Unscharfes, hohes Verkehrsaufkommen

Die Zukunft des Parkens: Apps und Sensoren

Eine Frau hält am auf einem Parkplatz in Berlin vor einer Reihe parkender Autos ein Smartphone mit einer Park-App in der Hand.

Die Zukunft des Parkens: Apps und Sensoren

Von Cengiz Ünal

  • Viele Städte in NRW entwickeln Konzepte zur Vereinfachung der Parkplatzsuche
  • Mit Sensorentechnik soll Suche vereinfacht werden
  • "Park and Joy"-App von Telekom weit verbreitet

Parken in der Stadt kostet oft Nerven, vor allem jetzt in der Weihnachtszeit. Zu viele Autos suchen zu wenige Parkplätze. In Deutschland verbringen die Autofahrer im Jahr 560 Millionen Stunden auf der Parkplatzsuche, so eine Studie im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie. In einigen NRW-Städten soll jetzt das Smartphone helfen, schneller einen Parkplatz zu finden.

Sensoren erfassen freie Parkplätze

Das Parken wird digital. Im Bochumer Stadtteil Ehrenfeld hat der Energiekonzern Innogy Sensoren in einige Laternen eingebaut. Die einzelnen Sensoren haben von oben bis zu 30 Parkplätze am Straßenrand im Blick und können feststellen, ob sie belegt oder frei sind. Diese Daten leiten die Sensoren weiter. Die Autofahrer können dann auf die Webseite parkeninbochum.de gehen, um dort die freien Parkplätze zu finden.

Noch ist es ein Pilotprojekt, aber in Zukunft würde diese Sensortechnik pro Parkplatz bis zu 100 Euro im Jahr kosten. Sven Frohwein von der Wirtschaftsentwicklung der Stadt Bochum hält am Projekt fest: "Wir als Stadt versprechen uns davon eine Menge Vorteile: Derjenige, der nach einem Parkplatz sucht, spart Zeit und dadurch wird das Autofahren im Stadtgebiet reduziert."

App lotst Autofahrer direkt zum freien Parkplatz

Die Telekom hat in vielen Städten die App "Park and Joy" entwickelt. In Bonn wurde der Stiftsplatz mit etwa 60 Parkplätzen mit Sensoren auf dem Boden ausgestattet. Auch hier ist es ein Pilotprojekt - die Stadt Bonn musste nichts zahlen. "Ähnlich wie bei einem Navigationsgerät gibt der Fahrer vor dem Start seine Zieladresse an", erklärt Michael Kimberger, Verantwortlicher für die App. "Kurz vor der Ankunft lotst die App das Auto dann nicht zur genauen Anschrift, sondern lieber direkt zum freien Parkplatz in unmittelbarer Nähe." Für diesen Komfort zahlen Autofahrer 1,99 Euro im Monat - oder einmalig 19 Cent pro Parkplatzsuche.

Das Programm zeigt dem Fahrer nicht einzelne Parkplätze, sondern sogenannte grüne Zonen mit mehreren realen Parkmöglichkeiten an. Somit steuert der Autofahrer keine Straße an, nur um dann zu merken, dass die Parklücke bereits gefüllt ist. Während der Stichprobe vom WDR funktioniert das gut. Ein weiterer Vorteil der App: Man kann ein digitales Parkticket lösen und die Parkzeit im Nachhinein beliebig verändern.

Es gibt noch viele weitere Park-Apps. Bekannt ist beispielsweise Ampido. Das Kölner Start-Up ist vergleichbar mit Airbnb: Privatleute vermieten ihre Stellplätze, zum Beispiel, während sie bei der Arbeit sind. Wer über die App bucht, erspart sich die Suche. Bundesweit verwalten sie nach eigenen Angaben mehr als 11.000 Parkplätze.

Stand: 05.12.2019, 12:06