Wilden Müll per App melden

Zwei Röhrenfernseher und Mülltüten stehen neben Containern

Wilden Müll per App melden

  • Dortmund führt die App "Dreckpetze" ein
  • EDG hat noch Startschwierigkeiten
  • Andere Städte haben gute Erfahrungen

Alte Sofas versperren den Gehweg, kaputte Röhrenfernseher liegen auf Grünflächen und neben Glas- und Altpapiercontainern stapeln sich Bretter und stinkende Mülltüten: So sieht es in vielen Städten im Ruhrgebiet aus. Um das Problem in den Griff zu kriegen, haben einige Städte Apps eingeführt, mit denen man vermüllte Orte leicht melden kann. In Dortmund hat der lokale Entsorger EDG jetzt mit einer eigenen App nachgezogen, allerdings mit einigen Startschwierigkeiten.

So funktioniert die App

Auf einer Karte von Dortmund sind die gemeldeten Stellen markiert

Mit der Dortmunder App "Dreckpetze" Müll melden

Die App "Dreckpetze" funktioniert denkbar einfach: Liegt irgendwo wilder Müll herum, schießt man mit dem Smartphone ein Foto und lädt es in der App hoch. Per GPS ermittelt die den genauen Standort. Die EDG prüft dann, ob sie selbst für die Entsorung zuständig ist. Liegt der Müll auf privatem Gelände, will sie den Verantwortlichen informieren. Ähnlich wie bei einer Paketzustellung, kann man in der App den Status der Bearbeitung nachverfolgen.

300 Meldungen in kürzester Zeit

Die "Dreckpetze" wird von den Dortmundern dankbar angenommen: Seit sie Anfang April an den Start gegangen ist, sind schon über 300 Müll-Meldungen eingegangen. Die meisten davon wurden laut App noch nicht beseitigt. Ein eigener Test zeigt, dass der angezeigte Status allerdings nicht zwingend der Realität entspricht.

EDG hat Startschwierigkeiten

Ein altes Sofa steht auf dem Bürgersteig

Illegal abgelegter Müll in Dortmund

Wir melden einen völlig vermüllten Container-Standort. Vier Tage später räumt der Dortmunder Entsorger bei einer regulären Leerung alles weg. Nur die App weiß das nicht, dort ist unsere Meldung noch "in Bearbeitung". Ein paar Straßen weiter melden wir ein altes Sofa, das auf dem Bürgersteig abgestellt wurde. Fünf Tage später steht das Sofa noch immer da. Die EDG will sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Lünen und Recklinghausen haben ähnliche App

In anderen Städten im Ruhrgebiet läuft es schon besser. In Castrop-Rauxel gibt es seit einem guten Jahr eine App der Stadt, in der es neben Veranstaltungskalender und Neuigkeiten auch einen Mängelmelder gibt, mit dem man wilden Müll, aber auch Straßenschäden und defekte Ampeln melden kann. Die Erfahrungen dort sind gut.

In Lünen gibt es eine ähnliche App schon seit 2014. Die Anzahl der Meldungen hat sich inzwischen eingependelt. Im vergangenen Jahr wurden knapp 770 Mängel gemeldet, dabei ging es nur in etwa 17 Prozent der Fälle um illegalen Müll. Auch in Recklinghausen gibt es seit einigen Monaten eine solche App. Die Stadt hat nach eigenen Angaben viel positives Feedback dafür aus der Bevölkerung bekommen.

Stand: 13.04.2018, 13:25