkommen.

Die Suche nach der Ursache führt - ja, zu Seifenblasen. Als Kinderspaß gedacht, kann die glitschige Flüssigkeit fiese Flecken hinterlassen, wenn die Blasen an der Kleidung zerplatzen. Flecken, die zunächst gar nicht sichtbar sind: Die Flüssigkeit trocknet meist farblos auf T-Shirts. Erst nach der Wäsche sind dunkle Flecken zu erkennen.

"Flecken"-Stoff auch in Shampoos und Duschgel

Die Recherche ergibt: Viele Seifenblasenprodukte enthalten den Stoff Polyquaternium. Das Polymer steckt außerdem auch in vielen Kosmetikartikeln - wie Duschgelen und Pflegeshampoos. Es soll Haut und Haare geschmeidig machen und stabilisieren. So enthält beispielsweise das bei kleinen Mädchen beliebte, pinke Duschbad "Prinzessin Sternenzauber" von der Drogeriemarktkette DM Polyquaternium.

Shampoo, zum Test auf ein T-Shirt aufgetragen

T-Shirt im Test: Vorher...

Eigentlich ist Polyquaternium farblos. Gerät es aber auf Kleidung, passiert in der Waschmaschine Erstaunliches, weiß Tobias Kimmel, Professor an der Hochschule Niederrhein in Krefeld: Angezogen wie von einem Magneten setzen sich Schmutz- oder Farbpartikel aus dem Waschwasser auf der Stoffoberfläche dort ab, wo Polyquaternium-Rückstände sind. "Sie haften daran, das heißt, diese Stelle wird ein bisschen dunkler."

Der Test beweist es: Ein paar Tropfen "Prinzessin Sternenzauber"-Duschbad auf ein weißes T-Shirt, und ab damit in die Waschmaschine, zusammen mit einer neuen Jeans, die noch etwas abfärbt. Das Ergebnis: Die Flecken auf dem T-Shirt haben den Farbstoff der Jeans angenommen.

Hersteller kennen das Problem

Blaue Flecken auf T-Shirt, nachdem zum Test Shampoo aufgetragen wurde

... und nach der Wäsche

Viele Duschgele und Shampoos, Haarsprays und Schaumfestiger enthalten das tükische Polymer, darunter auch sehr bekannte Marken wie Fructies, Adidas, Head&Shoulders, Dusch das, Isana oder Schauma. Die WDR-Nachfrage bei den Herstellern ergibt: Alle wissen um diesen Effekt. Doch das Problem, sagen die meisten, liege beim Verbraucher. So schreibt Henkel zum Beispiel: "Bei sachgemäßer Anwendung kommt ein Duschgel oder ein Haarshampoo nicht mit Textilien in Kontakt."

Doch im Test kommen selbst Handtücher, die zum Abtrocknen verwendet wurden, mit Flecken aus der Maschine. Immerhin: Konfrontiert mit dem Ergebnis, erklärt DM, dass man in Zukunft auf das Polymer verzichten wolle. Bis Ende des Jahres seien "eine größere Anzahl an Produkten" auf neue Rezepturen umgestellt.

Stand: 15.11.2018, 15:00